Ludwigslust : Rattunde: Platzprobleme gelöst

Ulrich Rattunde (l.) mit Eric Krämer (M.) von der Abteilung Forschung & Entwicklung und Schulungsleiter Stephan Klan vor einem Rattunde-Fertigungssystem. In den Hallen des Unternehmens ist es zu eng geworden.
Ulrich Rattunde (l.) mit Eric Krämer (M.) von der Abteilung Forschung & Entwicklung und Schulungsleiter Stephan Klan vor einem Rattunde-Fertigungssystem. In den Hallen des Unternehmens ist es zu eng geworden.

Maschinenbauer kauft Grundstück und Gebäude des früheren Alstom-Werkes von GE Grid Meßwandler

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07. Juli 2017, 21:00 Uhr

So bitter die Schließung des einstigen Alstom-Werkes für dessen Mitarbeiter und die Region ist – für die Rattunde & Co GmbH hat sich damit eine einmalige Chance eröffnet. „Wir haben das Grundstück, einschließlich der Fertigungshallen, von GE (Grid Meßwandler GmbH, d.Red.) gekauft“, erklärte Ulrich Rattunde gestern gegenüber SVZ. „Damit sollten unsere Platzprobleme für die nächsten Jahre beseitigt sein.“ Auf einen Schlag haben sich die Grundstücksfläche des Maschinenbauunternehmens verdreifacht und die Hallenfläche verdoppelt.

Der Kauf des Areals war bereits im Februar dieses Jahres per Handschlag besiegelt worden. Doch bis alle Details geklärt und die Verträge fertig waren, gingen vier Monate ins Land. „Aber nun haben wir den Notarvertrag unterzeichnet“, so Ulrich Rattunde. „Es ist ein wirklicher Glücksfall, dass wir diese Chance ergreifen konnten.“

Jahr für Jahr hatte die Rattunde & Co GmbH die Zahl der Mitarbeiter und die Produktion um acht bis neun Prozent steigern können. Doch das wäre auf dem Firmengrundstück in der Bauernallee 23 unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr möglich gewesen. „In der Produktion war der Platz jetzt schon zu knapp, bei den Büroflächen wäre es in absehbarer Zeit soweit gewesen. Wir mussten und wollten also ohnehin investieren“, so Rattunde. So sollte in diesem Jahr ein neues vierstöckiges Bürogebäude mit rund 2500 Quadratmetern Fläche entstehen. Später wären Hallen abgerissen und neue gebaut worden. „Die Bauarbeiten hätten unsere Betriebsabläufe aber für lange Zeit belastet“, erklärte der Firmengründer. „Und allein der Bau des Bürogebäudes hätte doppelt so viel gekostet wie jetzt der Kauf des Grundstücks gegenüber.“ Und mit ihm bekomme man nicht nur 8700 Quadratmeter Hallenfläche, 1300 Quadratmeter an Büro- und Sozialbereichen und Parkflächen hinzu, sondern auch noch riesige Optionsflächen für die Zukunft.

In den Kauf der neuen Produktionsstätte investiert der Maschinenbauer 2,8 Millionen Euro. Für die erforderlichen Umbauten sind bis zu 1,5 Millionen Euro vorgesehen. „Tore und Beleuchtung müssen zum Beispiel erneuert werden“, so Ulrich Rattunde. „Und vielleicht müssen wir auch die Krananlagen austauschen, um höhere Lasten heben zu können.“ Wer künftig wo arbeitet, wie die neuen Produktionsflächen sinnvoll genutzt werden, soll in einem ersten Schritt ab kommender Woche mit den Bereichsleitern geplant werden. „Auf jeden Fall wird sich die Produktivität deutlich verbessern“, so Rattunde. „Derzeit sind die Abläufe nicht ideal, weil es so eng ist.“ Und man könne die Produktion ausbauen.

Derzeit produziert die Firma Rattunde pro Jahr rund 30 ACS-Fertigungssystem zum Sägen, Anfasen und Messen. Eine Zahl, die seit Jahren nicht ernsthaft gestiegen ist. „Aber der Umfang der einzelnen Maschine steigt“, so der Geschäftsführer. Wesentlich häufiger würde jetzt aufwendige Messtechnik integriert werden. „Die Kunden unserer Kunden fordern das.“ Und so lag der Umsatz inzwischen bei 37 Millionen Euro im Vorjahr.

Ulrich Rattunde schaut mit Blick auf die Automobilproduktion mit Zuversicht in die Zukunft. Im vergangenen Jahr seien weltweit rund 83 Millionen Kraftfahrzeuge produziert worden, ein Plus von 5,8 Prozent. „80 bis 90 Prozent unserer Kunden sind Zulieferer der Automobilindustrie“, so Ulrich Rattunde. Airbag-Patronen, Antriebswellen, Rohre für die Kopfstützen – all das und noch einiges mehr fürs Auto werden auf Rattunde-Maschinen produziert.

Auch Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach hofft, dass die Firma Rattunde dank der neuen Fläche weitere Arbeitsplätze schaffen kann. „Das wertet unsere Region und die Wirtschaftskraft auf“, sagte er auf SVZ-Anfrage.

Die Rattunde-Mitarbeiter erhielten die guten Nachrichten aus der Geschäftsführung gestern Abend beim Betriebsfest. Da ließ es sich doch gut feiern.  

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