zur Navigation springen

Ludwigslust : „Rammstein am Schloss - das wär’s“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Viele kennen ihn als Kommunalpolitiker - Reiner Altenburg ist aber auch Schachspieler, Volleyballer, Serien-Junkie und Hardrock-Fan

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2017 | 06:53 Uhr

Wenn tatsächlich irgendwann „Rammstein“ in Ludwigslust spielen sollte, dann hatte sicher auch Reiner Altenburg seinen Anteil daran. „Ein Konzert der Band vor dem Schloss, das wär’s“, sagt der 57-Jährige. „Das müssen wir unbedingt noch hinkriegen.“ Wohl kaum jemand hätte dem Finanzexperten der SPD diese Leidenschaft zugetraut. Der Diplombetriebswirt arbeitet in Schwerin für eine Bank als Regionaltrainer, ist Mitglied im Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft Vewoba, Stadtvertreter und Chef des Haushalts- und Finanzausschusses im Kreistag. Er spielt leidenschaftlich gern Volleyball, leitet den Verein Volleytigers und ist aktiver Schachspieler in der Mecklenburger Verbandsliga. An seinem Arbeitsplatz in Schwerin beantwortete er gestern Redakteurin Katharina Hennes die SVZ-Fragen zum Wochenende.

 

Was würden Sie in Ludwigslust anpacken, wenn Sie Bürgermeister wären?
Ich würde sofort ein neues Baugebiet entwickeln, das Eigenheime am attraktiven Standort anbietet. Das will der Bürgermeister Reinhard Mach übrigens auch.

Wo findet man Sie am ehesten?
Im Rathaus auf verschiedensten Veranstaltungen oder im Zebef. Dort sitze ich oft oben in der Aula und spiele Schach. Mit fünfzig anderen Schachverrückten.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Kartoffelnsammeln für die LPG Milow und in der AG Schach meiner Schule in Wittenberge. Dort habe ich als Trainer geholfen.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Fürs Benzin, damit ich Moped fahren kann. Und für eine 14-bändige Buchreihe über Schach-Eröffnungen. Da gucke ich heute noch ab und zu rein.

Was stört Sie an anderen?
Dass Menschen heute über soziale Netzwerke gerne Unwahrheiten verbreiten, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben und dass sie dabei auch noch ungeschoren davon kommen. Das Schlimmste aber ist: Sie setzen sich damit auch noch durch. Das ist die moderne Art der Verdummung. Internet kann ein Segen sein, weil es eine enorme Chance für die Wissenserweiterung bietet. Aber in diesem Fall ist es ein Fluch.

Wie sieht der perfekte Tag für Sie aus?
Er startet mit einem ausgiebigen Frühstück mit meiner Frau. Gerne bis zur Mittagszeit. Danach gehen wir im Schlossgarten spazieren, später vielleicht in die Sauna und abends treffen wir uns mit netten Freunden und spielen ein bisschen Volleyball.

Was würden Sie gern können?
Ich möchte wieder sehr gut Akkordeon spielen. Als Jugendlicher konnte ich das.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Vielschichtig.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich bin beruflich oft mit dem Auto unterwegs. Deshalb höre ich meistens Hörbücher. Zurzeit ist es die Cicero-Trilogie von Robert Harris. Richtig dicke Schmöker lese ich nur im Urlaub.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Irgendein Produkt der Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwaren.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Game of Thrones. Die beste Serie, die es je gegeben hat. Einfach nur irre spannend.

Mit welchem Lied verbinden Sie schöne Erinnerungen?
Mit „Reise, Reise“ von Rammstein. Das Lied erinnert mich an eine lange gemeinsame Autofahrt mit meinem jüngeren Bruder nach Leipzig. Ich dachte bis dahin immer, Rammstein stehe für miese rechte Musik. In den vier Stunden haben wir Rammstein gehört, mein Bruder hat mir die Songs und ihre Hintergründe erklärt. Seitdem bin ich Fan.

Worüber haben Sie das letzte Mal herzlich gelacht?
Über meine Enkelin. Sie hat zuhause in Berlin zu einem Lied von ihrem Papa gerappt. Sie kann noch nicht reden und noch nicht laufen, aber rappen. Das war köstlich.

Wo ist für Sie Heimat?
Dort, wo man sich emotional und sachlich zuhause fühlt. Dort, wo man seinen Lebensabend verbringen will. Für mich ist das in Ludwigslust.

An welches Geschenk erinnern Sie sich gern und von wem haben Sie es bekommen?
Das war ein Pferdewagen aus Holz. Den hat mir meine Mutter zur Einschulung geschenkt. Er guckte oben aus der Schultüte. Danach war die Schule mein Freund.

Wer ist ihr persönlicher Held?
Ich hab’s nicht so mit Helden. Ich schätze die Situationen mehr, die keine Helden brauchen. Helden gibt es für mich nur im Sport. Peter Ducke ist einer (Mittelstürmer der DDR-Fußballnationalmannschaft Anm.d.R.) oder der Diskuswerfer Jürgen Schult.

Gibt es etwas, was kaum einer von Ihnen weiß?
Ich war als Student mal Vize-DDR-Meister im Schach.

Welchen Traum möchten Sie sich erfüllen?
Rammstein nach Ludwigslust holen. Für ein Konzert vor dem Schloss. Einer der Jungs stammt übrigens aus Techentin.

Und was werden Sie als Rentner machen?
Hoffentlich weiter die Entwicklung meiner Enkel begleiten. Aktiv Schach spielen. In der Kommunalpolitik mitwirken. Und reisen. Bei zwei Schwiegersöhnen aus Australien und Amerika ist das ja vorprogrammiert.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Konrad Schmidt aus Milow. Ich kenne ihn von Kindesbeinen an. Er hat viel Positives für die Region bewirkt und viel für den sozialen Zusammenhalt getan.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen