Neustadt-Glewe : Rätselhaften Meisterzeichen auf der Spur

Henry Franck (l.) und Gerhard Düker hoffen auf Hinweise zu den Handwerker-Zeichen. Fotos: münchow
1 von 5
Henry Franck (l.) und Gerhard Düker hoffen auf Hinweise zu den Handwerker-Zeichen.

300 Jahre alte Eisenteile im Schloss Neustadt-Glewe: Zwei Neustädter wollen Rätsel um Schmiedemeister-Initialen lösen.

23-49349880_23-66107806_1416392167.JPG von
23. April 2015, 11:45 Uhr

Einige der Zeichen und Buchstaben sind noch recht deutlich zu erkennen. Doch sie geben Rätsel auf. Und die sollen jetzt endlich gelöst werden.

Der Neustädter Schmiedemeister Henry Franck bewahrt in seiner Werkstatt rund 300 Jahre alte Eisenteile, Bauklammern und Nägel auf, die bei der Sanierung des Schlosses zu Tage kamen. Auf den Teilen sind Zeichen zu sehen – offenbar Initialen von Meistern, die am Bau des Schlosses Neustadt-Glewe beteiligt waren (SVZ berichtete).

„Ich habe davon in der SVZ gelesen und würde sehr gerne herausfinden, wer sich hinter den Initialen verbirgt“, sagt der bekannte Neustädter Hobbyforscher Gerhard Düker. „Damit könnten wir erfahren, welche Schmiedemeister am Bau unseres Schlosses beteiligt waren. Jeder Meister hatte sein eigenes Zeichen.“

Düker hat sich deshalb bereits mit Schmiedemeister Franck in Verbindung gesetzt und die Eisenteile in Augenschein genommen. Henry Franck hat auf insgesamt sieben Eisenteilen (Bauklammern, Maueranker, Mauerbolzen) eingestanzte Zeichen entdeckt. „Manche sind nur schlecht zu erkennen, andere aber wiederum sehr deutlich“, erklärt Henry Franck.

Auf einem Maueranker beispielsweise sind deutlich die Initialen „PS“ zu sehen. Ebenso deutlich zu erkennen sind die Buchstaben „R.B“ auf einem weiteren Maueranker. Nicht eindeutig entziffert werden können dagegen Zeichen auf einem Mauerbolzen. „Es könnte sich um ein C oder ein G handeln“ vermutet Henry Franck. „Über dem Buchstaben scheint eine Krone zu sein.“

Kein Buchstabe, sondern möglicherweise ein Baum ist auf einem anderen Mauerbolzen zu erkennen. Bei dem Zeichen darüber scheint es sich auch hier um eine Krone zu handeln.

Bei zwei weiteren Fundstücken sind eventuell ein „B“ bzw. ein „H“ zu sehen. Kaum zu entziffern ist das Zeichen auf einem siebten Eisenstück.

„Auffällig ist, dass fast auf allen Teilen unmittelbar neben oder über den Initialen auch Punkte zu sehen sind. Auch die Krone ist mehrfach vertreten“, sagt Gerhard Düker.

Der Hobbyforscher und auch Schmiedemeister Henry Franck hoffen jetzt, dass sich möglicherweise Leser melden, die Hinweise geben können. Henry Franck: „Die damaligen Schmiedemeister werden nicht nur in Neustadt-Glewe gearbeitet haben, sondern auch in anderen Orten der Region oder sogar darüber hinaus. Deshalb kann es durchaus sein, dass dortige Archive oder auch Kirchenbücher Auskunft über die betreffenden Handwerker von damals und ihre Zeichen geben.“

Gerhard Düker ergänzt: „Auch Leute, die sich mit Geschichte befassen, könnten uns wertvolle Hinweise liefern. Ebenso hoffen wir auf mögliche Tipps von Interessierten, die sich mit der Geschichte der Schmiedekunst befassen.“

Meister Henry Franck wird seine Schmiedekunst auf der BurgArt in Neustadt-Glewe am kommenden Sonntag vorstellen. „Vielleicht bekomme ich dort ja schon erste Tipps von Besuchern“, hofft er.

Wer Hinweise zu den Initialen bzw. den dazu gehörenden Handwerksmeistern geben kann, darf sich auch gerne bei Henry Franck unter Tel. 0172- 218162 melden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen