Wöbbelin : Rätsel um Gittertor gelöst

Die Radierung zeigt die Gittertür in der Mauer um das Grabmal Theodor Körners
Die Radierung zeigt die Gittertür in der Mauer um das Grabmal Theodor Körners

Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin verfügen nun über Ansicht von gotischer Tür am Körner-Grabmal

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08. November 2017, 07:00 Uhr

Als der Besucher am späten Nachmittag auftauchte, ahnte Ramona Ramsenthaler nicht, dass er entscheidend zur Lösung eines langjährigen Rätsels beitragen würde. Es geht um eine eiserne Gittertür.

„Wir wussten, dass bei der Errichtung des Körner-Grabmals im Jahre 1814 in Wöbbelin auch eine Mauer um die Grabstätte errichtet wurde“, sagt die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. „Bereits zu jener Zeit wurde vermutlich in die Mauer ein Gittertor eingebaut. Allerdings waren wir bisher bei unseren Nachforschungen auf keine Ansicht des betreffenden Tores gestoßen.“

Genau das änderte sich jetzt mit dem eingangs erwähnten Besucher in den Mahn- und Gedenkstätten: Gerd Bartoschek. Der langjährige Kustos der Gemäldesammlungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hatte gerade eine Ausstellung über den Maler Heinrich Hintze (1800-1861) organisiert, die derzeit in Potsdam zu sehen ist. Im Gespräch mit Ramona Ramsenthaler eröffnete Gerd Bartoschek ihr dann, dass er im Besitz einer Radierung von Hintze sei, die besagtes Gittertor in der Mauer um Körners Grabmal zeige. Das Exemplar habe er um 1980 in einem Antiquariat entdeckt. Es sei eines von nur zwei ihm bekannten Exemplaren dieser Radierung, die Mauer und Tor zeigt.

Inzwischen hat Gerd Bartoschek ein Foto des in seinem Besitz befindlichen Exemplars an Ramona Ramsenthaler geschickt. In der Vergangenheit hatte es speziell zu Tor und Mauer Anfragen von Interessierten gegeben. „Obwohl wir wussten, dass es das Gittertor gab, hatten wir bisher nie eine entsprechende Ansicht. Das hat sich nun geändert“, freut sich Ramona Ramsenthaler und ist Gerd Bartoschek dankbar.

Im Katalog zur gegenwärtig in Potsdam stattfindenden Ausstellung über Heinrich Hintze wird ebenfalls Bezug auf das Tor um Körners Grabmal genommen. Darin heißt es unter anderem, die eiserne gotische Gittertür, von der das damals populäre Familienblatt „Die Gartenlaube“ im Jahre 1863 noch eine genaue Beschreibung gab, sei vermutlich mit dem Bau der ersten Gedenkhalle 1865 bis 1868 verschwunden. Die Mauer um den Begräbnisplatz sei bereits 1839 auf den benachbarten Dorffriedhof ausgedehnt worden, der ein eigenes Tor erhielt.

Ramona Ramsenthaler jedenfalls freut sich über die jetzt erhaltene Ansicht der Gittertür und ruft Interessierte zur Mitarbeit auf: „Ich möchte alle, die vielleicht noch eine alte Ansicht des Tores – in welcher Form auch immer – besitzen, bitten, uns dies mitzuteilen. Ebenso sind wir an nähere Informationen zu dem Tor interessiert“, sagt Ramona Ramsenthaler.

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