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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 04:25 Uhr

Vielank : Radwege: „Wer darf zuerst bauen?“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Verkehrsministerium bittet Landkreis um Prioritätenliste für Radwegebau an Landesstraßen. 2,4 Mio Euro für Ausbau bis 2016 eingeplant

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Wird gebaut? Und wenn ja, wo und wann? 2,4 Millionen Euro EU-Fördermittel will das Land bis 2016 in den Radwegebau an Landesstraßen im Landkreis Ludwigslust-Parchim stecken. Welche Radwege von dem Geld profitieren, darüber entscheidet nicht nur das Land, sondern auch der Landkreis. Das Verkehrsministerium hat der Kreisverwaltung jetzt eine Vorschlagsliste mit möglichen Strecken zusammengestellt. Wichtigstes Kriterium bei allen empfohlenen Wegen sei der Lückenschluss im landesweiten Radverkehrsnetz. „Dass es um Lücken geht zeigt schon die Streckenlänge: Keine der vorgeschlagenen Wege ist länger als vier Kilometer“, sagt Joachim Müller vom Fachdienst Regionalmanagement im Landkreis. Müller ist froh über den Dialog mit dem Land. „Damit bekommen wir die Chance, auch andere nicht in der Vorschlagsliste berücksichtigte Radwege zu benennen.“

Bis Mitte November wird sich nun eine Expertengruppe aus den Fachbereichen Straßen/Tiefbau und Regionalmanagement mit der Liste befassen, die Reihenfolge festlegen und sie zur Diskussion in den Ausschüssen vorlegen. Im Wirtschaftsausschuss am Mittwoch nannte Müller schon mal die wichtigsten Kriterien für die Festlegung von Prioritäten. Neben Lückenschluss und touristischer Attraktivität sei das auch die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung, die Anbindung an Schulstandorte und Eigentumsfragen. „Natürlich werden Projekte mit Problemen beim Grunderwerb nach hinten gestellt“, so Müller. Damit die Umsetzung zügig anlaufen könne. Die ersten Bauprojekte sollen bereits 2015 umgesetzt werden.

In Vielank rechnet man 2016 mit dem neuen Radweg bis Volzrade an der L 06. Heiko Bäuch von der „IG Pro Radweg L06“ verlässt sich da auf das Wort von Ministerpräsident Sellering aus der MP-Sprechstunde in Neustadt-Glewe.

Seit Jahren kämpft die Interessengemeinschaft für einen durchgehenden Radweg an der L 06 und die Anbindung an den Elbe-Radweg. Dass es jetzt aber nur der Abschnitt Vielank-Jessenitz auf die Vorschlagsliste geschafft hat, wundert Bäuch. „Damit ist die Lücke zwar kleiner geworden, aber sie ist immer noch da“, sagte er gestern am Rande einer Protest-Radtour in Woosmer. Auf der Kreuzung in Woosmer blockierten am späten Nachmittag etwa 150 Radfahrer mit Transparenten die Straße. Tenor: „Lückenschluss bis Dömitz“. Bäuch überlegt jetzt, den Landkreis zu bitten, auch dieses letzte Teilstück mit auf die Prioritätenliste zu setzen. Joachim Müller vom Regionalmanagement will auch ältere Wunschlisten aus den Altkreisen Parchim und Ludwigslust prüfen. „Wir könnten manche Wege wieder ins Gespräch bringen“, sagt er. Das letzte Wort aber habe das Land.

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