Milow : Radweg erreicht Landeshauptstadt

Tom Winter blickt auf einen Plan, auf dem der künftige Radweg bereits eingezeichnet ist.
Tom Winter blickt auf einen Plan, auf dem der künftige Radweg bereits eingezeichnet ist.

Forderung nach Verbindung zwischen Grabow und Lenzen findet Unterstützung bei Bürgerbeauftragten des Landes

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04. Juni 2015, 07:00 Uhr

Die Forderung nach dem Bau eines Radweges entlang der Landesstraße L 08 zwischen Grabow und Lenzen (SVZ berichtete) hat die Landeshauptstadt erreicht. Gestützt von über 2400 Unterschriften auf einer Petition hatte sich deren Initiator Tom Winter aus Milow an den Bürgerbeauftragten des Landes, Matthias Crone, um Hilfe gewandt.

Die Zeit drängt. Im August soll mit dem Bau einer Brücke über die künftige Autobahn A 14 zwischen Grabow und Milow begonnen werden. Ein Radweg ist darauf nicht vorgesehen. Das zuständige Schweriner Infrastrukturministerium blockt ab.

Doch Tom Winter ist zuversichtlich. Er weiß den Bürgerbeauftragten an seiner Seite, der sich inzwischen an Minister Pegel und auch den Landkreis gewandt hat. Denn die Radwegplanungen gibt es seit langem.

Alles schien in Ordnung – bis 2012. Da versuchte die Planfeststellungsbehörde für den Neubau der Autobahn, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, die Streichung des Radweges trotz energischen Protestierens betroffener Gemeinden zu begründen. Argumente, die für Tom Winter nicht stichhaltig sind:

1. Die Auswirkung des Radweges auf das nachfolgende Wegenetz verliert um so mehr an Gewicht, je geringer die Planungsreife der betroffenen Wege ist.
Mit der Aufnahme des Radwegebaus in den Radwegeentwicklungsplan bereits 2009 und der detaillierten Planung des beauftragten Ingenieurbüros 2012 sei die hohe Gewichtung bereits deutlich herausgestellt, so Tom Winter.

2. Die Realisierung des Radweges in naher Zukunft ist nicht wahrscheinlich.
„Diese Annahme erweist sich als haltlos, da bereits Vorkehrungen für den Bau des Radweges getroffen wurden. Unter anderem enthält die Meynbachbrücke bereits den separaten Radwegteil, abgetrennt durch Leitplanken“, entgegnet Tom Winter.

3. Das Gefährdungspotenzial der Strecke ist unter Beachtung der Faktoren Verkehrsbelastung, Straßenzustand und Streckenführung nur als gering einzustufen.
Gegenargument: Die Straße ist so schmal, dass auf einen Mittelstreifen verzichtet wurde. Raum für Radfahrer oder sonstige schwächere Verkehrsteilnehmer ist nicht gegeben. Durch die zukünftige Funktion als Autobahnzubringer und überbreite landwirtschaftliche Maschinen wird das Gefahrenpotenzial noch verstärkt. Weiterhin ist die vom Ministerium zitierte Regel von mindestens 2500 Fahrzeugen pro Tag schon 2011 in den Entwurfsgrundlagen mit 3600 Fahrzeugen pro Tag mehr als erfüllt worden.

4. Es bestehen zahlreiche, als dringender Bedarf eingestufte Vorhaben des Radwegeentwicklungsplanes, so dass dieser Radweg nur nachrangig zu behandeln wäre.
„Der Radweg wurde 2009 in den ,weiteren Bedarf‘ aufgenommen. Durch den Neubau der A 14 und die nötige Überführung ist hier ein Sonderfall gegeben, da die Realisierung zwingend mit dem Brückenbau einhergehen muss“, wendet der Milower dazu ein.

5. Der erhöhte Zeit- und Kostenaufwand für die Erweiterung der Brücke ist nicht gerechtfertigt, zumal vor und nach der Überführung weiterhin die Landstraße benutzt werden muss.

„Auch dem muss energisch widersprochen werden, denn die Planungsunterlagen zum Radweg zeigen deutlich den parallelen Verlauf zur Landstraße, so dass die L 08 weder vor noch nach der Brücke befahren werden muss“, unterstreicht Tom Winter. „Die Region wurde aufgrund ihrer strukturellen und wirtschaftlichen Defizite durch die EU als Region mit Entwicklungsrückstand eingestuft. Sie ist in das gemeinschaftliche Förderkonzept der EU (Ziel 1) aufgenommen, was grundsätzlichen Handlungsbedarf bedeutet“, so der Milower.

Am morgigen Freitag hat er einen Termin beim Landkreis, um die Argumente für den Radweg noch einmal darzulegen. Auch auf Brandenburger Seite wird das öffentliche Interesse zunehmend größer. Unterdessen wartet Tom Winter immer noch auf einen Termin bei Minister Pegel, um ihm die Petition samt der Unterschriftenlisten persönlich auszuhändigen. Das wäre ein guter Anlass für ein persönliches Gespräch..

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