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Ludwigslust : Radiomeldung sorgt für Ärger bei SBL

vom

Die Nachricht eines Radiosenders sorgte für Aufregung bei der Firma SBL Stahl- und Behälterbau. Die Ludwigsluster seien zahlungsunfähig, hieß es. "Das stimmt nicht! Die Auftragslage ist gut", ließ die SBL verlauten.

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2013 | 07:55 Uhr

Ludwigslust | Eine gestern in einem regionalen Rundfunksender aufgebauschte Nachricht sorgte für Verärgerung und Aufregung bei Geschäftsführung und Beschäftigten eines Ludwigsluster Traditionsunternehmens: Die Firma SBL Stahl- und Behälterbau sei zahlungsunfähig. Bereits Anfang Februar sei das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen seien etwa 70 Mitarbeiter. Ein neuer Investor sei noch nicht gefunden worden. "Das stimmt so nicht, mit uns hat auch kein Mitarbeiter dieses Senders gesprochen", sagte gestern Nachmittag der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Schrapers im Gespräch mit der SVZ und war ob dieser Rundfunk-Meldung ziemlich ungehalten. "Aktuell sind bei uns im Stahl- und Behälterbau Ludwigslust 62 Mitarbeiter beschäftigt. Wir haben sechs Azubis, die auch weiter ausgebildet werden und bei Bedarf auch übernommen werden. Gegenwärtig arbeiten wir in drei Schichten, wir haben große Aufträge für die Hauptkunden, so unter anderem für das Unternehmen Ammann Asphalt GmbH Alfeld zu erledigen, dabei handelt es sich um den Bau von Bitumen-Behältern. Über unseren Auftraggeber Ammann gehen unsere Erzeugnisse auf internationale Baustellen in Frankreich, Großbritannien und Australien. Bei uns herrscht also alles andere als Ruhe. Der Betrieb läuft, wir arbeiten sogar an den Wochenenden. So auch am kommenden Sonnabend und Sonntag", ergänzte Thomas Schrapers, der diese Radiomeldung in ihrer Aussage nicht unkommentiert lassen wollte.

In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen mit 50 Prozent Umsatzeinbuße seit der weltweiten Finanzmarktkrise 2008 zu kämpfen gehabt. Davon hat sich das Traditionsunternehmen, das seit 1947 hier am Standort Ludwigslust vertreten ist und zu DDR-Zeiten als VEB BAMA als Vorzeigebetrieb galt, nicht wieder richtig erholt. Die Spezialerzeugnisse für die Bitumen- und Betonindustrie waren weltweit nicht mehr so gefragt.

"Wir als SBL haben am 14. Dezember 2012 einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung gestellt. Das ist eine neue Art der Insolvenzdurchführung, in dem weitestgehend die Kompetenzen beim Unternehmen bleiben. Der Firma wurde mit Dr. Stefan Niederste Frielinghaus ein kompetenter Sachverwalter zur Seite gestellt. Dem Antrag wurde dann durch das Amtsgericht Schwerin stattgegeben."

Damit wurde nach Aussage von Geschäftsführer Thomas Schrapers der Weg frei gemacht für die planmäßige Sanierung des Unternehmens. "Wesentliche Bereiche der Sanierung sind die Aquisition, die Verbesserung der Produktivität und die Anpassung der Personalstruktur im Unternehmen. Der Betriebsrat ist in alle diese Prozesse involviert und Mitsprache berechtigt." Dennoch mussten ausgehend von der zuletzt negativen Unternehmensentwicklung seit August letzten Jahres etwa 15 Mitarbeiter aus altersbedingten Gründen, über Teilzeitregelung oder Eigenkündigung den Betrieb verlassen.

Thomas Schrapers geht davon aus, dass der Prozess der Sanierung im Unternehmen bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein könnte. "Eine ganz große Rolle spielt dabei die Neugestaltung der Kreditlinien mit den Hausbanken, dazu laufen momentan aktuelle Gespräche."

Seitdem es den Betrieb hier in Ludwigslust gibt, hat es immer wieder Höhen und Tiefen gegeben. "Aber zurzeit sind wir mit Arbeit gut ausgelastet. Wir werden auch diese schwierige Situation meistern und optimistisch in die Zukunft schauen. Und was die Sanierung unseres Unternehmens betrifft: Es geht nicht darum, dass ein neuer Investor gesucht wird, sondern um eine neue Ausrichtung der Kundenmärkte."


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