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Ringen um Konzept für die Lindenstadt : Radeln in Lulu gerät oft zum Hindernisrennen

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Ist Ludwigslust eine radfahrer freundliche Stadt? Bisher nur zum Teil, wie die Probleme zeigen. Aber Stadtvertretung und -verwaltung nebst externen Fachkräften nehmen sich der Problematik an. Ein Berg von Arbeit wartet.

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2013 | 05:39 Uhr

ludwigslust | Sie haben sich die Köpfe heiß geredet auf der Sondersitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses der Ludwigsluster Stadtvertretung gemeinsam mit der Facharbeitsgruppe. Am Donnerstagabend ging es trotz hochsommerlicher Temperaturen um die künftige Entwicklung des Radwegenetzes in der Stadt. Die Ludwigsluster wollen nach jahrelangem Hin- und Her-Diskutieren, dass was getan werden müsste, nun Nägel mit Köpfen machen. Dazu haben sie sich externen Sachverstands versichert. Die SHP-Ingenieure sind ein bundesweit tätiges Büro in den Bereichen Verkehrsplanung, Stadtplanung, Verkehrstechnik und Straßenentwurf und haben ihren Sitz in Hannover.

Die Fachleute brauchen Konkretes, wonach sie Zukunftsvorschläge machen können. Diese gilt es nun zu erarbeiten. Die Radfahrkonzeption ist Teil der Integrierten Verkehrsentwicklungsplanung, an welcher die Stadt arbeitet. Weiterhin gehören der Kfz-, der Fußgänger- und der öffentliche Personennahverkehr dazu. Fragestellungen sind laut städtischem Fachbereichsleiter Jens Gröger Verbesserungen für Radfahrer auf gepflasterten Straßen, fehlende Radverkehrsanlagen an klassifizierten Straßen, Abbau von Barrieren, Führung der Radfahrer an Knotenpunkten (zum Beispiel B 5/Ecke Mauerstraße) und anderes. Gröger schätzt ein, dass sich die Stadt in den letzten 20 Jahren eine gute Ausgangsbasis geschaffen hat. Die Probleme liegen nach seinen Worten vor allem im westlichen Stadtzentrum um die Schweriner und Kanalstraße, den Bahnhofsvorplatz und die Naumannallee.

Wie eine Entschärfung aussehen kann, machen Jens Gröger und Ralf-Peter Hirsch von der Polizei Ludwigslust deutlich. Ein Schwerpunkt ist beispielsweise der Bereich Techentiner Straße/Am Schlachthof, vor allem durch Schüler, die aus Richtung Parkviertel zum Gymnasium fahren. Hier lautet ein Vorschlag, die Straße Am Schlachthof geradeaus bis zur Bundesstraße ausschließlich für Radfahrer zu verlängern. Für Verkehrsausschussmitglied Uwe Langmaack macht ein Radfahrkonzept nur Sinn, wenn es mit dem Gesamt-Straßenverkehrskonzept gekoppelt ist. "Ansonsten müssen wir alle paar Jahre wieder neue Maßnahmen ergreifen und das können wir uns nicht erlauben", sagt er. Lösungen werde es an diesem Abend nicht geben, hatte Jens Gröger bereits unterstrichen. Wohl aber sind Probleme benannt und mögliche Lösungswege gewiesen worden. So könnte beispielsweise die Verlegung der Ampelanlage in der Clara-Zetkin-Straße in Richtung Bassin eine Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger bringen. Begonnen hat auch die Diskussion um die Einrichtung von Fahrradstraßen.

Wenn aus der aktuellen Diskussion Praktisches für die Radfahrer erwachsen würde, passionierte Radler würde es freuen. Beispielsweise Waldemar Muchow (59). Der Ludwigsluster und SVZ-Zusteller ist täglich rund 20 Kilometer mit dem Rad in der Lindenstadt unterwegs. Oftmals fragen sich Radfahrer, wo sie fahren sollen. In der Schlossstraße Fahren auf dem Reiterweg? Wegen der Hindernisse (Freiluftcafés) ungünstig. In der Zetkin-Straße ist am Friedhofsweg der Radweg zu Ende. In der Bahnhofstraße ist das Radfahren wegen des Hoppelpflasters lebensgefährlich. Andere Radfahrer haben schon gefährliche Situationen an der Abzweigung Klenower Straße erlebt… Die Probleme in Ludwigslust sind mannigfaltig.

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