Glaisin : Prüfung für Top-Athleten der Lüfte

Manuel Preuss und Hans Jörg Endruhn im Kreise ihrer Züchterfreunde am Rande der Ausstellung auf dem Forsthof Glaisin.
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Manuel Preuss und Hans Jörg Endruhn im Kreise ihrer Züchterfreunde am Rande der Ausstellung auf dem Forsthof Glaisin.

Traditionell trafen sich Brieftaubenzuchtvereine „Rauschende Schwingen“ Krenzlin und „Friedenstaube“ Malliß zum Jahresauftakt in Glaisin

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03. Januar 2016, 15:56 Uhr

Einige gurren und scheinen alles genau zu beobachten, andere wiederum sitzen majestätisch in ihren Käfigen: Brieftauben verschiedener Altersklassen und unterschiedlicher Farbschläge von Züchtern der Brieftaubenzuchtvereine „Rauschende Schwingen“ Krenzlin und „Friedenstaube“ Malliß ziehen die Blicke der Experten und Gäste beim traditionellen Jahresauftakt am Sonnabendnachmittag auf dem Forsthof Glaisin auf sich.

Günther Möller, erfahrener Züchter und langjähriges Vereinsmitglied, gibt seinen Tauben auch Namen. „Heute habe ich Adele mitgebracht und sie wird dann auch zur Versteigerung mit angeboten“, so der Züchter, der schon vor zwei Jahren mit seiner Jungtaube Sina bei der Bewertung durch den erfahrenen Preisrichter Erwin Klatt aus Schwerin ganz vorn mit dabei war. Bewertet werden bei den Tieren der Rücken, der Gesamteindruck der Taube, das Gefieder und das Gleichgewicht der Taube in der Hand. An diesem Tag holte sich Günther Möller in der Klasse Jährige Weibchen den Sieg. Auch die anderen Wertungsergebnisse stehen fest: In der Klasse Vögel, also männliche Tauben, steht Manuel Preuss aus Alt Krenzlin, der Vorsitzende des Krenzliner Brieftaubenzuchtvereins, ganz oben, in der Klasse Weibchen gewann Klaus-Dieter Kühnel aus Woosmer, in der Klasse Jährige Vögel erhielt Hans Jörg Endruhn das beste Wertungsergebnis. In der Klasse Jungtauben holte sich Joachim Nettel aus Dömitz den Sieg. Gesamtsieger der Ausstellung zum Beginn des Jahres 2016, die zugleich auch einen Erfahrungsaustausch mit einem gemütlichen Beisammensein umfasst, wurde Hans Jörg Endruhn aus Glaisin. „Fünf Tiere habe ich hier in Glaisin ausgestellt“, so der 59-Jährige, der seit 1994 Mitglied im Krenzliner Brieftaubenzuchtverein ist und sich über die hohe Punktzahl durch den Preisrichter freut. „Von den Punktzahlen her liege ich Manuel Preuss so ziemlich gleich“, schnunzelt Hans Jörg Endruhn. Tauben züchtet er schon seit der 1. Klasse, auch sein Vater, sein Großvater und der Bruder seines Großvaters hatten es die Brieftauben angetan. Aber so richtig zur Brieftaubenzucht ist der Glaisiner erst durch seinen Nachbarn gekommen. Aber es ist ein teures Hobby, sagte Hans Jörg Endruhn. „Futter, Impfungen und anderes mehr, da kommt schon was zusammen“, so der Züchter, der 50 Tiere zu Hause hat.

Insgesamt 55 Tiere wurden am Sonnabend im Forsthof Glaisin ausgestellt. Zwölf Züchter zählen zum Stamm des Krenzliner Vereins, drei waren an diesem Tag vom Mallisser Verein da. „Nach der Wende hatten wir ein paar Jahre Pause, aber seit drei Jahren findet die Ausstellung zu Beginn eines neuen Jahres auf dem Forsthof statt“, sagte Manuel Preuss. Er selbst hat 35 Tauben, und seit seinem 15. Lebensjahr geht er diesem Hobby nach. Am Sonnabend ging es für die gefiederten Langstreckenflieger nicht in die Luft, da war der gute Gesamteindruck gefragt, um den Preisrichter zu überzeugen. „Mit den Flügen geht es erst wieder im Mai los“, so Manuel Preuss. „Zunächst stehen die kürzeren Strecken an, dann werden es von Woche zu Woche bis Ende August mehr Kilometer. Bei hundert Kilometern beginnen die Flüge, die dann bei rund 670 Kilometern enden“, ergänzt der Krenzliner Vereinsvorsitzende. Mit drei bis fünf Jahren haben Brieftauben ihren Leistungszenit, danach dienen sie vor allem der Zucht. Bis zu 15 Jahre alt können die kleinen ausdauernden Flieger werden. An zwölf Wochenenden hintereinander gehen die Top-Athleten der Lüfte auf Kurs. Die Mallisser und Krenzliner Züchter gehören der Reisevereinigung Hagenow an. Gemeinsam werden die Tauben zum Auflassungsort gebracht. Die Tiere finden zielsicher ihre Heimatschläge - einfach faszinierend.

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