zur Navigation springen

Kreuzung besetzt : Protest gegen Lärm lähmte Verkehr

vom

Die Demo von etwa 150 Protestlern gegen Straßenlärm auf der Ludwigsluster Käthe-Kollwitz-Straße lähmte gestern für zehn Minuten den Verkehrsfluss. Die Protestierer besetzten zwischen 11.25 und 11.35 Uhr eine Kreuzung.

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2012 | 06:16 Uhr

Ludwigslust | Chance genutzt: Die Demonstration von etwa 150 Protestlern gegen Straßenlärm am gestrigen Tag auf der Ludwigsluster Käthe-Kollwitz-Straße lähmte für zehn Minuten den Verkehrsfluss, hievte die Anti-Lärm-Initiative der Anlieger entlang der gemeinsam verlaufenden Bundesstraßen 106/191 in die Medien. Mit Transparenten vorweg, besetzten die Protestierer die Kreuzung Breite-Straße, Neue Straße, Käthe-Kollwitz-Straße für zehn Minuten. An der Spitze machten sich auch die 1. stellvertretende Bürgermeisterin Petra Billerbeck und der seit Jahren gegen die Lärmbelästigung auf der Magistrale kämpfende Richard Ricke zwischen 11.25 und 11.35 Uhr Luft.

Die im sich aufstauenden Verkehr wartenden Verkehrsteilnehmer nahmen die Wartezeit im Verlauf der stets friedlichen Kundgebung ohne Murren hin, lautete die Info aus der Polizeiinspektion Ludwigslust. Es gab sogar sporadisch einen kurzen Meinungsaustausch zwischen Passanten und Brummifahrern. Eine seltene Gelegenheit auf der zentralen Verbindungstrasse für den Fernverkehr in und aus Richtung Schwerin durch die Lindenstadt.

Exakt auf diese Dauerbelastung aus Lärm, Abgasen und Gefahren durch zu schnelles Fahren zielte die Demonstration ab, wie Richard Ricke in Kameras und Mikrofone hinein verkündete. Der öffentliche Protest sei nach den Ausführungen Rickes schon lange gegen diese durchaus krankmachenden Auswirkungen überfällig gewesen. Nun müsse weiter Überzeugungsarbeit zum Landesstraßenbauamt getragen werden, damit der Dauerstress für die Anwohner entlang der Magistrale insbesondere durch die täglich Lkw-Flut geändert wird.

Diesen Fingerzeig durch den kurzzeitigen Protestmarsch will auch die Stadt genutzt wissen, meinte Petra Billerbeck, das Anti-Lärm-Transparent fest in den Händen haltend. Die Stadt Ludwigslust sitzt mit den Anliegern bereits seit 2008 in einem Boot. Es wird seitdem immer wieder versucht, mit Verkehrszählungen, Konzepten und Vorschlägen den Baulastträger, das Landesstraßenbauamt Schwerin, und die Kreisverwaltung dazu zu bewegen, nicht nur auf der "Stadtautobahn" Käthe-Kollwitz-Straße, sondern auch für die Wöbbeliner, Neustädter und Clara-Zetkin-Straße eine ausreichende Lärmreduzierung einzuleiten, so Billerbeck. Nach den ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen befahren täglich 17 000 Fahrzeuge diese Doppel-Bundesstraße im Stadtbereich. Die derzeit geltende Geschwindigkeitsbeschränkung wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, meinte die stellvertretende Bürgermeisterin, jedoch gehörte eine kontinuierliche Verkehrsüberwachung dazu. Sonst blieben die Verkehrsschilder nur ein unbeachteter Farbtupfer am Straßenrand.

Es bleibt jetzt abzuwarten, ob diese zentrale Kundgebung und die bislang über 180 Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung in Schwerin Früchte tragen werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen