zur Navigation springen

Dömitz : „Problemkind“ Festung: Sanieren und vermarkten

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ausschussvorsitzender fordert vernünftiges Management. Sicherung des Kommandantenhauses angeschoben

Die Wanderer der Volkssolidarität hatten die Festung noch gar nicht ganz verlassen, da rückten schon die Mitstreiter des Förderkreises Festung Dömitz an, um den Zapfenstreich zum Saisonausklang vorzubereiten. Zwei Veranstalter wollten an ein und demselben Tag Besucher auf das historische Areal locken – offenbar unbeabsichtigt, wie sich auf der jüngsten Sitzung des städtischen Kultur- und Sozialausschusses zeigte. Für Ausschussvorsitzenden Martin Larsen ein typisches Beispiel für das, was in Bezug auf die Festung seiner Meinung nach nicht läuft. Deshalb hatte er die Festung auf die Tagesordnung gesetzt.

„Die Stadt muss sich endlich dazu positionieren, wohin wir mit der Festung wollen“, sagte Martin Larsen. „Sie ist ein Museum. Aber soll sie auch Spielstätte für Rock, Pop, Operette und anderes sein?“ Mindestens drei Konzepte seien dazu seit Anfang der 1990er-Jahre geschrieben worden, gute Konzepte mit guten Ansätzen. „Aber nichts davon wurde umgesetzt. In den 17 Jahren, in denen ich in dieser Stadt lebe, hat sich nichts getan.“ Dabei bekommt die Festung als Spielstätte oft gute Kritiken. „Der Leiter des Landespolizeiorchesters war total happy über die Akustik“, sagte Volker Pansch vom Förderkreis.

Martin Larsen erklärte, dass man ein vernünftiges Management brauche, jemanden, der sich um die Vermarktung, um Koordinierung von Terminen, aber auch um technische Fragen kümmert. „Veranstalter erwarten keinen roten Teppich, aber wollen auch nicht Bittsteller sein müssen, um die Toiletten nutzen oder einen Backstage-Bereich für die Künstler bekommen zu können“, so Larsen, der selbst viele Veranstaltungen auf der Festung organisiert hat.

Der stellvertretende Bürgermeister Klaus Löwe zeigte sich skeptisch: „Wir können mit vielen Visionen den Abend füllen, müssen aber auch über die finanzielle Seite reden. Die Kommunalaufsicht würde uns nicht eine Planstelle für ein Festungsmanagement genehmigen.“ Martin Larsen, der gemeinsam mit einem Partner selbst ein Unternehmen für die Spielstätte Festung gegründet und ein Konzept vorgelegt hatte, sich als Unternehmer jetzt aber eher zurückhalten will, hielt dagegen: „Wir müssen jemanden finden, der kein Geld kostet. Und wir müssen entscheiden, was wir wollen“, so Larsen. „Soll der Festungsinnenhof auch Spielstätte sein, dann muss etwas passieren.“ Martin Larsen will das Thema „Vermarktung der Festung“ jetzt in die Stadtvertretung tragen und für die Gründung eines Arbeitskreises plädieren.

Auch für Bürgermeister Helmut Bode ist die Vermarktung der Festung ein Thema, aber im Moment nicht das vordringlichste, wie er auf SVZ-Anfrage mit Blick auf den baulichen Zustand des Kommandantenhauses erklärte. Im Juli hatte er es sperren müssen, weil die Verkehrssicherheit in dem alten Gemäuer nicht mehr gegeben ist. Und während der erforderlichen Sanierung wären Konzerte und andere Veranstaltungen ohnehin erst einmal nicht möglich.

Zunächst aber ist nur die Sicherung des Gebäudes auf den Weg gebracht worden. Die erforderlichen Architekten- und Statikerleistungen sind nach einer Dringlichkeitsentscheidung des Bürgermeisters ausgeschrieben worden. „Die Sicherungsmaßnahmen sollen im Oktober beginnen, so dass anschließend zumindest die Mitarbeiter das Haus betreten und Exponate herausholen können, um Teile der Ausstellung schnell wieder für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen“, so Bode. Sie sollen dann in der Hauptwache präsentiert werden. Die Sicherungsarbeiten müsse die Stadt selbst bezahlen, könne aber mit Unterstützung von der Denkmalpflege rechnen.  Was die große Sanierung des Kommandantenhauses angeht, setzt Helmut Bode seine Hoffnung auf einen Termin am 10. Oktober. Dann soll es ein Gespräch mit Vertretern von Energie- und Landwirtschaftsministerium geben. Auch die neue Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat den Fall „Festung Dömitz“ bereits auf ihrem Tisch.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen