Neustadt-Glewe : Probleme bei Abriss alter Elde-Brücke

<fettakgl>Ein Spezialbagger </fettakgl>schlägt die Betonplatte der Brücke auf.<foto>andreas münchow</foto>
Ein Spezialbagger schlägt die Betonplatte der Brücke auf.andreas münchow

Die alte Elde-Brücke in Neustadt-Glewe steht immer noch. Es gibt Probleme beim Abriss, denn der Stahl in der Brückenplatte verhindert den schnellen Abbruch. Nächste Woche wird entschiedung, wie es weitergeht.

svz.de von
08. Januar 2013, 11:02 Uhr

Neustadt-Glewe | Ein Bagger hämmert auf den Beton. Obwohl es regnerisch ist, steigt dann und wann eine Staubwolke auf. Die Neustädter Brücke über die Elde-Müritz-Wasserstraße - nach Weihnachten und Jahreswechsel wird jetzt wieder gebaut. Oder richtiger: abgerissen.

Denn noch immer ragt der alte Brückenkörper von einem Ufer zum anderen, konnte mit dem eigentlichen Abriss nicht begonnen werden. Baubevollmächtigter Dirk Valentin von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) erklärt: "Trennschnitte in der alten Brückenplatte haben gezeigt, dass im Beton Stahlträger als Bewehrung vorhanden sind. Leider gibt es keine alten Baupläne. So wissen wir nicht über die komplette Bewehrung Bescheid."

Deshalb besteht die Gefahr, dass beim Durchtrennen der Brückenplatte auch Stahlträger im Beton beschädigt werden. Dadurch wiederum könnte die gesamte Statik der Platte gefährdet sein. Im schlimmsten Fall droht dann ein Einsturz. Dirk Valentin: "Wir prüfen gegenwärtig, ob die Brückenplatte auf ein Traggerüst gesetzt oder direkt per Kran abgehoben wird." Schon nächste Woche soll die Entscheidung fallen.

Trotzdem ruht die Arbeit auf der Brücke nicht. Der Fahrbahnbelag ist bereits abgetragen. Jetzt sind Arbeiter mit dem Aufschlagen des Betons beschäftigt.

Eigentlich war die Inbetriebnahme der neuen Kreuzungsanlage Schleuse Neustadt-Glewe, wie die Baumaßnahme offiziell heißt, für April 2013 geplant. Danach sollte auch die jetzige Behelfsumfahrung zurückgebaut werden. Die neue Brücke wird eine Gesamtfläche von 211 Quadratmeter haben. Entgegen der alten Brücke stützt sich das künftige Bauwerk nicht mehr auf die Schleusenkammer. Die neue Brücke wird eine größere Spannweite haben und von jeweils vier Pfeilern auf jeder Flussseite getragen. Weil der Baugrund stark versandet ist, gehen die Stützpfeiler ca. 25 bis 35 Meter tief in die Erde.

Die gesamten Bauarbeiten kosten laut Planungen etwa 1,8 Millionen Euro. Entsprechend einer Vereinbarung teilen sich die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und die Straßenbauverwaltung die Kosten.

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