Ludwigslust : Prinzenpalais ist eine trostlose Ruine

Ein Bauzaun umgibt den maroden Gebäudekomplex und soll verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen.
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Ein Bauzaun umgibt den maroden Gebäudekomplex und soll verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen.

Das ehemalige Prinzenpalais Am Bassin in Ludwigslust ist in einem traurigen, augenscheinlich sogar gefährlichen Zustand.

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28. Dezember 2013, 09:00 Uhr

Das ehemalige Prinzenpalais Am Bassin in Ludwigslust ist in einem traurigen, augenscheinlich sogar gefährlichen Zustand. Große Teile des Daches sind eingefallen, Planen wehen herum, Bauzäune versuchen zu verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen. Ein Schandfleck im weiten parkähnlichen Rund zwischen Schloss und Stadtkirche – exklusivste Ludwigsluster Gegend. Wind und Wetter haben dem Bau zugesetzt. Ein Brandschaden hat zudem dafür gesorgt, dass das Gebäude nicht mehr als eine trostlose Ruine ist. Der Besitzer, ein Hamburger Unternehmer, hat hochfliegende Pläne mit der Immobilie. Aus ihnen ist allerdings bisher nichts geworden. Seinerzeit sollten hier Seniorenwohnungen für den gehobenen Bedarf entstehen. Diese lassen bis heute auf sich warten.

Im Gegenteil. Der Zustand des Gebäudekomplexes hat sich so verschlechtert, dass nun ein Schaden für die Allgemeinheit droht. Das hat schon seit längerer Zeit die Stadt auf den Plan gerufen. Nachdem alle Gesprächsbemühungen letztlich nichts brachten, versicherte sich die Verwaltung der Unterstützung der Unteren Denkmalbehörde, die beim Landkreis angesiedelt ist. Die versuchte ihrerseits, Kontakt mit dem Eigentümer des Areals aufzunehmen, wie Fachdienstleiter Andreas Wißuwa bestätigt. Wegen der Dringlichkeit hat man beim Landkreis eine Verfügung mit sofortigem Vollzug erlassen, damit Sicherungsmaßnahmen an dem Gebäude durchgeführt werden, die eine weitere Verschlechterung des Bauzustandes verhindern sollen. Die Reaktion lasse auf sich warten, sagt Wißuwa.

Allerdings seien die Fristen noch nicht abgelaufen. Bis zum Jahresende muss sich der Eigentümer des Prinzenpalais jedoch dazu äußern. Tut er dies nicht, wäre die nächste Phase die Anordnung eines Zwangsgeldes, um ihn zum Handeln aufzufordern. Am Ende stünde die Ersatzvornahme durch den Landkreis, das heißt, Steuermittel würden letztlich eingesetzt, um dieses Gebäude zu sichern, damit Unbeteiligten kein Schaden entstehen kann. Die Kosten dafür müsste der Eigentümer tragen. Dieser hat allerdings auch die Möglichkeit, weitere Maßnahmen zu ergreifen. So kann er zum Beispiel Widerspruch gegen die aktuelle Verfügung des Landkreises einlegen. Diese allerdings hätte wegen der Dringlichkeit der Maßnahmen keine aufschiebende Wirkung, das heißt, er müsste trotzdem umgehend die erforderlichen Baumaßnahmen ergreifen. Eine weitere Möglichkeit besteht laut Wißuwa in der Anrufung des Verwaltungsgerichtes Schwerin, den sofortigen Vollzug der Anordnung des Landkreises wieder aufzuheben. Alles dauert seine Zeit…

Das Prinzenpalais gehört zu den geschichtsträchtigen Ludwigsluster Häusern. Um 1765 war es durch Baumeister Johann Joachim Busch als Wohnhaus für Kammerherren und Adlige errichtet worden. Geblieben ist eine Beschreibung auf der Internetseite des Architektenbüros, woraus der Interessierte entnimmt, dass es dafür sogar 2000 den ersten Platz in einem Wettbewerb gewonnen hat.

Heute klingen die Worte nur noch unfreiwillig komisch, wofür die Verfasser allerdings am wenigsten können: „Bei der Entwicklung der Grundrisse wurde auf die ausgewogene Abstufung öffentlicher und privater Bereiche geachtet“, heißt es da. „Die Qualitäten reichen von gemeinschaftlichen Räumen zur Freizeitgestaltung und für öffentliche Veranstaltungen über den halböffentlichen Wohnhof und kommunikative Zonen im Wohnungsvorbereich bis zum Rückzugsort der eigenen vier Wände mit dazugehörigem privatem Außenraum.“ Schwer vorstellbar!

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