Ludwigslust : Praktikum in der Heimat

Johannes Franke fuhr bei der Velo Classico Germany 2017 auf seinem neuen alten Fahrrad mit.
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Johannes Franke fuhr bei der Velo Classico Germany 2017 auf seinem neuen alten Fahrrad mit.

Der Ludwigsluster Johannes Franke würde nach Studium gern zurückkehren. Jetzt arbeitete er im Rathaus

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28. September 2017, 07:00 Uhr

Noch studiert Johannes Franke in Halle an der Saale. Doch nach dem Studium würde der Ludwigsluster gern in seine Heimatstadt zurückkehren. Die Stadtverwaltung wäre beruflich eine Option. Um festzustellen, ob das tatsächlich passt, absolvierte der 21-Jährige jetzt ein Praktikum im Rathaus – und machte bei vielen Mitarbeitern Eindruck. „Es war eine tolle Zusammenarbeit“, sagt Wirtschaftsförderer Henrik Wegner. „Johannes’ Fachwissen hat eine Menge ausgemacht.“

Das Studienfach von Johannes Franke klingt zunächst nicht nach Verwaltungsarbeit. „Ich studiere an der Martin-Luther-Universität Geografie“, erklärt der 21-Jährige. „Aber das Studium ist sehr breit gefächert, beschäftigt sich nicht nur mit der physischen Geografie, sondern unter anderem auch mit Gewässergüte, Bodenkunde, Wirtschafts- und Sozialgeografie.“ Was daraus beruflich eines Tages werden soll, war für den Ludwigsluster schon bei der Entscheidung für das Studienfach klar. „Ich möchte in Richtung Regionalmanagement oder Wirtschaftsförderung gehen“, erklärt Johannes Franke. Da war der Platz an der Seite des Ludwigsluster Wirtschaftsförderers genau richtig – und bot viel Abwechslung.

Vom Abend der offenen Unternehmen schrieb Johannes Franke einen Bericht für den Stadtanzeiger aus Sicht eines jungen Menschen. Er begleitete Henrik Wegner zu Besprechungen und Beratungen. Und gemeinsam schilderten sie Teile der Velo-Classico-Strecken aus. Und nicht nur das. Mit der Startnummer 500 ging der 21-Jährige auch selbst an den Start der Genießerrunde. „Damit es besser ins Bild passt, habe ich mir extra noch ein altes Fahrrad gekauft“, erzählt Johannes Franke. „Es stand in Eldena an einem Gartenzaun und wurde zum Kauf angeboten.“ Sein Hauptaugenmerk lag in den vergangenen knapp vier Wochen jedoch auf dem Ludwigsluster Wochenmarkt.

Nach einem Beschluss der Stadtvertreter soll der Wochenmarkt aufgewertet werden. Über das Wie soll eine Studie Auskunft geben, die die Cima Beratung + Management GmbH erstellt. Ein Teil der dafür notwendigen Arbeiten erfolgt aber in Ludwigslust. „Und da war Johannes ein echter Glücksgriff“, sagt Henrik Wegner. Der 21-Jährige recherchierte im Internet, wie der Markt präsentiert wird und was über andere Märkte in der Region zu finden ist. Er zählte die Besucher, sprach mit dem Marktleiter und befragte die Kunden. „Mit den Leuten zu reden, hat echt Spaß gemacht“, sagt Johannes. „Es war interessant, direkt ihre Meinung zu hören, und man hat auch nebenbei so einiges erfahren.“ Die Auswertung erfolgt durch die Cima, die daraus Handlungsempfehlungen ableitet. Darauf ist der Praktikant gespannt: „Aber weniger auf das eigentliche Ergebnis, als vielmehr darauf, wie Kunden und Händler auf dem Weg dorthin mitgenommen werden.“

Heute hat Johannes Franke seinen letzten Arbeitstag im Rathaus – vorerst jedenfalls. „Dieser Blick hinter die Kulissen des Rathauses war sehr interessant“, resümiert der Student. „Ich möchte beruflich auf jeden Fall in diese Richtung gehen.“ Und das durchaus in seinem Ludwigslust. „Wenn man sich mit einer Stadt nicht identifiziert, kann man dort doch auch nichts bewegen“, meint der Bachelor-Student und erntet Zustimmung bei Henrik Wegner. Der Wirtschaftsförderer freut sich über diese Ansicht: „Unser Ziel ist es doch, junge aufgeschlossene Leute als Fachkräfte in die Region zurückzuholen.“ 

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