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Neustadt-Glewe : Präsidentin für faires Miteinander

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Silvia Weinaug (SPD) ist neue Stadtpräsidentin in Neustadt-Glewe / CDU verzichtete auf Kandidaten-Vorschlag wegen Wahleinbußen

Großes Schweigen gleich zu Beginn der ersten Stadtvertretersitzung nach der Kommunalwahl: Auf die Bitte des Alterspräsidenten Peter Warnecke an die Fraktionen, Kandidaten für den neuen Stadtpräsidenten vorzuschlagen, tat sich am Donnerstagabend im Remter der Burg erstmal gar nichts. Nach langer Pause erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Rosenkranz schließlich, dass die CDU zwar als stärkste Fraktion im Parlament nach gutem Brauch das Vorschlagsrecht habe. Diesmal aber darauf verzichte, weil man wegen der Stimmeneinbußen ein Mandat verloren habe. Die Neustädter CDU habe etwa 600 Stimmen weniger als vor fünf Jahren bekommen. „Wir nehmen das Ergebnis mit Respekt zur Kenntnis“, so Rosenkranz. Doch die Besetzung des Stadtpräsidenten überlasse man nun lieber den anderen beiden Fraktionen. Daraufhin schlug Jürgen Rosenbrock von der SPD seine Parteifreundin Silvia Weinaug vor, die dann mit zehn Ja-Stimmen bei acht Enthaltungen gewählt wurde. Sie gehe mit Herzklopfen in das neue Amt, sagte sie nach ihrer Wahl. Vor dem Hintergrund der schlechten finanziellen Rahmenbedingungen hoffe sie im Interesse der Stadt mit allen Fraktionen gut und vor allem fair zusammenzuarbeiten.

Ganz neu in die Stadtvertretung gewählt ist neben Wolfgang Lau (SPD), Silke Schulz (CDU) auch der Einzelbewerber Axel Kröger. Der 61-Jährige holte mit 536 Stimmen hinter Dr. Peter Schletter (CDU) die meisten Stimmen und hätte damit aufgrund des Anteils an den Gesamtstimmen zwei Sitze einnehmen können. „Ich muss mich an das neue Gefühl erstmal gewöhnen und die Spielregeln lernen“, sagte er in einer Sitzungspause. Er war angetreten, um eine Kleinstadt, wie Neustadt-Glewe, unabhängig von irgendwelchen Fraktionszwängen mit den anderen Stadtvertretern voranzubringen. Kröger, dessen Urgroßvater nach dem Krieg erster Bürgermeister von Neustadt war und dessen Vater dann nach der Wende Bürgermeister von Neustadt wurde, will sich fair und engagiert für seine Stadt einsetzten. Dass das für ihn mitunter nicht einfach werde, habe ihm die Wahl der Ausschussmitglieder am Donnerstag gezeigt. „Hier will mich aus den Fraktionen offenbar keiner haben“, sagte er. So wird Kröger weiterhin nur Gast bei den Ausschusssitzungen sein. Immerhin: Als Stadtvertreter darf er jetzt auch bei nichtöffentlichen Angelegenheiten bleiben.

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erstellt am 21.Jun.2014 | 07:00 Uhr

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