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Vom Land ausgezeichnete Schüler-Fotoausstellung nicht willkommen : Prämierte Foto-Ausstellung abgehängt

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Nur wenige Tage hing eine Fotoausstellung im Landratsamt Ludwigslust, die noch Monate zuvor mit einem Sonderpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Medienkompetenz bedacht worden war. Dann wurde sie abgehangen.

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 12:14 Uhr

Ludwigslust | Nur wenige Tage hing eine Fotoausstellung im Landratsamt Ludwigslust, die noch Monate zuvor mit einem Sonderpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Medienkompetenz bedacht worden war. Dann wurde sie abgehangen. Die Betroffenen sind Jugendliche, die das Goethe-Gymnasium der Lindenstadt besuchen. Als Foto-AG haben sie im vergangenen Jahr die Ausstellung "Homeland in war" (Heimat im Krieg) initiiert, um mit Menschen über kriegerische Konflikte und den Folgen in einem Dialog zu treten. Die Gründe, weshalb die Ausstellung im Foyer des Landratsamtes plötzlich amtlich beendet wurde, erkläre auch nicht das Schreiben aus dem Verwaltungshaus, kritisierten sechs Jugendliche aus der Foto-AG-Gruppe.

Wie der Foto-AG in einem nicht offiziellen Schreiben eines Kreisbediensteten mitgeteilt wurde, hätten "die unkommentierten Fotos großes Entsetzen und spielerische Handlungen bei Kindern ausgelöst". Wäre er bei der Vorbereitung im Landratsamt dabei gewesen, "hätte die Ausstellung so nie stattgefunden", lautet eine weiter Passage.

"Wir finden diese Haltung und das Schreiben schon krass", meinen Marcus, Anne, Vito, Poppy, Nina und Daniel im Gespräch mit der SVZ. "Die Grundidee war und ist, vor Krieg, den Folgen, Radikalismus und, wie man gerade erlebt, der Gefahr durch Rechte zu warnen", erklärt der 17-jährige Marcus. "Wir wussten, dass es zu Konflikten kommt, suchen jedoch nicht die Konfrontation, vielmehr den Dialog. Wir möchten aufzeigen, dass die Jugend sich der Aufgabe, für eine friedliche Zukunft aktiv zu sein, durchaus bewusst ist. Wir treten für den Schutz von Demokratie und Frieden ein. Das ist Sinn unserer Anstrengungen."

Die Mühen waren nicht gering, wie auch Christian "Moe" Möller aufklärt. Moe ist Profi der audio-visuellen Medienbranche und kann als Mentor der Ludwigsluster und zwei weiterer Foto-AGs an der Regionalen Schule in Banzkow und am Fritz-Reuter-Gymnasium Schwerin bezeichnet werden. "Das Projekt hat den Schülern und auch mir alles abverlangt. Die inszenierten Schauplätze vor den Rathäusern in Lulu, Grabow, im Strandbad Neustadt und vor dem Schloss zeigten deutlich, wie Krieg alles zerstören kann. Wir haben ebenso aufgezeigt, dass es Mittel gibt, Schrecken wie Krieg es ist, zu bannen. Die gelebte Demokratie und der offene Dialog eignen sich bestens dafür. Deshalb habe ich mein Wissen und Können gern in den Dienst der Sache gestellt", ist Moe Möller stolz auf die Arbeit der Jugendlichen. Die können zusätzlich auch sein Fotoatelier und Apparaturen nutzen.

Ungebremsten Zuspruch gab es mittlerweile für die Projektmacher von ihrem Schulleiter, Ekkehard Detenhoff, und von Bürgermeister Reinhard Mach. Die Ausstellung, die vom Land eine finanziell Unterstützung zugesagt bekommen habe, so Moe Möller, soll inkürze im Ludwigsluster Luna Filmtheater ausgestellt werden. Die Finanzhilfe sei das Land jedoch noch säumig.

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