Dömitz : Polizei kontrollierte Laster an B 191

Polizei-Hauptmeister Klaus Ehlert (r.) wertet mit einem Brummi-Fahrer die Daten aus dessen Kontrollgerät aus. Fotos: münchow
1 von 2
Polizei-Hauptmeister Klaus Ehlert (r.) wertet mit einem Brummi-Fahrer die Daten aus dessen Kontrollgerät aus. Fotos: münchow

Beamte überprüften bei Dömitz 51 Laster / Beanstandungen hauptsächlich wegen Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten

von
11. Februar 2014, 20:00 Uhr

Polizei-Hauptmeister Klaus Ehlert hebt die rot-weiße Anhaltekelle, winkt den Laster von der Straße. Dann geleitet der Beamte den Lkw auf den benachbarten Parkplatz.

Viele Brummi-Fahrer, die gestern Vormittag auf der B 191 und der B 195 unterwegs waren, mussten ihre Tour bei Dömitz unterbrechen. Grund: Die Polizei führte auf dem Parkplatz, der unmittelbar an der Kreuzung beider Bundesstraßen liegt, eine großangelegte Lkw-Kontrolle durch. Den Laster, den Ehlert gerade zur Kontrolle gewunken hatte, nahm Polizei-Hauptmeister Norbert Peglow-Schug unter die Lupe. „Ich habe Leergut geladen“, sagte der Fahrer, nachdem er Führerschein und Fahrzeugpapiere vorgelegt hatte. Dann bat Peglow-Schug ihn, die Ladeklappe zu öffnen. Die Ladefläche war zu etwa zwei Dritteln mit Kästen voller leerer Flaschen beladen. Allerdings: Die Kästen waren nicht durch die extra auf dem Lkw installierte Einrichtung gesichert. Der Fahrer wurde aufgefordert, seine Ladung umgehend noch vor Ort zu sichern. „Manche Fahrer sind zu bequem, ihre Ladung entsprechend zu sichern. Oft ist das auch eine Zeitfrage“, erläutert Polizei-Hauptkommissar Mathias Elert, der die gestrige Kontrolle leitete.

Überhaupt spielt Zeit in der Speditions-Branche eine große Rolle. Deshalb legen die Beamten besonders großen Wert auf die Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten. Rund 75 Prozent aller Laster führen inzwischen ein digitales Kartenkontrollgerät mit. Das sind Lkw, die nach dem 30. April 2006 zugelassen wurden. Mit einem so genannten Download Key und einer Kontrollkarte können die Polizisten alle Daten aus diesem Kartenkontrollgerät abrufen und in kürzester Zeit ermitteln, ob, wann und in welcher Größenordnung gegebenenfalls Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten wurden. Die restlichen 25 Prozent der Laster führen noch den alten analogen Fahrtenschreiber mit, dessen Auswertung erheblich mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Für einen Lkw ermitteln die Beamten, dass der Fahrer an einem der letzten Tage 11,40 Stunden gefahren ist. Einsatzleiter Elert: „Erlaubt sind nur maximal neun Stunden pro Tag, zweimal in der Woche auch zehn Stunden. Nach viereinhalb Stunden Fahrt muss eine Pause von 45 Minuten eingelegt werden.“ Dem Fahrer droht jetzt ein Bußgeld. Viele Brummi-Fahrer sehen sich einem zunehmenden Druck seitens ihrer Speditionen ausgesetzt, es mit den Lenkzeiten nicht so genau zu nehmen. Grund ist der Konkurrenzkampf in der Branche. Allerdings können auch Speditionen bei Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeiten zur Kasse gebeten werden, sodass hier offenbar ein Umdenken erfolgt, sagt Hauptkommissar Elert. Trotzdem kommen immer wieder zum Teil extreme Überschreitungen zustande, wie Polizei-Hauptmeister Klaus Ehlert weiß: „Ich kann mich an einen Fall erinnern, in dem der Fahrer gleich 14 Stunden an einem Tag gefahren ist.“

Aber nicht nur um Lenkzeiten ging es bei der gestrigen Kontrolle. Polizei-Hauptkommissar Armin Pey, im Autobahnpolizeirevier Stolpe Gruppenführer für die Besondere Verkehrsüberwachung, sagt: „Wir prüfen unter anderem auch, ob die Bestimmungen des Gefahrgutrechts eingehalten werden, die jeweilige Ladung gesichert ist und natürlich den technischen Zustand der Fahrzeuge.“ Ein Klassiker zum Beispiel bei mangelnder Ladungssicherung seien kaputte Spanngurte. „Es gibt Fahrer, die zerrissene Gurte wieder zusammen knoten“, weiß Einsatzleiter Mathias Elert. „Wir nennen das ,Angstknoten’. Das ist natürlich nicht zulässig.“

Insgesamt kontrollierten die Beamten gestern von 8 bis 13 Uhr auf dem Parkplatz bei Dömitz 51 Laster. Bei acht davon gab es Beanstandungen. Hauptmangel war die Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten.

Gleichzeitig fand im Autobahndreieck Schwerin eine Geschwindigkeitskontrolle in Fahrtrichtung Berlin statt. Hier wurden innerhalb von fünf Stunden 2587 Fahrzeuge gemessen, von denen 343 zu schnell unterwegs waren. Am schnellsten fuhr ein Pkw, der bei 60 erlaubten km/h mit 144 km/h gemessen wurde.

Die Polizeieinsätze am gestrigen Tag fanden im Rahmen derzeitiger europaweiter Verkehrskontrollen statt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen