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Aktivisten trafen sich an den bedrohten Lewitz-Eichen : Politische Geschütze gegen Rodung

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Der angedachte Kahlschlag durch die Dammsanierung bewegt weiter die Gemüter. Am Wochenende trafen sich Rodungsgegner zu einem öffentlichen Naturspaziergang entlang der bedrohten Lewitz-Eichen.

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erstellt am 20.Aug.2012 | 07:01 Uhr

Neustadt-Glewe | Der angedachte Kahlschlag durch die Dammsanierung, der möglicherweise 270 Bäume, darunter 200-jährige Stieleichen und Buchen, zum Opfer fallen könnten, bewegt weiter die Gemüter. Am Wochenende trafen sich Rodungsgegner, darunter die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Silke Gajek, zu einem öffentlichen Naturspaziergang entlang der bedrohten Lewitz-Eichen.

"Da die Bundesbehörde es nicht für nötig hält darüber zu informieren, geben wir den Bürgern heute diese Gelegenheit", verdeutlicht der ehrenamtliche Naturschützer und Naturführer Ralf Ottmann. Mit dem Fahrrad ging es zuerst von Tuckhude in Richtung der bedrohten Bäume, bevor sich vor Ort ein genaueres Bild gemacht werden konnte. "Das ist heute so eine Art Sternenwanderung, bei der wir zeigen, was für ein Stück Natur Mecklenburg verloren gehen könnte", beschrieb Ottmann, der sich von der Veranstaltung die Gründung einer Bürgerinitiative oder zukünftige Proteste in jeglicher Form erhoffte. Dabei war es aktuell keineswegs ruhig um die Lewitz-Eichen geworden. So haben bereits über 600 Bürger ihren Unmut in Form einer Petition geäußert. Darin heißt es: "Wir die Unterzeichner dieser Petition protestieren gegen die geplanten Dammsanierungs- und Baumrodungsmaßnahmen im Europäischen Vogelschutzgebiet Lewitz." Weiterhin fordern sie die Rodungsmaßnahmen zeitlich auszusetzen und sind der Meinung, dass diese Maßnahme eine reine Verschwendung von Steuermitteln ist.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung begründet die Sanierung der Dammstrecke an der Stör-Wasserstraße mit der Bannung von Hochwassergefahren. Und dass, "obwohl es in den letzten 100 Jahren kein Hochwasserereignis gegeben hat und alle Schleusen in den letzten Jahren erneuert wurden", erläutert Ottmann. Ein weiteres Hauptargument sei, dass die Dämme durchwurzelt seien und somit die Sicherheit gefährden, erläutert Bündis90/Die Grünen Abgeordnete Ursula Karlowski. "Dabei haben wir früher gelernt, dass Bäume das Erdreich stabilisieren", so die umweltpolitische Sprecherin, die an die Lewitz gekommen war, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Zusätzlich hatte sie bereits im Vorfeld eine "kleine Anfrage" an den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern gestellt, die unter anderem klären soll, welchen Wert die Landesregierung dem derzeitigen Landschaftsbild beimisst und welche Möglichkeiten bestehen viele der Bäume zu erhalten. "Jetzt muss abgewartet werden, um dann die parlamentarischen Aktivitäten abzustimmen", erklärt die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Silke Gajek. Besonders interessieren die Abholzungsgegner die wirklichen Gründe für die geplante Rodung. "Denn was wirklich die Triebfeder dahinter ist, ist das große Fragezeichen", ist sich Ursula Karlowski sicher.

An der Dammsanierung an sich wollen die Aktivisten hingegen nicht rütteln. "Das was gemacht werden muss ist unumstritten, lediglich das Wie ist hier fraglich", fasst Ottmann die Bemühungen zusammen.

"Die Bäume sind das Bild und Gesicht der Lewitz und müssen deshalb erhalten werden", ist sich Silke Gajek sicher. "Es soll hier keine Wasserautobahn werden und wir wollen nicht befördern, dass die Leute hier noch unvernünftiger fahren", erklärt die Landtagsabgeordnete.

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