Ludwigslust : Politikerbesuch im Krankenhaus

Gesprächspartner zum Thema Krankenhaus: die CDU-Landtagsabgeordneten Detlef Lindner (l.), Maika Friemann-Jennert, Bernd Schubert und Christian Geier (r.) sowie Krankenhaus-Geschäftsführer und Stiftspropst Jürgen Stobbe (2. v. l.). An der Wand ein Bildnis der Stiftsgründerin Helene von Bülow, deren Namen das Westmecklenburg-Klinikum trägt. Es hat Symbolkraft – das soziale Werk, das sie begann, verantwortungsbewusst fortzuführen.
Foto:
1 von 1
Gesprächspartner zum Thema Krankenhaus: die CDU-Landtagsabgeordneten Detlef Lindner (l.), Maika Friemann-Jennert, Bernd Schubert und Christian Geier (r.) sowie Krankenhaus-Geschäftsführer und Stiftspropst Jürgen Stobbe (2. v. l.). An der Wand ein Bildnis der Stiftsgründerin Helene von Bülow, deren Namen das Westmecklenburg-Klinikum trägt. Es hat Symbolkraft – das soziale Werk, das sie begann, verantwortungsbewusst fortzuführen.

CDU-Sozialexperten aus dem Schweriner Landtag informieren sich am Ludwigsluster Standort des Westmecklenburg-Klinikums

von
31. Juli 2015, 07:00 Uhr

Seit Monaten ist das Ludwigsluster Krankenhaus in den Schlagzeilen. Wenn die Menschen aus der Stadt von ihm reden, sagen sie einfach nur „das Stift“. Seit Generationen begleitet es sie. Viele sind hier geboren, manche gestorben – der Pulsschlag des Lebens hatte immer etwas mit der Einrichtung zu tun. Das ist schon so, seit Helene von Bülow 1851 hier das Kinderhospital gründete.

Dieser Hintergrund spielt auch bei dem Gespräch eine Rolle, das Stiftspropst Jürgen Stobbe, einer der Geschäftsführer des Klinikums, mit der Politikergruppe aus dem Schweriner Landtag führt. Diese Verbundenheit mit dem Krankenhaus erklärt die Sorge vieler Ludwigsluster, es könnte ihnen eines Tages genommen werden.

Die Mitglieder des Sozialausschusses der CDU-Landtagsfraktion sind auf Sommertour. „Sie hat einen festen Platz im Terminkalender unseres Arbeitskreises.“, sagt dessen Leiter Bernd Schubert. In diesem Jahr sei die medizinische Versorgung im ländlichen Raum einer der Themenschwerpunkte.

Da ist die Gesprächsrunde dann schon mitten beim Thema. „Wir wollen auch in Zukunft sowohl in Ludwigslust als auch in Hagenow eine breite und gute medizinische Versorgung anbieten“, nennt der Stiftspropst die Prämisse. Und er erläutert den Ausschussmitgliedern, warum das mit den bisherigen Strukturen nicht möglich sei. Zwei breit aufgestellte Krankenhäuser mit jeweils 160 Betten – zu klein, um jedes für sich überlebensfähig zu sein. Stobbe bringt die demografische Entwicklung ins Spiel und die Tatsache, dass die Bevölkerung in Ludwigslust deutlich älter sei als die in Hagenow. Folgerichtig die Spezialisierungsrichtungen in der Lindenstadt: Innere Medizin, ambulante Versorgung. Bei letzterem beginnen die Schwierigkeiten mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die Ambulanzen im Krankenhaus nur dann gestattet, wenn kein niedergelassener Arzt vor Ort ist, der das Angebot ebenfalls vorhält.

Der Ärztemangel wird angesprochen. Viele Mediziner haben das Ludwigsluster Krankenhaus in den letzten Monaten verlassen. Der Propst stellt diesen Umstand in den Gesamtzusammenhang von 150 bis 180 fehlenden Fachärzten im gesamten Land. Dennoch verbreitet er Zuversicht, dass es gelingt, die fehlenden Stellen im Ludwigsluster Krankenhaus wieder zu besetzen. „Es ist ein ,Tal der Tränen‘, das wir gegenwärtig durchschreiten müssen, aber wir sind sicher, es zu schaffen.“, so Stobbe.

In der Tat scheint sich die Stimmung im Krankenhaus Ludwigslust zu verändern. Die Zahl der Mitarbeiter scheint zu wachsen, die genug von den Negativ-Schlagzeilen haben.

Ob es keine Angst vor einer Übernahme des Krankenhauses durch die Helios-Gruppe gäbe, wollen die Abgeordneten wissen. Das sei nicht zu befürchten, so Stobbe, weil alle wüssten, dass die Kartellbehörden nicht zustimmen würden. Ja, man sei von Privatanbietern „umzingelt“. Das Westmecklenburg-Klinikum kämpfe darum, gemeinnützig zu bleiben. „Für unsere Fraktion steht fest, dass nicht nur in den Oberzentren unseres Landes die Grund- und Regelversorgung sichergestellt bleiben muss. Keine Region darf dabei abgehängt werden. Die medizinische Versorgung darf sich nicht alleine an wirtschaftlichen Zwängen orientieren. Krankenhäuser haben auch eine wichtige soziale Funktion“, betont Bernd Schubert.

„Die Kooperation zwischen der Ludwigsluster Klinik und den HELIOS Kliniken in Schwerin im Bereich der Kardiologie ist ein gutes Beispiel. Die Klinikleitung betont, dass alle Patienten, die sich in Ludwigslust vorstellen, auch dort behandelt werden“, erklärt Maika Friemann-Jennert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen