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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 01:18 Uhr

Ludwigslust : Plauderstunde auf Englisch

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sie stammt aus England, ist Australierin und lebt in Ludwigslust: Anni Ellis will lockeren Gesprächskreis gründen

von
erstellt am 27.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Sie spricht fließend Englisch, kennt sich in britischer Historie bestens aus und hat sogar Verwandte auf der Insel. Alles kein Wunder, denn Anni Ellis ist gebürtige Engländerin. Seit 2012 aber lebt sie in Ludwigslust. Und möchte jetzt in der Lindenstadt einen lockeren Gesprächkreis bilden.

„Es soll keineswegs ein Sprachkurs sein“, erläutert Anni. „Wir wollen uns einfach nur ungezwungen auf Englisch unterhalten, dabei die Alltagssprache pflegen.“ Besondere Voraussetzungen hinsichtlich der englischen Sprache, wie bestimmte Schulabschlüsse, seien nicht notwendig. „Wer sich einfach mal Englisch unterhalten möchte, ist ebenso willkommen wie die Hotelfachfrau oder pensionierte Lehrerin, die ein Faible für die Sprache haben“, sagt Anni Ellis.

Die 74-Jährige hat übrigens nie in der Schule Deutsch gelernt. Mit 6 Jahren kam sie 1946 nach Deutschland, genauer nach Berlin. Ihr Vater war britischer Soldat und dort stationiert. Bis 1951 lebte Anni in Berlin, eignete sich hier die Sprache an. Dann ging es zurück auf die Insel. „Auch, wenn es die schwere Nachkriegszeit war, erinnere ich mich gerne an Berlin. Als Kind hatte ich hier eine glückliche Zeit“, so Anni Ellis. „Ich hatte irgendwie immer das Gefühl, in Deutschland glücklich sein zu können.“ Doch zunächst wurde nicht Deutschland, sondern Australien ihre zweite Heimat. Mit Ehemann und zwei Kindern wanderte Anni in den 60-er Jahren nach Australien aus. „Vor allem für unsere Kinder sahen wir damals in England angesichts der wirtschaftlichen Lage keine Zukunft“, erklärt sie. In Australien kamen später zwei weitere Kinder zur Welt. Anni aber verlor nie den Kontakt nach England, wo ihre Geschwister leben. Regelmäßig kam sie zu Besuch, reiste auch in andere europäische Länder. 2003 besuchte sie erstmals Rostock – und fühlte wohl schon damals: „Hier könnte es mir sehr gefallen.“ Drei Jahre später kam Anni wieder nach Rostock, um hier zu bleiben: „Die vielen Schiffe, die hierher kommen, die Geschichte der Stadt, die Menschen – ich war begeistert.“

In den folgenden Jahren betreute Anni in Rostock u. a. Passagiere der anlegenden Kreuzfahrtschiffe, arbeitete für sie als Stadtführerin.

Im Jahre 2012 schließlich beschloss Anni Ellis, sich zur Ruhe zu setzen. Und entschied sich für Ludwigslust. „Ich hatte die Stadt zuvor schon einmal besucht. Die Geschichte, das Schloss, die zentrale Lage zwischen Berlin, Hamburg, Rostock und Schwerin waren einige der Gründe, hierher zu ziehen“, schwärmt Anni. Vor allem aber erinnere Ludwigslust sie an ihre Geburtsstadt in England: „Ludwigslust ist eine ebenso kleine wie ruhige Stadt wie mein Geburtsort.“ Und dann sei sie in Lulu von den Menschen warmherzig aufgenommen worden.

Irgendwann will Anni Ellis wieder zurück zu ihren Kindern nach Australien gehen. „Aber erst, wenn ich ohne Hilfe nicht mehr auskomme. Man wird ja nicht jünger“, schmunzelt sie. Ihre Kinder übrigens stimmten sofort zu, als Anni (sie ist von ihrem Ehemann geschieden) nach Deutschland gegangen ist. „Sie wissen, dass ich gerne reise und ’juckende Füße‘, wie es bei uns heißt, habe“, lacht Anni.

Sie freut sich darauf, mit allen, die gerne mal Englisch reden möchten, zu plaudern. „Man kann sich dazu am Tage oder abends verabreden, im Café oder anderswo treffen“, meint Anni Ellis. Den entsprechenden Kontakt zu ihr stellt der Zebef e. V. her, Tel. 03874-57  18  15 oder 5  71  80.

 

 

 

 

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