Ludwigslust : Platz für neue Eigenheime

Im Industriegebiet TE 7 laufen die Bauarbeiten für das Logistikunternehmen „Fenix“.
Im Industriegebiet TE 7 laufen die Bauarbeiten für das Logistikunternehmen „Fenix“.

Wohngebiete, Gewerbeflächen und Tunnel: Bürgermeister Mach über die Pläne der Lindenstadt für 2018

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19. Januar 2018, 05:00 Uhr

Gewerbe- und Einkommensteuer sprudeln. Die Stadt will investieren und gleichzeitig rund zwei Millionen Euro in freiwillige Aufgaben stecken. SVZ-Redakteurin Kathrin Neumann sprach mit Bürgermeister Reinhard Mach, worauf es für Ludwigslust im neuen Jahr ankommt.

Worin sehen Sie – im übertragenen Sinne – die wichtigste Baustelle?
Wir wollen hinsichtlich der geplanten Bahnquerung vorankommen. Auf Grundlage der Planungsunterlagen, die jetzt vorliegen, wäre der Bund bereit, die Kreuzungsvereinbarung mit Bahn und Stadt abzuschließen. Dazu ist ein Beschluss der Stadtvertretung erforderlich. Meine Aufgabe sehe ich darin, in diesem Jahr eine möglichst verlässliche Mitfinanzierungszusage des Landes für den kommunalen Anteil von rund zwölf Millionen Euro zu bekommen. Zudem muss die Planung für die Gestaltung von Bahnhofsvorplatz und neuen Busbahnhof vorangetrieben werden. Der Busbahnhof muss vor Beginn des Tunnelbaus fertig sein.

Das Projekt ist nicht unumstritten. Bewohner im Bahnhofsviertel befürchten negative Folgen.
Die Auswirkungen sind im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt mit betrachtet worden. Ändert man die Straßenführung, führt das immer zu einer Veränderung der Verkehre in einzelnen Straßen. In der Schweriner Straße wird es weniger werden, weil derzeit alle, egal aus welcher Richtung sie kommen, dort entlangfahren, wenn sie zum Pendlerparkplatz wollen. In der Summe wird es eine Reduzierung des Verkehrs und damit von Lärm und Abgasen in der Stadt geben. Das mussten wir gegenüber dem Bundesverkehrsministerium auch nachweisen. Wir müssen schauen, wie später die Realität aussieht. Wer aus dem Norden kommt und Richtung Boizenburg will, soll den Tunnel zum Beispiel nicht nutzen, sondern weiter über die Käthe-Kollwitz-Straße fahren. Anderenfalls müssen wir das Durchfahren der Innenstadt unattraktiv machen, zum Beispiel durch Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Sollte man nicht wenigstens die Bahnhofstraße, die noch Kopfsteinpflaster hat, erneuern?
Da haben mein Tiefbauer und ich unterschiedliche Auffassungen. Ich finde den Zustand der Bahnhofstraße noch gut. Bevor wir sie anfassen, müssen wir in der Schlossstraße etwas machen. Wir rechnen auch nicht damit, dass der Verkehr in der Bahnhofstraße so viel stärker wird.

An anderer Stelle ist die Stadt weiter. Wo soll 2018 schon gebaut werden?
Im Bereich Alte Molkerei wird die Straße ausgebaut. Das Gleiche gilt für den Jägerhofweg bei Kummer und den Weg zur Anlage in Niendorf. Und dann wollen wir mit der westlichen Schlossfreiheit beginnen. Die Arbeiten sind mit der Umgestaltung des Schlossplatzes verbunden und werden als touristisches Projekt über das Wirtschaftsministerium gefördert. Wir investieren auch weiter im Bereich Bildung. Im Dachgeschoss der Fritz-Reuter-Schule wird ein Hort gebaut. Ins Nebengebäude ziehen schon in diesem Jahr die zwei ersten Hortgruppen.

Seit 2016 kann die Stadt im Kerngebiet keine Grundstücke für den Eigenheimbau anbieten. Ändert sich das?
Davon gehen wir aus. In den geplanten Wohngebieten am Wasserwerk am Laascher Weg und an der Helene-von-Bülow-Straße wollen wir mit der Erschließung beginnen und die ersten Grundstücke verkaufen. Im Ortsteil Kummer haben wir interessante Grundstücke direkt in Schulnähe.

Wie soll es in den Gewerbegebieten weitergehen?
Wir führen Gespräche mit weiteren Interessenten an Grundstücken im Industriegebiet TE 7. Viele Möglichkeiten wird es dort bald nicht mehr geben. Deshalb denken wir darüber nach, das Gebiet in Richtung Kiesabbau zu erweitern. Zudem versuchen wir, das Areal zwischen B 5 und Industriegebiet für eine eventuelle Ausweisung als Gewerbestandort vorzubereiten. In diesem Jahr ist mit Blick auf eine mögliche Altlasten- und Munitionsbelastung eine Gefahrenabschätzung geplant. Mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben BImA, der die meisten Flächen dort gehören, haben wir bereits gesprochen. Die Landesregierung hat signalisiert, uns zu unterstützen.

Aber auf dem Areal steht derzeit Wald…
Noch wissen wir nicht, wo wir am Ende ankommen. Es ist kein bewirtschafteter Wald, der der Holzgewinnung und Erholung dient. Ohne Not werden wir ihn nicht abholzen. Aber als Option für die Zukunft sollte man ihn betrachten, zumal das Interesse an Gewerbeflächen in diesem Bereich wächst. Neue Gewerbegebiete zu entwickeln, ist eine Festlegung aus dem Regionalen Entwicklungskonzept „REK A14“. Am Ende ist es eine Abwägung der Politik zwischen dem Interesse, den Wald zu erhalten, und dem Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen.

Auf welches kulturelle Ereignis freuen Sie sich?
Auf den internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb für Kontrabass. Da sind wir als Stadt zum ersten Mal Veranstalter. Außerdem findet zum vierten Mal die Velo Classico in Ludwigslust statt, und die Freiwillige Feuerwehr Ludwigslust feiert ihr 150-jähriges Bestehen.

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