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Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 15:56 Uhr

Grabow : Planungsgespräche im Kiefernwald

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Forstamtsleiter Dr. Holger Voß und Holzexperte Frank Mahler erörtern mit Grabows Stadtförster Markus Rohst Maßnahmen zum Waldbau

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 14:28 Uhr

Drei Männer schauen auf eine Karte. Sie stehen inmitten eines rund 57 Jahre alten Kiefernbestandes an der Kreisstraße von Grabow nach Groß Laasch. „Wir haben uns zu einem Vor-Ort-Termin getroffen, um uns über die Planung für Maßnahmen der Waldbehandlung zu verständigen. Es geht da um Fragen des Waldbaus, der Holzernte, der Jagd, sowie um Fragen des Forst- und Naturschutzes“, so Dr. Holger Voß, der Leiter des Forstamtes Ludwigslust, gestern Mittag im Gespräch mit der SVZ.


Landesforst MV und Stadt gehen neue Wege


Mit dabei ist auch Frank Mahler, im Forstamt für Öffentlichkeitsarbeit und Holzvermarktung zuständig, der sich gemeinsam mit dem Grabower Stadtförster Markus Rohst die Karte ansieht. Landesforst MV und Stadt Grabow hatten im März im Grabower Rathaus einen Vertrag unterzeichnet, der aus Sicht der Landesforst und der Stadt Grabow die Betriebsführung des Stadtwaldes regelt. Im Mittelpunkt steht eine innovative zukunftsorientierte Entwicklung der Stadtforst. Grabow steht zu seinem Forstamt und zu seiner Stadtforst.

Die Stadt Grabow will einen neuen, partnerschaftlichen Weg gehen, mit dem Ziel, dass der Stadtwald nachhaltig bestellt wird. Denn der Wald ist das größte Gut der Stadt. Dabei ist der Stadtförster Markus Rohst in das Team der Landesforst integriert. Grabow verfügt über rund 2100 Hektar stadteigene Waldfläche, ist damit nach Rostock, Parchim, Neustrelitz und Waren an der Müritz der fünftgrößte kommunale Waldbesitzer. Durch die Kooperation zwischen Landesforst und Stadt wird der Umbau der reinen Kiefernwälder zu Mischwäldern vorangetrieben. Forstliche Förderbescheide für zwei Waldflächen sichern ab, dass das Projekt Laubholzunterbau auch in Zukunft gewährleistet ist.

Die drei Forstexperten nehmen gestern eine Bestandsanalyse vor, tauschen sich aus, welche Möglichkeiten der Pflege und Verjüngung es geben kann und welche sich gerade in diesem Bereich anbieten.

Beim zweiten Halt im Waldgebiet zwischen Waldbad und Sportplatz in Grabow nehmen die Forstleute ein 1,44 Hektar großes Areal mit Kieferbeständen in Augenschein. Die Bäume sind rund 120 Jahre alt und bis zu 25 Metern hoch.


Kiefernbestand mit Douglasie verjüngen


„Hier haben wir als Nutzungsbestand die Kiefer, aber Kahlschlag soll es hier nicht geben, wir gehen da mehr in Richtung Dauerwald. Der Wald in diesem Bereich soll verjüngt werden mit Douglasie, im vorderen Abschnitt ist die Buche schon vorhanden“, so Dr. Voß.

Für den Stadtförster ist es wichtig, dass er seine Anstrengungen auch mit darauf richtet, den Wald lebendig zu erhalten. „Hier gehen viele Leute spazieren, hier findet Naherholung statt“, so Markus Rohst. Im stadtnahen Bereich geht es nicht darum, alles wegzurasieren. „Die Potenziale sind da, um möglichst strukturreiche, standortgerechte Waldbestände zu entwickeln“, so der Forstamtsleiter. Im stadtnahen Forst stehen die Bereiche Nutzung wie Erholung gleichermaßen im Vordergrund. Es gehe aber auch um Waldästhetik und darum, die Interessen der Anlieger zu berücksichtigen und keine Kahlschläge im stadtnahen Bereich zuzulassen, erläuterte Markus Rohst, der seit 1995 für den Grabower Stadtwald zuständig ist. Wenn Holzeinschlag- und Erntearbeiten anstehen, werden hier in diesem Bereich Harvester nicht zum Einsatz kommen, eher Handholzschläger, die manuell die Arbeiten ausführen. Dabei solle, so Dr. Voß, verstärkt auf regionale Unternehmer gesetzt werden. Und das sei der Fall, sagt Stadtförster Markus Rohst. Eine Firma aus Gorlosen im Amt Grabow ist da involviert. „Und die Handholzschläger können den Leuten auch gleich erklären, was in diesem Bereich passiert, wenn wir zum Beispiel die Verkehrssicherheit im Wald gewährleisten müssen und Maßnahmen durchführen, um den Laubholzbestand standortgerecht zu fördern“, ergänzt der Grabower Stadtförster.

Für Markus Rohst ist dieser fachliche Austausch wichtig. Unterschiedliche Auffassungen und Meinungen zu diskutieren, um letztlich das Beste für die Entwicklung des Waldes und der Natur im Allgemeinen herauszufiltern und umzusetzen.

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