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Revier Schlossgarten Ludwigslust : Pilzbefall stoppt die Hundertjährigen

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Das Geräusch der Motorkettensägen durchdringt die Stille des Waldes. Mitarbeiter vom Forstamt Ludwigslust sind in einem Waldstück im Revier Schlossgarten dabei, von einer Pilzkrankheit befallene Eschen zu fällen.

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erstellt am 17.Jan.2012 | 09:54 Uhr

Ludwigslust | Das Geräusch der Motorkettensägen durchdringt die Stille des Waldes. Mitarbeiter vom Forstamt Ludwigslust und Auszubildende zum Forstwirt, die praktische Erfahrungen sammeln, sind dort in einem 1,26 Hektar großen Waldstück im Revier Schlossgarten Ludwigslust dabei, von einer Pilzkrankheit befallene Eschen zu fällen. Immer wieder ertönen die Kommandos der Forstleute, wird auf die Einhaltung der Sicherheitsstandards geachtet. Nach und nach fallen die Eschenbäume, die 71 Jahre alt sind.

Eile ist geboten, wenn die Stämme aus dem Wald gezogen werden, denn das Holz soll möglichst in einem frischen Zustand vermarktet werden, um einen besseren Preis zu erzielen, war von Frank Mahler, Sachbearbeiter des Forstamtes für Holzvermarktung, zu hören. "Wir haben die Bestände seit längerem beobachtet und festgestellt, dass seit gut drei Jahren der Pilzbefall zugenommen hat", so Frank Mahler. So musste vom Forstamt die Entscheidung getroffen werden, in diesem Abschnitt an der B 5 vom Ortsausgang Ludwigslust in Richtung Kummer gesehen, die Flächen abzuholzen. Auf der frei werdenden Fläche wird dann Ahorn angepflanzt. In den nächsten Tagen werden im gegenüberliegenden Abschnitt mit einer Größe von zwei Hektar die gleichen Maßnahmen durchgeführt, kranke Eschenbaum-Bestände, die ein stolzes Alter von 110 Jahren aufweisen, zu fällen. Hier sollen Roterle und Stileiche gepflanzt werden. Aktuell erfolgt in MV keine neue Eschenanpflanzung.

Zum Hintergrund: Die in Nord- und Mitteleuropa vorkommende Erkrankung der Gemeinen Esche, hervorgerufen durch den Pilz Chalara fraxinea, war auch 2010 wiederum besonders in Vorpommern zu spüren. Bisher wurden in MV auf etwa 230 Hektar die kranken Eschen geschlagen und vielfach gleich vermarktet.

Seit 2002/03 wird diese neuartige Erkrankung der Gemeinen Esche in MV beobachtet, besonders 2008 kam es zu einem spürbaren Anstieg des Schadgeschehens. Im Ergebnis der Schaderfassung im Jahr 2008 wurde durch die Landeswaldschutzstelle festgestellt, dass auf ca. 25 Prozent der Eschenfläche erkrankte Bäume und Baumgruppen zu finden waren. Das Schadgeschehen weitete sich 2009 aus. Nunmehr betrug die geschädigte Fläche 35 Prozent. Momentan ist davon auszugehen, dass etwa 45 Prozent der Eschenfläche mit unterschiedlicher Ausprägung geschädigt ist.

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