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Ludwigsluster Tageblatt

22. Oktober 2017 | 19:39 Uhr

parchim : Pflegenetz für Demente geplant

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zahl der Betroffenen steigt: SPD und CDU im Landkreis wollen Kreistagsbeschluss zum Aufbau eines Netzwerks

Nach der Vorstellung des kreislichen Pflegesozialplans gehen SPD und CDU in die Offensive: Sie wollen, dass der Landkreis ein Netzwerk von ehrenamtlichen Betreuern für Demenzerkrankte aufbaut.

Immerhin sind 1,6 Prozent der Bevölkerung im Landkreis von Demenz betroffen, das entspricht 3434 Personen. Allein in der Altersgruppe ab 75 Jahren zählen die Experten 1964 Frauen und 717 Männer. SPD-Fraktionschef Wolfgang v. Rechenberg: „Angebote für ältere Menschen zur Begegnung und Geselligkeit stellen präventive Maßnahmen dar. In diesem Bereich werden Unterstützungsstrukturen benötigt, welche nicht unbedingt den pflegerischen Leistungen angehören.“

Nach den im Pflegesozialplan prognostizierten Zahlen besteht Handlungsbedarf: Allein die Zahl der Demenzkranken steigt von 3434 (2011) auf 3955 (2015) bis zu 4446 im Jahr 2030. Bei Personen mit Unterstützungsbedarf verläuft die Entwicklung noch dramatischer. Umfasste diese Gruppe im Jahr 2011 noch 8,3 Prozent der Landkreis-Bevölkerung (17 827 Personen), werden es 2030 schon 11 Prozent (21 536 Personen)sein. Davon ist etwa jeweils die Hälfte hilfe- und pflegebedürftig.

Das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik, das den Pflegesozialplan für den Landkreis erstellt hat, empfiehlt die Kooperation und Vernetzung der Pflegestützpunkte mit ortsnahen Informations- und Beratungsangeboten. Das könnten Sozialberatung in den Städten und Ämtern und 10 Bürgerbüros sein. Auch die von SPD und CDU aufgegriffene Idee ehrenamtlicher Besuchs- und Betreuungsdienste für Demenzkranke findet sich im Plan. Auf jeden Fall empfiehlt der Plan kurzfristig ortsnahe Beratungsstrukturen aufzubauen und die Kurzzeitpflege auszubauen. Denn bis zum Jahr 2030 werden 40,6 Prozent der Bevölkerung im Landkreis im Alter ab 60 Jahren sein, darunter 13,7 Prozent ab 75 Jahren.

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