Ludwigslust : Pflegelotsen für ländlichen Raum

Ansprechpartner für Pilotprojekt des Landkreises im Ludwigsluster Mehrgenerationenhaus / Interessierte Ehrenamtler gesucht

von
07. November 2014, 07:00 Uhr

Wo gibt es in der Gegend eine Einrichtung mit Kurzzeitpflegeplätzen? Wer berät mich zu Pflegeleistungen? Welche Unterstützung kann ich bekommen? Viele Fragen tauchen auf, wenn man plötzlich einen Angehörigen pflegen muss oder selbst Hilfe braucht. Beratungs- und Unterstützungsangebote gibt es, aber sie sind oft nicht bekannt oder nicht vor Ort vorhanden. Abhilfe soll im Landkreis Ludwigslust-Parchim nun das Projekt „Pflegelotsen in der Gemeinde“ schaffen, ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit den Mehrgenerationenhäusern in Ludwigslust und Lübz.

Im Ludwigsluster Mehrgenerationenhaus haben Andrea Bade und Julia Tölke-Beckers ihr Büro eingerichtet. Sie bereiten die Schulungsmaterialien vor, mit deren Hilfe die künftigen Pflegelotsen auf ihre ehrenamtliche Arbeit vorbereitet werden sollen, knüpfen Kontakte, informieren und begleiten die Lotsen. Erste Anfragen Interessierter liegen bereits vor. „Wer grundlegendes Interesse hat, sich mit dem Thema Pflege zu befassen, kann sich bei uns melden“, sagt Julia Tölke-Beckers, die selbst ehrenamtlich engagiert ist – im Ludwigsluster Hospizverein. In Vorgesprächen, Informationsveranstaltungen und den Schulungen werde man dann sehen, ob es passt. „Wir wollen niemanden von vornherein ausschließen.“

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim leben derzeit rund 8000 pflegebedürftige Menschen. Hinzu kommen jene Frauen und Männer, denen eine Pflegebedürftigkeit droht. Die meisten von ihnen leben im ländlichen Raum, fernab der Pflegestützpunkte und deren Außensprechstunden. „Die Pflegelotsen sollen in ihrer Gemeinde die ersten Ansprechpartner für Pflegebedürftige und deren Familien sein“, erklärt Sarah Ledwig von der Stabsstelle Jugendhilfe- und Sozialplanung beim Landkreis. „Sie bieten eine wohnortnahe Unterstützung, indem sie erste Fragen zur Pflege beantworten oder Kontakt zu Netzwerkpartnern, zum Beispiel den Pflegestützpunkten, herstellen.“ Mit dem Modellprojekt „Pflegelotsen“ setzt der Landkreis eine Handlungsempfehlung aus der Pflegesozialplanung um, die im vergangenen Jahr erstellt worden war. „Die Umsetzung des Projektes erfolgt relativ schnell“, lobt Fabian Vogel, Geschäftsführer des Zebef e.V., zu dem das Ludwigsluster Mehrgenerationenhaus gehört. „Ziel ist es, dass jeder, der Pflege benötigt, weiß, wo er einen Ansprechpartner findet.“

Wer Pflegelotse werden möchte, kann sich bei Andrea Bade und Julia Tölke-Beckers (Telefon 03874 571815) melden. Die ersten Schulungen sind im kommenden Frühjahr geplant.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen