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Katastrophale Straßen in Eldena : Pflasterbrocken fliegen an die Häuser

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Das sind Brocken von zerplatzten Steinen der Straßenpflasterung. Es ist die Regel, dass die Pflastersplitter durch starken Verkehrsfluss bis an die Häuser, an Türen, Wände und Fenster geschleudert werden.

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 06:55 Uhr

Bresegard Bei Eldena | "Das sind Brocken von zerplatzten Steinen der Straßenpflasterung. Es ist die Regel, dass die Pflastersplitter durch starken Verkehrsfluss bis an die Häuser, an Türen, Wände und Fenster geschleudert werden. Nicht auszudenken, wenn es ein am Straßenrand wartendes Kind trifft", erläutert die Bürgermeisterin den unhaltbaren Zustand der Dorfstraße durch Bresegard bei Eldena, einem Teilstück der in Verantwortung der Landesstraßenverwaltung gehörenden L 07. Die Bürgermeisterin ist enttäuscht und glaubt so recht nicht mehr an die Botschaft der Landesregierung, dass insbesondere der ländliche Raum gefördert werden soll.

Bürgermeisterin Romann und die Bresegarder befürchten, dass der Zustand der Ortsdurchfahrt sich noch verschlechtern wird, wenn durch die Sanierung der B 191 im kommenden Jahr in der Ortslage Malliß, die Brummis dann als Ausweichroute die L 07 durch ihren Heimatort wählen, heißt es von der Bürgermeisterin.

"Wir bemühen uns seit Jahrzehnten, dass sich etwas ändert. Ich habe die für Anwohner und Verkehrsteilnehmer gleichermaßen gefahrvolle Situation im Verlauf der Bürgersprechstunde von Ministerpräsident Sellering in der Amtsverwaltung Dömitz im Januar angesprochen. Mir wurde versprochen, dass meine Sorgen weiter gegeben werden. Bis heute ist nicht einmal ein aussagekräftiger Anruf oder eine solche Zeile aus Schwerin bei der Gemeindevertretung eingegangen", wundert sich die Bürgermeisterin, der die Enttäuschung darüber ins Gesicht geschrieben steht.

Seit kurzer Zeit scheint nun doch Bewegung in die Sache gekommen zu sein, wie der Leiter des Bürgerreferats, Dirk Fraßmann, auf Anfrage der SVZ gestern informierte. Die Angelegenheit sei vor längerer Zeit an das Verkehrsministerium abgegeben worden, so seine Auskunft. Dort hätten Vorfragen geklärt werden müssen, die Zeit in Anspruch genommen hätten. Zum Stand der Dinge, so eine Pressesprecherin aus dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sei, könne bis Redaktionsschluss zunächst keine Antwort gegeben werden. Die werde nachgereicht.

Im Zuge einer möglichen Straßensanierung stehen Fragen an, die eine Lösung hergeben müssen, was mit der Lindenallee geschehen soll. Die Bäume wurzeln sowohl in den Straßenbereich wie in den Fußweg, der im ähnlichen Zustand wie die Dorfstraße ist. Nicht nur Bürgermeisterin Romann ist über "die unendliche Geschichte" verstimmt. Auch von der Gemeindevertretung und aus der Amtsverwaltung wird an die Staatskanzlei signalisiert, "dass die Gemeinde Bresegard sich von der Kreis- und Landespolitik im Stich gelassen fühlt". Damit verbunden, so ein der SVZ vorliegendes Schreiben, "sind Zweifel an der Glaubwürdigkeit und der Handlungsfähigkeit der zuständigen Behörden".

Die Bürgermeisterin steht zu ihren Gemeindevertretern, den Einwohnern und auch zu den Bürgern, die sich bereits als Privatleute bei Behörden für eine Straßenerneuerung engagiert haben (siehe SVZ vom 18. Oktober 2012). Sie schlussfolgert, dass die seit über 20 Jahren andauernden Bemühungen der Einwohner und der Gemeinde ignoriert würden. Und: "Der Straßenzustand hat sich seit dem Besuch des Ministerpräsidenten weiter verschlechtert", fordert die Bürgermeisterin notwendige amtliche Bewegung der Sache wegen ein. Die Bürgermeisterin fragt sich, ob es erst eines öffentlichen Protests der Einwohner bedarf, damit das Ministerium oder die zuständigen Behörden von sich aus zum Stand der Dinge informieren. Diese Verschlechterung wird derzeit auch durch große Wasserpfützen nach Regenfällen in zig Bodenwellen deutlich sichtbar.

Kaum ausgesprochen, schießt ein Auto eines Pflegedienstes derart schnell heran, dass es in einer der zahlreichen Bodenwellen im Verlauf der Dorfstraße den Kontakt zum Pflaster verliert. Wenige Minuten später rumpelt ein Lkw mit Anhänger langsam auf der Dorfstraße in Richtung Eldena. Trotz langsamer Fahrt ist der Lärmpegel enorm hoch. "Mit der Mittagsruhe ist es jetzt wohl bei den Anliegern vorbei", schätzt die Bürgermeisterin Heike Romann.

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