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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 18:40 Uhr

Ludwigslust : Persönliche Fragen an Brodkorb

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Schüler wollten beim Landtagsbesuch den Minister auch als Familienvater kennenlernen

von
erstellt am 28.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Die Klasse 9a der Regionalen Schule „Peter Joseph Lenné“ Ludwigslust besuchte den Schweriner Landtag.

Häufig bereits hatten sich die Mädchen und Jungen politisch engagiert. Zur Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin rezitierten sie Gedichte. Seit der 5. Klasse hatten die Jugendlichen die Spielplätze untersucht. Sie beteiligten sich mit dieser Problematik zweimal am politischen Wettbewerb. Einmal gewannen sie 1500 Euro für die Klassenkasse, ein anderes Mal bekamen sie einen Bücherpreis. Ihrem Engagement ist es mit zu verdanken, dass in Ludwigslust eine Spielplatzkonzeption erarbeitet wird.

Jahrelang hatten die Jungen und Mädchen auf den ungewöhnlichen Besuch im Landtag gewartet. Allerdings waren sie bisher zu jung. Schon der Eingang wurde ein kleines Erlebnis. Die Rucksäcke mit den heiß geliebten Handys gaben die Neuntklässler in der Garderobe ab. Geldbörsen mussten in einen Korb gelegt werden. Die Schüler durchquerten eine Schleuse und wurden durchleuchtet. Schlug ein Signal an, erfolgte eine genauere Untersuchung.

In einem Aufenthaltsraum erfuhren die Besucher, welche Parteien im Landtag vertreten sind und wo die Präsidiumsmitglieder sowie die Minister ihren Platz einnehmen.

Die Mädchen und Jungen verfolgten über einen Monitor die Beratung eines Antrages der Fraktion Die Linke. Diese hatte gefordert, betriebsbedingte Kündigungen bei Theatern und Orchestern abzulehnen.

Dann ging es in den Sitzungssaal. Auf dem Programm stand die Beratung des Antrages der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen über die Prüfung der Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Den Jugendlichen wurde bewusst, dass es unter den Landtagsmitgliedern überhaupt nicht so ruhig zuging. Ganz im Gegensatz dazu, wie sie vorher belehrt worden waren. Sie hatten sich das anders vorgestellt. Mehrmals musste die stellvertretende Präsidiumsvorsitzende eingreifen, um die nötige Disziplin zu wahren. Aufschlussreich war außerdem, dass das Pult, entsprechend der Größe des Redners, in die Höhe oder Tiefe gefahren werden konnte. Auch, dass die einzelnen Fraktionen unterschiedliche Redezeiten hatten, fanden die Neuntklässler interessant. Das war auf die Anzahl der gewonnenen Wählerstimmen zurückzuführen. Wenn eine rote Lampe leuchtete, musste der Sprecher das Feld räumen.

Auf der Besuchertribüne blieb es ruhig, obwohl es mitunter schwierig war, den einzelnen Rednern aufmerksam zu folgen. Nicht alle Beiträge rissen die Jugendliche vom Hocker.

Im Anschluss an den Besuch der Landtagssitzung wurde die Klasse 9a in die Fraktionsräume der SPD eingeladen. Sehr interessant war, dass sich auf den Tischen zahlreiche Mikrofone befanden. Diese dienten der Aufzeichnung der Fraktionsbeiträge. Überraschend für die Jugendlichen, Mathias Brodkorb und Detlef Müller stellten sich ihren Fragen.


Aufgeschlossen mit Politikern diskutiert


Anfangs sehr zurückhaltend, diskutierten sie später, als das Eis gebrochen war, sehr aufgeschlossen. Die beiden Landtagsmitglieder legten klar und deutlich ihre Position gegenüber rechtextremistischen Tendenzen dar. Vor allem der Bildungsminister musste im weiteren Verlauf sehr persönliche Fragen beantworten. So wollten die Jungen und Mädchen wissen, warum er ausgerechnet in der SPD sei? Außerdem interessierten sie sich für die Höhe seines Gehaltes, die Anzahl der Urlaubstage, wie seine Familie seine Tätigkeit unterstütze und das Verhältnis zu seiner Tochter. Mathias Brodkorb beantwortete alle Fragen überzeugend. Trotz seiner langen Arbeitszeit und des diesjährigen Urlaubsverlustes sei er immer für seine Tochter da. Er kümmere sich liebevoll um sie. Jeden Morgen bringe er sie in die Kindertagesstätte. Er habe auch kein Problem damit, seine Tochter in eine „normale Schule“ zu schicken. Im Gespräch schöpften die Jugendlichen zu den beiden SPD-Landtagsmitgliedern immer größeres Vertrauen und wiesen u. a. auf Probleme in ihrer Heimatstadt hin.

Im nächsten Jahr möchten die Jugendlichen den Bundestag besuchen.

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