Pendler ernähren weiter die Region

Lage auf dem Markt in Westmecklenburg zeigt sich nur leicht verbessert / Schleswig-Holstein bei den Zielen klar vorn

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05. März 2015, 07:00 Uhr

Der Wohlstand Westmecklenburgs gründet sich immer noch ganz wesentlich auf die Pendler. Zwar ist die Lage im vergangenen Jahr etwas besser geworden, dennoch fahren 76,1 Prozent der Auspendler aus Westmecklenburg in die alten Bundesländer zur Arbeit. Das ergab die jüngste Statistikauswertung der Bundesagentur für Arbeit in exklusiver Zusammenarbeit mit der Schweriner Volkszeitung. Konkret sind das 320 088 Arbeitnehmer in den Kreisen Ludwigslust-Parchim, in Schwerin und in Nordwestmecklenburg gewesen. Davon fahren 17 342 nach Schleswig-Holstein, 7778 nach Hamburg und 3970 nach Niedersachsen. Gemessen an der gesamten Beschäftigung pendeln 23,3 Prozent aller Arbeitnehmer aus der Region aus, 12 Prozent kommen herein. Verglichen mit dem Jahr 2010 hat sich damit die Zahl der Einpendler nach Westmecklenburg um 914 oder um 5,1 Prozent erhöht. Die Zahl der Auspendler hat sich dagegen leicht verringert um 766 oder magere 1,8 Prozent. Der Zuwachs fußt auf den verbesserten Arbeitsangeboten in der Region in der Nähe der früheren Grenze. Der Rückgang bei den Auspendlern hat dagegen vor allem demographische Gründe. Denn die meisten, die im Westen ihr Brot verdienen, haben schon ein beträchtliches Alter. Die größte Gruppe bei den Auspendlern stellt die Altersgruppe der 45-bis 55-Jährigen, das sind immerhin 12 914 Menschen. Bei den Menschen zwischen 55 und 65 Jahre sind derzeit in der Region 7866 Auspendler registriert.

Nicht erfasst in dieser exklusiv aufgearbeiteten Statistik sind Beamte, Selbstständige und Studenten.

Dirk Heyden, der Chef der Agentur Schwerin, verwies bei der Vorstellung der Zahlen auf die immer noch erheblichen Unterschiede im Gehaltsgefüge als wesentliche Ursache für die Pendelei. So werden im Mittel in Hamburg Monats-Einkommen von 3095 Euro brutto erzielt, im Kreis Nordwestmecklenburg sind es 2188 Euro und im Landkreis Ludwigslust-Parchim 1993 Euro. Heyden: „Wenn wir bei uns wirklich Pendler zurückholen wollen, dann muss bei den Löhnen erheblich draufgepackt werden, sonst kommt niemand.“ Zumal die Mehrheit der pendelnden Arbeitnehmer schon seit Jahren unterwegs seien und bei einem Wechsel viel zu verlieren hätte.“ Aber auch ohne den täglichen Aderlass in die alten Ländern herrscht enorme Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Für den sorgen die so genannten Binnenpendler. So pendeln täglich 3840 Schweriner in den Landkreis Ludwigslust-Parchim, umgekehrt fahren aus dem Landkreis aber 12 944 Menschen zur Arbeit nach Schwerin. Ein klares Beweis dafür, dass die Landeshauptstadt immer noch die Funktion eines Oberzentrums erfüllt. Vom Landkreis NWM pendeln täglich immerhin 6027 Arbeitnehmer nach Schwerin, umgekehrt sind es nur 1663.

Diese Zahlen und andere beruhen auf den Meldungen der Arbeitgeber für die Sozialversicherungen. Die Bundesagentur für Schwerin nimmt sich als einzige im ganzen Norden dieser Statistik besonders an und wertet sie detailliert aus. In diesem Jahr war das Aufgabe von Führungsberaterin Dajana Lemke. Das Ergebnis kommt nicht nur der Agentur zugute.

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