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Ludwigsluster Tageblatt

18. August 2017 | 14:50 Uhr

ludwigslust : Pendeln zwischen Bus und Schiene

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wirtschaftsausschuss des Kreistages beschließt Regionalen Nahverkehrsplan / Synergien von Bus- und Bahnverkehr gefordert

Einer der Fachausschüsse des Kreistages – zuständig für Wirtschaft, Bau, Tourismus und ländlichen Raum – hat am Dienstag in Parchim den hier zutreffenden Teil des Regionalen Nahverkehrsplans Westmecklenburg beschlossen. Dabei ist klar: Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wuppt auch künftig der kreisliche Anbieter, die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim. Keine Überraschung zunächst. Was der mit dem Thema befasste Verwaltungsmitarbeiter Gundolf Landsberg dann aber quasi im Nebensatz verdeutlichte, sorgte schon für Diskussionsbedarf unter den Ausschussmitgliedern. Es geht um die beiden privaten Busunternehmen, die ebenfalls am ÖPNV beteiligt sind.

Im Plan sind Bus-Kröger aus Neustadt-Glewe und das Unternehmen Bathke aus Goldberg mit keinem Wort erwähnt. Sind die künftig außen vor? Das wollte Ausschussmitglied Peter Warnecke (Die Linke) aus Neustadt-Glewe wissen. Günter Matschoß, 2. Stellvertreter des Landrates, musste klarstellen. Er bekräftigte, was auch bereits Landsberg zum Ausdruck brachte: Der Regionale Nahverkehrsplan ist ein hoch angebundenes Dokument. Er muss vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock genehmigt werden. Und es gäbe rechtliche Rahmenbedingungen. So könne eine europaweite Ausschreibung des ÖPNV mit all ihren Risiken nur vermieden werden, wenn der kreisliche Anbieter damit beauftragt würde. Allerdings haben die beiden privaten Busbetriebe die Zusage der Verantwortlichen, auch in Zukunft eingebunden zu sein. Andreas Helms, einer der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim, unterstrich das in der Ausschusssitzung.

Bereits 2009 haben die Landkreise Ludwigslust, Nordwestmecklenburg und Parchim, die Landeshauptstadt und die Stadt Wismar über den Regionalen Planungsverband Westmecklenburg den Prozess der gemeinsamen Erstellung des Regionalen Nahverkehrsplanes eröffnet. Er bildet den Rahmen für die regionale Entwicklung des ÖPNV, regelt also nicht die Abfahrtszeiten aus den einzelnen Orten.

„Bei der Aufstellung des Nahverkehrsplanes haben sich die Aufgabenträger mit den Nachbarkreisen – auch über die Landesgrenzen hinaus – abgestimmt“, unterstreicht Gundolf Landsberg. Mit den Gemeinden des Landkreises sei ebenfalls gesprochen worden. Darüber hinaus hat es im Jahr 2013 eine umfangreiche Bürgerbeteiligung zum Nahverkehrsplan gegeben. Mit einer sehr guten Resonanz, wie Landsberg auf der Ausschusssitzung unterstrich.

Eine große Rolle in der Diskussion spielte die Verbindung zwischen Bus- und Schienenverkehr. Zu erleben beispielsweise täglich in Ludwigslust, wo Pendler die Bahnhofsgegend zuparken, weil es noch nicht genügend Parkplätze gibt. Die Stadt will jetzt Abhilfe schaffen (SVZ berichtete). Ausschussmitglied Norbert Reier (Die Linke) aus Plau am See sieht eine wichtige Prämisse für den ÖPNV. Er müsse attraktiver werden, man müsse sich darüber Gedanken machen und auch Geld in die Hand nehmen. „Sonst fahren immer weniger Menschen mit dem Bus“, ist seine einfache Schlussfolgerung.

 

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erstellt am 15.Jan.2014 | 19:00 Uhr

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