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neustadt-glewe : Patienten danken „ihrem“ Doktor

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dr. Jürgen Wichmann betreute Herzsportgruppe Neustadt-Glewe als sicherstellender Arzt / Jetzt beendete er diese Tätigkeit

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 07:00 Uhr

Aufmerksam behält Dr. Jürgen Wichmann jede Frau und jeden Mann im Blick. Verändert sich die Gesichtsfarbe, sind die Arm- und Beinbewegungen vielleicht unkoordiniert, geht der Atem möglicherweise schwer? Wir sind bei der Herzsportgruppe Neustadt-Glewe, die Dr. Jürgen Wichmann als Arzt betreut, richtiger: betreute. Denn jetzt gibt der 76-Jährige die Aufgabe in jüngere Hände.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2004 gehört Dr. Wichmann praktisch dazu. Denn es ist vorgeschrieben, dass die Übungen einer solchen Gruppe durch einen sicherstellenden Arzt betreut werden. Defibrillator und Notfallkoffer standen stets griffbereit in der Nähe. Viele Patienten haben eine Krankengeschichte, die Dr. Wichmann kennt. Wolfgang Krüger aus Brenz zum Beispiel kam nach einem Herzinfarkt zur Gruppe, ist seit 2004 dabei. „Bei Dr. Wichmann haben wir uns stets in guten Händen gefühlt“, sagt Krüger. Rüdiger Siewert ergänzt: „Bei denjenigen von uns, die Problemfälle sind, hat Dr. Wichmann vor oder während der Übungen Blutdruck und Puls gemessen, genau darauf geachtet, dass wir uns nicht übernehmen.“

So hatte Hans Puls aus Neustadt-Glewe beispielsweise einmal vor Beginn der Übungsstunde zu hohen Blutdruck. „Der Arzt schickte mich sofort zur gründlichen Untersuchung ins Krankenhaus“, erinnert sich Hans Puls. Geleitet wird die Gruppe von Ute Fischer, Leitende Krankenschwester in der Funktionsabteilung Diagnostik / Innere Medizin des Stifts Bethlehem. „Es ist wichtig, dass die Patienten nach einem Infarkt, einer Herzklappen- oder Bypass-OP möglichst schnell wieder in den Lebensprozess eingegliedert werden. Viele Patienten haben Angst, sich nach einem solchen Ereignis wieder körperlich zu betätigen. Das trifft vor allem auf Menschen zwischen 40 und 50 zu. Ihnen allen wollen wir diese Angst nehmen.“

Etwa 20 bis 25 Frauen und Männer treffen sich jeden Mittwochnachmittag in der Turnhalle der Neustädter Grundschule zum einstündigen Sport: u. a. Gymnastik, leichte Ballspiele oder Federball. „Die Belastung bei den Übungen ist nicht gleichbleibend hoch“, erklärt Dr. Wichmann, „sondern mehrfach an- und abschwellend.“ Dr. Wichmann praktizierte bis 2003 in Neustadt-Glewe als Facharzt für Allgemeinmedizin mit Subspezialisierung für Psychotherapie und einer Ausbildung in Notfallmedizin. Der Mediziner schätzt, dass er in der Herzsportgruppe Neustadt-Glewe insgesamt im Laufe der Jahre bis zu 600 Menschen unter seinen Fittichen hatte.

Zum Abschied gab es von den Patienten für ihren Doktor nun nochmals ein herzliches Dankeschön. Sven Zimmermann-Rieck, Geschäftsführer des Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e. V. Mecklenburg-Vorpommern (LVPR), verkündete zur Freude aller, dass ein Nachfolger für Dr. Wichmann als sicherstellender Arzt gefunden wurde. Damit kann die Neustädter Herzsportgruppe weiter aktiv bleiben. Zimmermann-Rieck: „Herzsport ist die einzige Reha, wo ständig ein Arzt anwesend sein muss.“

Der LVPR will, wie der Geschäftsführer erklärt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und auf die Rehabilitation bei Herzkranken einwirken. Dazu betreut der LVPR in MV rund 140 Herzsportgruppen mit ca. 2000 Patienten.

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