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Ludwigsluster Tageblatt

21. Oktober 2017 | 19:50 Uhr

Dömitz : Patchwork hinter dicken Mauern

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sonntag wird neue Ausstellung in der Festung Dömitz eröffnet

von
erstellt am 11.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Was haben die Filmstars Sarah Jessica Parker, Sandra Bullock, Cameron Diaz, Julia Roberts und auch Russell Crowe mit Brunhild Junge aus Dömitz gemeinsam? Sie alle lieben Handarbeit.

Wie die Elbestädterin diese Liebe für sich umsetzt, ist ab morgigem Sonntag in den Ausstellungsräumen der Hauptwache des Museums Festung Dömitz nachzuerleben.

Das Auge findet einen Hingucker nach dem anderen beim Gang durch die Galerie. Martialisch ist der Eindruck beim Bild „Die Kreuzigung Christi“ (Original von 1427). Sehr friedlich kommt die Nachbildung von Pablo Picassos „L’enfant au Pigeon“ (Kind mit der Taube) aus dem Jahre 1901 daher.

In diesem Spannungsfeld finden unruhige und auch Harmonie versprühende Arbeiten ihren Platz. Sie sind irgendwo auch ein Spiegelbild von Gefühlschaos und Seelenruhe des Menschen Brunhild Junge.

Vorgewagt hat sie sich in die Technik des Applizierens. Anregungen dazu fand sie in der Kunstgeschichte.

Auch die Plakatgestaltung in Stoff hat es ihr angetan: „Kritik an der Magersucht – Karl Lagerfeld“ oder ein Aufruf zur „Rettung der Frösche“ gehören zu ihren neuen Arbeiten.

Brunhild Junge wurde 1951 in Erxleben, Sachsen-Anhalt geboren. „In meinem Beruf als Erzieherin war ich immer kreativ tätig. Basteln und Gestalten mit Kindern war eine besonders schöne Herausforderung für mich“, gesteht die Elbestädterin. Vor etwa zehn Jahren hat sie sich für Stoffe und Patchwork entschieden, sich einer Patchworkgruppe angeschlossen und mehrere Kurse an der Volkshochschule absolviert.

Auf zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen konnten ihre Arbeiten betrachtet werden. Dazu gehören „Kunst Offen“ und Frühlingsmarkt in Dömitz, der Forsthof Kaliß und der Töpferhof Hohenwoos.

Motive und Ideen ergeben sich aus verschiedenen Techniken und den Farbkombinationen. „Patchworkerinnen sind abhängig, sie brauchen ständig Stoff“, sagt Brunhild Junge mit hintergründigem Humor. „Aber Stoff kaufen ist nicht unmoralisch, nicht illegal und macht auch nicht dick! Es beruhigt die Nerven, umschmeichelt die Seele, macht Freude und ist billiger als der Psychiater.“

Museumsleiter Jürgen Scharnweber freut sich über diesen neuen Höhepunkt im Ausstellungsgeschehen auf der Festung. „Gerade in Vorbereitung des 450. Jahrestages des Bestehens der Festung im kommenden Jahr planen wir vielfältige Veranstaltungen. Wenn ich zum Beispiel diesen Wandteppich mit Dömitz-Motiven nehme, dann passt diese Ausstellung schon deshalb genau dazu“, so der Museumsleiter, der auf eine Arbeit der Künstlerin verweist, in der Fotos mit Dömitz-Motiven integriert sind.

Die Ausstellung ist vom 13. April bis 22. Juni zu den Öffnungszeiten des Museum zu besichtigen. Zur Eröffnungsveranstaltung, am morgigen Sonntag um 15 Uhr sind alle Interessenten und Liebhaber dieser künstlerischen Ausdrucksweise eingeladen.

 

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