zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

20. Oktober 2017 | 09:24 Uhr

Dömitz : Pastoren sagen „Tschüss, Dömitz“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dörte und Markus Hasenpusch zieht es aus familiären Gründen gen Osten. Verabschiedung erfolgt in Gottesdiensten Ende Juli.

von
erstellt am 15.Jul.2016 | 07:00 Uhr

Wenn Markus Hasenpusch aus seinem Wohnzimmerfenster blickt, sieht er die Johanneskirche. Vier Jahre lang war der neugotische Backsteinbau sein Arbeitsplatz. Jetzt verlässt der 39-jährige Pastor Dömitz und die dortige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Gleichzeitig verliert auch die benachbarte Kirchengemeinde Conow ihre Pastorin, denn dort ist Dörte Hasenpusch angestellt. Aus familiären Gründen zieht es das Pastoren-Ehepaar gen Osten.

„Meine Schwiegereltern wohnen in Friedland“, erklärt Markus Hasenpusch. „Künftig können wir in einer Stunde bei ihnen sein anstatt in dreien. Das ist auch wegen der Kinder praktisch.“ Manche Termine könne ein Pastor nun mal nicht verschieben. Weil Töchterchen Friederike im kommenden Jahr zur Schule kommt, sei der Zeitpunkt günstig, ergänzt Dörte Hasenpusch. „Und eine solche Gelegenheit kommt auch so schnell nicht wieder“, betont die 34-Jährige. Schließlich benötigt das Paar nicht nur eine Pfarrstelle, sondern gleich zwei. Doch das hat jetzt geklappt. Markus Hasenpusch wird Pastor der Kirchengemeinde Malchin, seine Ehefrau übernimmt in rund 19 Kilometern Entfernung die Kirchengemeinde Thürkow-Warnkenhagen. „Wir haben das Gefühl, dass man sich dort sehr auf uns freut“, so Dörte Hasenpusch.

Trotzdem geht die zweifache Mutter, die mit Söhnchen Georg noch im Erziehungsurlaub ist, mit gemischten Gefühlen. „Ich freue mich auf die neue Wohnung und auf die Landschaft dort“, sagt die 34-Jährige. „Aber es gibt hier viele Menschen, die mir sehr fehlen werden.“ Zum Beispiel die anderen Pastoren aus der Region, „mit denen wir gut zusammengearbeitet und uns auch privat toll verstanden haben“. Oder die Gitarrengruppe, die ehrenamtlich sehr engagiert sei, und der Kirchgemeinderat und die Mitglieder der Kirchengemeinde Conow, die „mir das Ankommen damals sehr leicht gemacht und auch mal neue Sachen ausprobiert haben“.

Markus Hasenpusch wird darüber hinaus die ökumenische Zusammenarbeit in Dömitz in bleibender Erinnerung behalten. „Mit Diakon Baumert habe ich über konfessionelle Grenzen hinweg sehr vielfältig zusammengearbeitet und Erfahrungen geteilt“, betont der 39-Jährige und zählt das Krippenspiel, das Martinsfest und den ökumenischen Kinderkreis auf. „Dabei stand immer das Verbindende im Vordergrund und nicht das, was uns trennt.“

Und auch das Jahrhunderthochwasser wird das Pastorenpaar nie vergessen. „Auf dem Sandplatz waren alle Menschen gleich, alle haben mitgemacht, so wie sie konnten“, erinnert sich Markus Hasenpusch, der damals sogar mit Diakon Christophorus Baumert Möbel in der katholischen Kirche hochgestellt hatte, um sie vor dem Wasser zu schützen. Und jeden Abend gab es eine Andacht. „Als die Not groß war, kamen sehr viele Leute“, so Pastor Hasenpusch.

Wenn am 9. August der Umzugswagen aus Dömitz rollt, können Dörte und Markus Hasenpusch auf einige Errungenschaften blicken, die in ihrer Zeit in den Kirchengemeinden geschaffen wurden. In Conow ist die Sanierung der Kirche sehr weit vorangekommen. In Dömitz ist der Auftrag für die Sicherung des Schuppens auf dem Pfarrhof bereits vergeben. Ende des Sommers kommen die Handwerker. Und gerade sind Kelch und Patene, aus dem 16. Jahrhundert stammende liturgische Gefäße für das Abendmahl, nach ihrer Restaurierung in die Johanneskirche zurückgekehrt.

Der Verabschiedungsgottesdienst für Pastor Markus Hasenpusch wird am 24. Juli in Dömitz gefeiert, jener für Pastorin Dörte Hasenpusch am 31. Juli in Conow. Beginn jeweils 14 Uhr. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen