ludwigslust : Parken im Stadtkern ohne Geld?

Ludwigsluster Stadtvertreter diskutieren heute Abend über Parkscheinautomaten auf dem Alexandrinenplatz und in der Naumannallee

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05. März 2014, 07:00 Uhr

Ist Ludwigslust freundlich zu den Autofahrern? Diese Frage wird am heutigen Mittwochabend bei der Stadtvertretersitzung diskutiert. Es geht um das Parken auf dem Alexandrinenplatz, auf dem Schlossplatz und auf dem Caravan-Stellplatz in der Friedrich-Naumann-Allee.

Auf dem Alexandrinenplatz stehen zwei Parkautomaten. Die Stadtverwaltung möchte den auf der Seite der Alexandrinenresidenz abbauen. Dort soll künftig mit Parkscheibe zeitlich befristet geparkt werden dürfen. Auf der Seite der Sparkasse möchte die Stadt alles beim Alten lassen. Zunächst – denn sie will die Entwicklung weiter beobachten und dann vielleicht weitere Entscheidungen fällen. Auf dem Caravan-Stellplatz an der Friedrich-Naumann-Allee dagegen will die Stadt einen Automaten aufstellen. Dort sollen die Camper fünf Euro pro Tag für das Parken entrichten.

Soweit der Vorschlag der Stadt. Entscheiden muss darüber die Stadtvertretung. Sie hat das laut Tagesordnung heute Abend auf dem Tisch. Und wie das so ist bei einem sensiblen Thema, gibt es durchaus verschiedene Ansichten dazu in der Stadt. So hat zum Beispiel der Ordnungs- und Verkehrsausschuss die Vorlage abgelehnt, weil er freies Parken auf dem gesamten Alexandrinenplatz will, wie Ausschussmitglied Uwe Langmaack bestätigt.

Die Fraktion Alternative Liste der Stadtvertretung hat einen Änderungsantrag auf den Tisch gelegt. Sie will auf beiden Seiten des Alexandrinenplatzes die Parkscheinautomaten abbauen und das Parken mittels Parkscheibe und einer Höchstdauer von zwei Stunden ermöglichen. Die beiden Automaten sollen dafür auf dem Schlossplatz und auf dem Caravan-Stellplatz in der Naumannallee aufgestellt werden – teilweise also deckungsgleich mit dem, was die Stadtverwaltung vorschlägt.

Auch der einflussreiche Handels- und Gewerbeverein (HGV) hatte sich jüngst mit der Thematik beschäftigt (SVZ berichtete). Die Auffassung der Mehrheit seiner Mitglieder deckt sich im Wesentlichen mit dem Vorschlag der Alternativen Liste.

Wie die Stadtvertretung heute Abend entscheidet, ist also bisher keinesfalls sicher. Dennoch widerspricht niemand, dass es Handlungsbedarf gibt. Die Stadt hat das auch begründet: Mit der Fertigstellung der Alten Post in der Schlossstraße gegenüber dem Rathaus wird es zu einer Belebung der Innenstadt kommen. Menschen suchen die Arbeitsagentur oder das Kooperative Bürgerbüro auf, die in dem Gebäude ihren Sitz haben. Die Arbeitsagentur ist schon eingezogen, das Bürgerbüro folgt bald. Die Parkplätze hinter der Alten Post werden nicht reichen – deshalb die zusätzlichen freien Plätze auf dem Alexandrinenplatz. Weitere an der Bleiche gibt es ja bereits.

Zum Anderen möchte die Stadt den Einzelhändlern entgegenkommen, die „mangelnde Verweildauer“ der motorisierten Kunden beklagten. Laut Stadt haben in der Tat 66 Prozent der Autofahrer in der Breiten und in der Lindenstraße die kostenlose „Brötchentaste“ am Parkautomaten gedrückt, die lediglich 15 Minuten Parken erlaubt.

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