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Ludwigsluster Tageblatt

23. August 2017 | 14:09 Uhr

Kummer : Oldtimer stoppen an alter Mühle

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hamburger Club macht auf Ausfahrt Halt in Kummer / Älteste Fahrzeuge aus den 1920er-Jahren

Knapp 100 Jahre Automobil-Geschichte standen gestern Mittag am Fuße der Kummeraner Mühle: ein 36 Jahre alter Peugeot, ein BMW 319 aus dem Jahr 1940, ein britischer „Austin“ von 1934, ein Ford A von 1928 und weitere Oldies aus den 1920er-Jahren. Mit den insgesamt 18 Autos waren Mitglieder der Regionalgruppe Hamburg des Vereins „Automobil Veteranen Freunde Deutschland“ (AVF) am Morgen zu einer viertägigen Ausfahrt gestartet. Ziel war Mirow, in Kummer machten die Ausflügler die erste Rast.

Den Ort des Zwischenstopps hatte Margot Timm bei einem Ausflug vor einiger Zeit per Zufall entdeckt. „Ist es nicht schön hier?“, schwärmte die Hamburgerin. Und Arno Becker, Chef der 2010 gegründeten Regionalgruppe, ergänzte: „Die alte Mühle ist eine herrliche Kulisse für unsere Oldtimer. Ich habe schon zig Fotos gemacht.“

Die in den 1870er-Jahren erbaute Turmholländerwindmühle befindet sich seit mehr als 130 Jahren im Besitz der Familie Höppner, die im Ort heute einen Holzhandel betreibt. Bis zur Wende hatte sie noch gearbeitet – zuletzt zur Mischfutterherstellung, wie Senior Fritz Höppner erzählte. Er hatte die Mühle von seinem Vater geerbt und in den Jahren 2005/2006 äußerlich saniert. Das Bauwerk erhielt eine neue Haube und neue Flügel. „Wir wollen, dass die Mühle erhalten bleibt“, betonte Fritz Höppner. Mit Kaffee und Kuchen hatte er die Gäste aus dem Raum Hamburg im Denkmal begrüßt.

Die Begeisterung für alte Technik verbindet Fritz Höppner mit den Oldtimerfreunden. „Die alte Technik ist faszinierend“, sagte Arno Becker mit Blick auf sein Hobby. „Man muss eine Beziehung zum Fahrzeug eingehen und seine Eigenheiten herausfinden.“ Unterwegs habe er immer ein Ohr auf Motor und Getriebe, um bei Bedarf einzugreifen. So könne es nötig sein, die Vergaserdüse anders einzustellen oder die Luftzufuhr zu verändern.

Becker hat quasi aus einem Haufen Schrott einen Ford A von 1928 aufgebaut. Beim Schrauben helfen sich die Vereinsmitglieder gegenseitig. „Der eine kennt sich mit der Elektrik aus, der andere kann schweißen, ein dritter hat irgendwo eine Werkstatt“, erzählte der 65-Jährige. „Man geht zum Stöbern auf Teilemärkte und muss oft improvisieren.“ Aber das macht für den Grömitzer den besonderen Reiz dieses Hobbys aus. „Ich kenne jede Schraube an meinem Auto.“

Sein alter Ford kommt aber erst jetzt am Wochenende zum Einsatz. Gestern fuhr er noch auf einem geschlossenen Anhänger im Tross der Oldtimer mit. „Das Fahren eines solchen Autos ist auf so langen Strecken sehr anstrengend“, begründete Arno Becker. „Zweimal Kuppeln beim Hochschalten, Zwischengas beim Runterschalten, keine Servolenkung, kein Bremskraftverstärker.“

Kaum jünger als der Ford ist der „Adler Primus“ von Prof. Armin Siebert. Das Fahrzeug, das 1933 gebaut wurde, aber erst 18 500 Kilometer auf dem Tachometer hat, widerspiegele das Konzept des Automobilbaus der 1930er-Jahre, als in Gebrauchsgüter weniger investiert wurde. „Das Auto ist sehr sparsam ausgestattet“, so Prof. Siebert. „Und Chromteile sind silbergrau lackiert.“ Übrigens: In einem Vorgängermodell, einem serienmäßigen „Adler Standard 6“, hatte Clärenore Stinnes, Tochter eines deutschen Großindustriellen und Rennfahrerin, zwischen 1927 und 1929 die Erde umrundet.

So weit sollte es für die Oldtimer gestern nicht gehen. Mirow ist von Kummer nur 120 Kilometer entfernt. Mit rund 60 km/h ging es gemächlich dem Ziel entgegen. „Hier gibt es so viele hübsche, versteckte Straßen und Alleen – eine schöne Gegend für Oldtimerfahrer“, meinte Arno Becker. „Das sieht man auch an der großen Zahl der Fahrzeuge, die diesmal mitfahren.“

 

 

 

 

 

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erstellt am 13.Jun.2014 | 14:05 Uhr

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