zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 21:38 Uhr

Neustadt-Glewe : Oldtimer-Radler vor Neuanfang

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Peter Tiedemann aus Neustadt-Glewe organisiert Treffen für den 22. Mai in der Lewitzstadt / Tradition soll wieder aufleben

von
erstellt am 14.Apr.2016 | 17:25 Uhr

Stolz präsentieren sie sich auf einem alten Foto. Es ist der „Radfahrer Verein ,Adler‘ Hohwisch 1924“. Der Neustädter Peter Tiedemann hat das Bild entdeckt. „Das Gebäude, vor dem die Gruppe steht, gibt es noch“, erklärt er. „Es ist der ehemalige Konsum. Heute wohnen in dem Gebäude zwei Familien.“

Der 62-Jährige sucht Zeitzeugen, die noch etwas über den Verein oder die Menschen auf dem Foto wissen.

Peter Tiedemann liebt alte Fahrräder und möchte eine Tradition wieder aufleben lassen, die 2009 eingeschlafen ist. Zuvor hatte es nämlich jedes Jahr „Oll Drahtesel-Rennen“ in Schwerin gegeben, die an das Technische Landesmuseum und die Person seines damaligen Leiters Wolf Karge geknüpft waren. Dann zog das Museum nach Wismar um, der Leiter hörte auf. Die Freunde der historischen Fahrräder hätten dann auch nicht mehr gewollt, sagt Tiedemann.

Nun soll es in diesem Jahr einen Neustart geben – und zwar in Neustadt-Glewe. Passendes Datum dafür sei der Internationale Museumstag am 22. Mai, findet Peter Tiedemann. Drei Hochräder aus Crivitz seien auch dabei, verrät er.

Er selbst liebt die Geschichte, und ganz besonders historische Fahrräder. Der Neustädter ist zu besonderen Ereignissen mit einem seiner Prunkstücke aus dem Jahre 1914 unterwegs. Das Rad wurde im heutigen Tschechien gebaut. „Es geht noch heute so leicht im Tretlager“, schwärmt der Neustädter. Anhand der Rahmennummer hat Peter Tiedemann herausgefunden, dass das Fahrrad wirklich aus dem Jahre 1914 stammt. Es war noch zu DDR-Zeiten, als er das Rad vom Sperrmüll gerettet hat. Das war in Göhlen, wo Peter Tiedemann seine Brieftauben auflassen wollte. Da hat er den Drahtesel entdeckt.

Jüngst, vor der offiziellen Einweihung der Autobahn A 14, war Peter Tiedemann mit seinem alten Rad auf der Trasse unterwegs, gekleidet mit seiner Original-Feuerwehruniform aus dem Jahre 1874. Alljährlich zum Herrentag ist der Neustädter auch gern mal mit Frack und Zylinder auf seinem Fahrrad anzutreffen.

Neben dem Herren-Fahrrad besitzt Peter Tiedemann auch noch ein Damenrad aus dem Jahre 1923. Unheimlich viele Gegenstände aus vergangenen Zeiten nennt er sein Eigen. Da hängen die Fotos von Honecker, Stoph, Karl Marx, Ernst Thälmann. Vom Schrank herunter blickt ein überdimensionales FDJ-Emblem. Der gelernte DDR-Bürger entdeckt jede Menge Vertrautes.

Ein Kapitel der Neustädter Geschichte sieht Peter Tiedemann bisher allerdings kaum aufgearbeitet. Im Lederwerk Neustadt-Glewe haben zu DDR-Zeiten über 1600 Menschen gearbeitet. Peter Tiedemann war einer von ihnen, ist hier 21 Jahre lang als Kfz-Elektriker tätig gewesen. Außerdem kannten die Kollegen ihn als Leiter der Einsatzgruppe der Betriebsfeuerwehr. Tiedemann schreibt heute an der Chronik des Betriebes. Er bedauert, dass der ehemalige Betriebsleiter Manfred Biedermann bereits verstorben ist. Peter Tiedemann erinnert sich noch, dass dieser ihm einmal einen Film für ein Wiedersehenstreffen ehemaliger Lederwerker überlassen hat, an dem Biedermann selbst nicht teilnehmen konnte. Der Streifen kam prima an bei den ehemaligen Kollegen. Material zur Lederwerksgeschichte hat Peter Tiedemann jede Menge. Es braucht jedoch einen würdigen Rahmen, um einem breiten Publikum präsentiert werden zu können.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen