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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 08:45 Uhr

Ludwigslust : Ohne Langeweile: Natur als Lehrer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Uwe Jueg ist Vorsitzender der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg, liebt die Botanik und ist Lehrer für Biologie und Chemie

von
erstellt am 29.Jul.2017 | 06:42 Uhr

Nein, NGM ist keine Abkürzung für eine amerikanische Automarke. Dahinter verbirgt sich seit 2000 die Naturforschende Gesellschaft Mecklenburg, deren Mitbegründer und Vorsitzender Uwe Jueg heißt. Ein gebürtiger Ludwigsluster. Etwa 70 Mitstreiter aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland- Pfalz und Schleswig-Holstein haben sich seitdem bei ihm zusammengefunden, um sich für Ökologie, Evolutionsgeschichte, Biologie und Naturschutz zu engagieren. Der begnadete Biologie- und Chemielehrer schafft es auch heute noch, täglich auf’s Neue über die Natur und ihre vielen Wunder zu staunen, verrät der 50-Jährige, als er SVZ-Redakteur Thorsten Meier bei einem Pott selbst aufgebrühtem Krümelkaffee die beliebten Fragen zum Wochenende beantwortet. Im Natureum, seiner zweiten Heimat. Im Schatten des Barockschlosses. Wunderbar anschaulich, lehrreich, oft verblüffend, nie langweilig, aber immer mit einer Hingabe, für die das Wort Herzblut ein viel zu schwaches wäre, vermag der Pädagoge und seit fast 18 Jahren überdies als Leiter der Fachgruppe Botanik, die sein Kind ist, andere zu begeistern. „Nur was wir kennen und lieben, sind wir auch bereit zu schützen“, betont Jueg und weiß sich damit eins mit vielen Altvorderen. Beispielsweise seinem Vater Alfred, der ihm die Liebe zu Fauna und Flora praktisch in die Wiege legte. Denn auch er war einst schon Lehrer für Biologie, hat Generationen von Heranwachsenden die Vielfalt von Arten und Lebensräumen näher gebracht. Die Augen geöffnet, für die Lehrmeisterin Natur, ihren magischen Reichtum, aber auch ihre Zerbrechlichkeit.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
„Carpe diem“, also „Nutze den Tag“. Man sollte jedem Tag etwas Positives abgewinnen, auch wenn er mal nicht so optimal gelaufen ist. Das ist mir wichtig.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Überall dort, wo Natur noch Natur sein darf. Wo möglichst wenig Menschen sind. Am liebsten in der Nähe von Seen und Flüssen. Was meiner Vorliebe für die dem Wasser zugehörenden Tieren und Pflanzen geschuldet ist.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Erdbeerpflücken bei der GPG Storchennest. Das war damals in der Grundschule.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für eine Langspielplatte von den Rubettes, es war meine erste LP überhaupt. Ich habe sie damals hoch und runter gedudelt und besitze sie heute noch.

Wo findet man Sie am ehesten?
Wenn ich nicht in der Schule oder Zuhause bin, findet man mich garantiert im Natureum, dem Naturmuseum der NGM oder im Ludwigsluster Schlosspark.

Was stört Sie an anderen?
Oberflächlichkeit, Neid, Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit. Wer unpünktlich ist, geht nachlässig mit der Zeit anderer um.

Welche Musik hören Sie am liebsten?
Mein Musikgeschmack ist breitgefächert. Er reicht von Bruce Springsteen, Adele oder Ed Sheeran bis Deep Purple, Metallica, Doro, Accept und irischem Folkrock oder Torfmoorholm.

Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Dass ich glücklich im Kreis meiner Familie bin, meinen Hobbys nachgehen kann und mir auch viele kleine Wünsche erfüllen kann.

Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
In manchen Situationen auf jeden Fall Bauchmensch. Aber überwiegend wohl doch Kopfmensch.

Wonach suchen Sie im Leben?
Eigentlich bin ich sehr glücklich, seit ich meine Familie habe. Ich bin seit sechs Jahren verheiratet. Die Fragen des Lebens zu beantworten, danach trachte ich auch. Gelingt bloß nicht immer....

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Obst, Gemüse, Fisch, Käse, Saft und gern auch mal ein gutes Stück Fleisch sowie ein Fläschchen Wein.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich würde gern noch reisen, beispielsweise in die Anden, das südliche Afrika oder Südostasien. Ich würde auch gern besser Gitarre spielen und ein brauchbareres Englisch sprechen können.

Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?
Leider geht es nicht mehr, aber da wäre auf jeden Fall Charles Darwin. Er ist für mich einer der faszinieren-sten Biologen, der seiner Zeit damals weit voraus war. Mit ihm würde ich gerne fachsimpeln und neue Ideen diskutieren. Er wahrscheinlich aber nicht bei Kaffee, sondern eher mit englischem Tee.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
optimistisch

Wo ist für Sie Heimat?
Ganz klar in Ludwigslust.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Meine ersten Reisen unternahm ich mit meinen Eltern in verschiedene Regionen der damaligen DDR. Die erste Reise mit meiner Frau und Tochter führte mich nach Mallorca, eine wunderschöne Insel mit grandioser Wildnis und geschichtsträchtiger Kultur, wenn man einen großen Bogen um den Ballermann macht.

Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Ich bin nicht wählerisch, es muss nur schmecken. Beim Essengehen lege ich großen Wert auf ein gemütliches Ambiente, egal ob deutsche, italienische, griechische oder sonstige Küche. Ich koche sehr gern mit meiner Frau zusammen.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meine Familie, Freunde, gemütliche Abende mit guten Gesprächen an der Feuerschale.

Worauf könnten Sie verzichten?
Auf einen Swimmingpool, McDonalds, Formel 1 und das Nachmittagsprogramm vieler privater Fernsehsender.

Welches ist für Sie das schönste Wort?
Harmonie.

Was bedeutet Ihnen die Liebe?
Es ist der Schlüssel zum Glück.

Was war bisher ihr schönstes Geschenk?
Meine Frau Monika ist mein schönstes Geschenk.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Von Waltraut Lewin über den Staufenkaiser Friedrich II.

Wem sollen wir ebenfalls diese Fragen stellen?
Meinem ehemaligen Lehrer Karl-Hans Dommerich, dem ich viel zu verdanken habe, beruflich, als auch als Wegbereiter in der Wissenschaft. Ich schätze vor allem seine profunde Kenntnis in der Ludwigsluster Stadtgeschichte.

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