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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 22:55 Uhr

Dadow : Offline seit über einer Woche

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dadower sind seit „Xavier“ vom Internet und Festnetz der Telekom abgeschnitten / Vor-Ort-Termin kam bis heute nicht zustande

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 19:00 Uhr

Vor gut einer Woche verwüstete Sturmtief „Xavier“ unsere Region, ließ Bäume wie Streichhölzer umkippen und unterbrach vielerorts das Strom- und Telefonnetz. Während die Aufräumarbeiten überall in vollem Gange sind, ist Dadow bei Grabow immer noch vom Telefonnetz der Telekom abgeschnitten. Martin Eckert und seine Nachbarn sind verärgert, dass sich das Unternehmen immer noch nicht um den Schaden im Dorf gekümmert hat.

Seit Donnerstag vergangener Woche, Punkt 15 Uhr, ist Familie Eckert in der Langen Straße in Dadow vom Telefonnetz abgeschnitten. Und so geht es auch allen Nachbarn, die Kunden der Telokom sind. Das bedeutet, weder der Festnetzanschluss noch das Internet funktionieren. „Ich arbeite von zuhause aus, bin auf das Telefon und vor allem Internet angewiesen. Die aktuelle Situation belastet meinen Arbeitstag“, erklärt Martin Eckert, der u.a. als medizinischer Gutachter tätig ist.

Seit Donnerstag versuchte er immer wieder, die Störungshotline seines Anbieters zu erreichen. „Und dann sollte ich immer 45 Minuten in der Warteschleife auf den nächsten freien Mitarbeiter warten. Aber wer hat denn so viel Zeit“, fragt sich Martin Eckert. Auch seine Frau Marie versuchte ihr Glück. „Ich habe über mein Smartphone eine E-Mail geschickt. Als Antwort kam ein Angebot für einen neuen Vertrag, aber keine Hilfe.“ Am vergangenen Dienstag dann die große Überraschung: Über eine andere Nummer konnte Martin Eckert endlich eine Telekom-Mitarbeiterin erreichen, die ihm mitteilte, dass der Schaden in Dadow noch gar nicht bekannt war. „Die müssen dringend an ihrem Schadensmanagement arbeiten“, so Martin Eckert.

Auch für Eckerts Nachbarn Jelle de Vries, der ein Agrarunternehmen betreibt, hat der Internetausfall Auswirkungen auf die Arbeit. „Wir müssen regelmäßig Meldung über unsere Kälber machen, damit sie Rinderpässe bekommen und wir sie verkaufen können. Das läuft alles über ein Internetportal“, erklärt der Landwirt. Und auch die monatliche Milchkontrolle, die online an den Landeskontrollverband in Güstrow geschickt werden muss, fiel ausgerechnet in die Zeit nach Sturmtief „Xavier“. „Ich bin dann zu meiner Schwägerin gefahren und habe die Daten dort eingetragen. Zum Glück ist dem Betrieb kein Schaden entstanden, es war einfach nur umständlich und ein Mehraufwand“, so de Vries.

Da in den Tagen nach dem Sturm auch kein Telekom-Techniker im Dorf zu sehen war, machten sich Martin Eckert und Ehefrau Marie auf die Suche nach dem Ursprung. „Wir folgten den durchhängenden Überlandleitungen durch das Dorf. An der Ecke Lange Straße/Friedensstraße entdeckten wir dann die zerrissene Leitung“, erklärt Martin Eckert. Dort waren während des Sturms zwei Eichen auf ein Haus gestürzt und hatten dabei die Leitung zerrissen. „Die Kabel hängen eine Woche nach dem Sturm immer noch da rum, da kümmert sich niemand“, so Eckert weiter.

Die Telekom war auch für unsere Redaktion gestern technisch nicht zu erreichen. Auf der Internetseite ist zu lesen, dass es durch das starke Unwetter vor allem in Ostdeutschland zu Ausfällen und Leitungsschäden gekommen sei. Die Störung sei in Bearbeitung, die Arbeiten sollen etwa ein bis zwei Wochen andauern. Bei Familie Eckert hatte sich gestern ein Telekom-Techniker angemeldet, der den Hausanschluss überprüfen wollte. „Er kam jedoch nicht“, so Marie Eckert. „Und unser Anschluss ist ja auch in Ordnung. Die werden erstaunt sein über das Ausmaß vor Ort“, so Martin Eckert. Wann das nächste Mal ein Techniker nach Dadow kommen will, geschweige denn wann das Dorf wieder online sein wird, ist unklar.


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