Ludwigslust : Offensive gegen Dauerparker

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Das Lindencenter und der Edeka-Markt setzen Parkzeit-Begrenzungen jetzt mit Knöllchen durch. ADAC Hansa bestätigt: Die Vorgehensweise ist rechtens

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07. Juni 2016, 21:00 Uhr

Kunden des Ludwigsluster Lindencenters dürfte die Nachricht freuen: Sie haben jetzt auf den drei Parkflächen der Einkaufsmeile mehr Chancen auf einen freien Platz. Das Lindencenter-Management hat eine Firma beauftragt, die Parkzeit-Begrenzung nunmehr mittels Knöllchen durchzusetzen. 25 Euro werden fällig, wenn keine Parkuhr eingelegt oder die Parkzeit überschritten ist. Eine Maßnahme, die nicht alle Mieter oder Angestellten freut, die bisher ebenfalls ihre Autos hier abstellten – wesentlich länger als zwei Stunden natürlich.

Laut Andrea Danda, der Leiterin des Lindencenter-Managements, war die Maßnahme dringend nötig. „Die Beschwerden der Kunden haben sich gehäuft, so dass wir etwas unternehmen mussten“, sagt sie. Seit Mai 2014 war die Parkzeit-Begrenzung auf zwei Stunden eingeführt worden. Kaum jemand habe sich ernsthaft daran gehalten, bedauert Andrea Danda, so dass jetzt durchgegriffen werde. Die Parkplätze sind an eine Firma abgegeben worden, die diese nun überwacht. „Das Lindencenter-Management hat damit nun nichts mehr zu tun“, so Danda. Die Maßnahmen betreffen alle drei Parkplätze, über die die Einkaufsmeile verfügt. Schon bei der Einfahrt weist ein großes Schild auf die Neuerung hin. Darüber hinaus ist das Zeichen 291 der Straßenverkehrsordnung (Parkscheibe) über die Plätze verteilt angebracht.

Gleichzeitig hat auch der Edeka-Markt in der Breiten Straße von Ludwigslust dieses System eingeführt. Gerade in dieser Woche ist es losgegangen, und auch Supermarkt-Inhaberin Kerstin Prill erhofft sich eine Verbesserung der Situation. Die Parkzeit-Begrenzung am Edeka-Markt ist zweigeteilt. Eine halbe Stunde vorn, eineinhalb Stunden auf den restlichen Plätzen. „Dann haben unsere Kunden auch genügend Zeit, wenn sie nochmal schnell in andere Geschäfte wollen“, sagt Kerstin Prill. „So konnte es nicht weitergehen. Ich musste mir sogar von unbelehrbaren Autofahrern, die unseren privaten Parkplatz unberechtigt nutzen, einiges anhören“, ergänzt Prill.

25 Euro – das ist mehr als die öffentliche Hand in der Regel verlangt, wenn ein adäquater Verstoß im öffentlichen Raum passiert. Laut der beauftragten Firma (Eastrella Parkplatz Management) darf es bei Verstößen auf einem Privatgrundstück zu einer Strafzahlung bis zum Doppelten der örtlichen Bußgeldverordnung plus Mehrwertsteuer und Mitarbeiterkosten kommen.

„Ja, ein privater Inhaber darf höhere Zahlungen fordern als die öffentliche Hand“, bestätigt auch Christian Hieff, Pressesprecher des ADAC Hansa. „Allerdings sollen sie angemessen und ortsüblich sein.“ Was das heißt, müsse gegebenenfalls juristisch entschieden werden. „Es ist ratsam, das geforderte Geld zu zahlen, als sich auf den unsicheren Weg vor Gericht zu begeben“, so Hieff.

Übrigens: Das korrekte Einlegen einer Parkscheibe regelt Paragraf 13 Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung. Der Zeiger der Parkuhr muss immer auf einen schwarzen Strich zeigen, sonst gilt die Parkscheibe als nicht eingelegt. Wer zum Beispiel um 12.01 Uhr ankommt, darf die Scheibe auf 12.30 Uhr drehen. Die Zeit zählt erst ab dann.

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