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Ludwigsluster Tageblatt

16. Januar 2018 | 09:33 Uhr

Kummer : Offene Arbeit in Kita und Schule

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ausschuss für Bildung und Soziales tagte in Kummer / Ortsteilvorsteher rief Mitglieder auf, sich für Erhalt des Standortes einzusetzen

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erstellt am 13.Nov.2014 | 13:02 Uhr

Dass der Ausschuss für Bildung und Soziales der Stadtvertretung Ludwigslust in der Grundschule Kummer zur Beratung zusammenkam, war kein Zufall. Der Schulstandort im Ludwigsluster Ortsteil, dessen Anfänge bis ins Jahr 1776 zurückreichen sollen, gehört regelmäßig zu den Wackelkandidaten, wenn im Landkreis eine neue Schulentwicklungsplanung erarbeitet wird. Und das ist derzeit der Fall.

Die Ausschussmitglieder nutzten am Mittwochabend die Gelegenheit, um Grundschule und Kindertagesstätte „Micky Maus“ in unmittelbarer Nachbarschaft kennen zu lernen. So wissen sie nun, wovon sie reden, falls in ein paar Wochen für den Erhalt des Standortes gekämpft werden muss. Genau darum bat Ortsteilvorsteher Udo Jauert die Ausschussmitglieder zu Beginn der Sitzung. „Mit der Schließung von Kindergarten und Schule würde ein Teil Leben, ein Teil Kultur verloren gehen“, sagte Udo Jauert.

Noch als eigenständige Gemeinde hatte Kummer das Konzept entwickelt, Kindertagesstätte, Schule, Turnhalle und Dorfgemeinschaftshaus an einer Stelle zu konzentrieren. Innerhalb von 15 Jahren sei es in die Realität umgesetzt worden. Bei den Ausschussmitgliedern fand es augenscheinlich Anklang – im Zusammenspiel mit der inhaltlichen Arbeit beider Einrichtungen. Gerd Laudon, stellvertretender Ausschussvorsitzender, sieht in dem Areal gar ein kleines Schulzentrum. „Hierzu kann man Eltern und Kindern nur gratulieren“, sagte er nach dem Rundgang durch Kita, Schule und Turnhalle.

In der Schule hatte die stellvertretende Leiterin Kathrin Demuth über das pädagogische Konzept informiert. Wochen- und Tagespläne, Gruppen-, Stationen- und Teamarbeit gehörten dazu. „Wenn die Kinder nach so einem Plan arbeiten, schaffen sie viel mehr“, erklärte die Lehrerin. Sollte ein Schüler die Aufgaben nicht schaffen, weil er zu träge gearbeitet hat, müssen diese – in Absprache mit den Eltern – am Wochenende zu Hause beendet werden.

Außerdem werden die derzeit 62 Schüler zum Teil in jahrgangsübergreifenden Kursen – je eine Stunde pro Woche in Mathematik und Deutsch – unterrichtet. „So lernen die Kinder voneinander“, betonte Kathrin Demuth.

Auch das Thema Inklusion ist an der Grundschule längst Realität: In Kummer lernen mehrere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sei es wegen Konzentrationsstörungen, Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Rechenschwäche oder Verhaltensproblemen. In der dritten Klasse gibt es zwei Kinder mit Lernbehinderung. „Sie werden hier auf Grundschulniveau unterrichtet. Wenn sie an ihre Grenzen stoßen, kann man dann immer noch auf die Sonderpläne umstellen“, erklärte Kathrin Demuth, die zwölf Jahre lang an einer Förderschule gearbeitet hatte.

Die Grundschule setzt nach Aussage von Kathrin Demuth die offene Arbeit fort, die die Mädchen und Jungen in der wenige Meter entfernten Kindertagesstätte kennen gelernt haben. Auch dort können die Kleinen mitbestimmen, was sie wann machen wollen. Aber auch dort gibt es eine Regel, damit nicht etwa die kleinen Zeichenkünstler jeden Vormittag beim Malen sitzen und dafür niemals Lieder oder Gedichte lernen: „Jede Angebotsart darf nur einmal pro Woche gewählt werden“, erklärte Kita-Leiterin Hannegret Genz. Entscheiden könnten die Kinder auch, wo und mit wem sie spielen – und das unabhängig vom Alter. Alle Gruppenräume sind miteinander verbunden, so dass die Zweijährigen auch zu den Sechsjährigen gehen können. Bei Bedarf werden die Türen geschlossen.

In der Kita werden derzeit neun Krippenkinder (Kapazität zehn), 21 Kindergartenkinder und 33 Hortkinder (Kapazität 44) betreut. In zwei Jahren steht ein bemerkenswertes Jubiläum ins Haus. „Eine Kindergartenbetreuung gibt es in Kummer schon seit 1936“, so Hannegret Genz.


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