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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 03:10 Uhr

Trinkwasser : Nur noch zwei Wasserwerke

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zweckverband ZkWAL investiert vor allem im Bereich Trinkwasser. Keine zentralen Erschließungen für die Abwasserentsorgung mehr

von
erstellt am 08.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Neuer Schwerpunkt in der Bautätigkeit des Zweckverbandes ZkWAL: Weit mehr als die Hälfte der für dieses Jahr geplanten Investitionen soll im Trinkwasserbereich realisiert werden. Bislang lag dieser Anteil bei gerade einmal einem Viertel. Grund für diese Verschiebung ist, dass der Verband keine Orte mehr an das zentrale Schmutzwasserentsorgungsnetz anschließen will. Dafür wird weiter an der Strategie gearbeitet, Trinkwassergewinnung und -aufbereitung an nur noch zwei Standorten zu konzentrieren.

Doch auch der Umfang der Investitionen insgesamt hat sich verändert. „Wir wollen in diesem Jahr rund 2,7 Millionen Euro investieren“, erklärt Stefan Lange, Geschäftsführer des Zweckverbandes kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (ZkWAL). „In den vergangenen Jahren waren es immer sechs bis sieben Millionen Euro.“

Größtes Einzelvorhaben ist 2017 der Bau einer Verbindungsleitung vom noch bestehenden Wasserwerk Kolbow zum Wasserwerk Wanzlitz. Unter der neuen Autobahntrasse liegen bereits die Leerrohre dafür. „Das Wasserwerk Kolbow soll im kommenden Jahr zu einer Druckerhöhungsstation zurückgebaut werden“, erklärt Stefan Lange. Dann wären von den 14 Wasserwerken des ZkWAL kurz nach der Wende nur noch zwei übrig. „Das senkt unsere Betriebskosten weiter“, erklärt Verbandsvorsteher Peter Warnecke.

Die beiden Wasserwerke in Neustadt-Glewe und Wanzlitz haben nach Aussage des ZkWAL-Geschäftsführers einen weiteren Vorteil: „Sie befinden sich im Wald. Damit sind die Ammoniumnitratbelastung, wie sie auf landwirtschaftlichen Flächen vorkommen kann, und die damit verbundene spezielle Aufbereitung des geförderten Trinkwassers für uns kein Thema“, so Stefan Lange. „Das spart erhebliche Kosten.“

Der Umbau des Kolbower Wasserwerkes wird die letzte große Investition ins Trinkwassernetz sein. Anschließend gehe es nur noch darum, die vorhandenen Anlagen zu erneuern und zu optimieren, so Peter Warnecke. So werde über eine Trinkwasserleitung zwischen Muchow und Blievenstorf nachgedacht, über die im Fall einer Havarie der Versorgungsbereich des Wasserwerkes Wanzlitz mit dem des Wasserwerkes Neustadt-Glewe verbunden werden kann. „Unser Ziel ist es, die Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen.“

Diesem Ziel dienen auch Investitionen ins Leitungsnetz. So sollen in Dömitz in der Roggenfelder Straße in diesem Jahr Trinkwasser-, Regen- und Schmutzwasserleitungen ersetzt werden. „Außerdem ziehen wir dort, wo Straßen ausgebaut werden, in der Regel mit und erneuern unsere Trinkwasserleitungen“, erklärt Stefan Lange und nennt Kummer, Vielank und Balow als Beispiele. Neben diesen Investitionen sind im Wirtschaftsplan 2017 auch jeweils 100 000 Euro für unvorhergesehene Bauarbeiten am Trink- und am Schmutzwassernetz vorgesehen.

Größere Investitionen sind bei der Schmutzwasserentsorgung nicht mehr geplant. Hintergrund ist das Abwasserbeseitigungskonzept, das die Verbandsversammlung beschlossen hat. „Danach wird es von unserer Seite aus keine zentralen Ortserschließungen mehr geben“, so Stefan Lange. Vorausgegangen war eine Befragung der nicht zentral angeschlossenen Gemeinden, wie sie die Abwasserbeseitigung in ihren Orten künftig geregelt haben wollen. „Alle Gemeinden erklärten, dass sie weiterhin dezentral entsorgen wollen“, erklärt Verbandsvorsteher Peter Warnecke. „Diesem Votum sind wir in der Verbandsversammlung gefolgt.“

 

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