Grabow : Noch mehr Skelette in der Baugrube

Archäologe Rolf Schulze  hat im Bereich des Kirchenplatzes in Grabow 34 Skelettfunde dokumentiert.
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Archäologe Rolf Schulze hat im Bereich des Kirchenplatzes in Grabow 34 Skelettfunde dokumentiert.

Archäologe Rolf Schulze aus Schwerin legte im Zuge der Baumaßnahmen am Grabower Kirchplatz 34 Grabstellen frei

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28. August 2015, 07:00 Uhr

Rolf Schulze zeigt auf die sterblichen Überreste, die am Boden der Baugrube auf dem Kirchplatz in Grabow liegen. Es handelt sich um das Skelett eines vierjährigen Kindes aus dem 18. Jahrhundert. „In diesem Fall handelte es sich um eine Sonderbestattung. Zwei große Steine wurden dem Toten an den Kopf gelegt, zudem sind zwei Nägel in die Füße von außen durch den Sarg geschlagen worden. Ein Zeichen für den damals vorherrschenden Wiedergänger-Glauben. Die Leute haben vermutet, dass das Kind noch andere Menschen in den Tod nachziehen könnte, und wollten das auf diese Art der Bestattung vermeiden“, so der Archäologe, der schon seit einigen Wochen hier tätig ist.

Rolf Schulze hatte im Zuge von Bauarbeiten zur Umgestaltung des Areals rund um die Kirche in Grabow sterbliche Überreste aus der Zeit zwischen 1725 und 1809 freigelegt. Bei den drei Skelettfunden Ende Juli war von ihm auch ein weiterer Fall von Sonderbestattung festgestellt worden. Interessant ist dabei, dass der Tote damals auf dem Bauch liegend beerdigt wurde. „Der Aberglaube der Leute ging so weit, dass sie wohl dachten, diese Person, die in ihrem Leben auf eine eigentümliche Art auffällig war, könnte nach dem Tod als Wiedergänger zurückkommen und ihnen Schaden zufügen.“

Die Bilanz der Grabungen weist bis zum gestrigen Zeitpunkt 34 Grabfunde aus. „Aber nicht alle Skelette werden herausgeholt und für eine Bestattung auf dem hiesigen Friedhof vorbereitet. Sie werden zwar alle dokumentiert, aber einige bleiben dort auch im Boden liegen, die Skelette müssen infolge der Baumaßnahmen nicht zwingend entfernt werden, weil sie zu tief oder am Rand der Baugrube lagen“, so der Experte vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege Schwerin. Einige Meter weiter vom Fundort des Skeletts des vierjährigen Kindes hat Rolf Schulze die aus dem 18. Jahrhundert stammenden sterblichen Überreste eines Neugeborenen entdeckt.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der SVZ vom 28. August und im ePaper.

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