Ludwigslust : „Nichts Selbstverständliches“

Geehrt für das ehrenamtliche Engagement: Katharina Lotz, Reinhard Heißner, der Seniorenbeirat, die Grünen Damen des Westmecklenburg-Klinikums, das Café der kulturellen Vielfalt, der Behindertenverband sowie Andreé Roth und Jörg Thomas von der Kunststube.  Fotos: Neumann
1 von 5
Geehrt für das ehrenamtliche Engagement: Katharina Lotz, Reinhard Heißner, der Seniorenbeirat, die Grünen Damen des Westmecklenburg-Klinikums, das Café der kulturellen Vielfalt, der Behindertenverband sowie Andreé Roth und Jörg Thomas von der Kunststube. Fotos: Neumann

Stadt Ludwigslust würdigt auf Neujahrsempfang ehrenamtliches Engagement / Minister zum Projekt Bahnhofsvorplatz: Loslegen

von
15. Januar 2020, 22:55 Uhr

Gewusst hatte er es nicht. Aber als Reinhard Heißner am Mittwochabend in der Stadthalle gebeten wurde, am Tisch mit dem „Reserviert“-Schild Platz zu nehmen, schwante ihm etwas. Der 85-Jährige wurde mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt für sein Engagement geehrt. „Reinhard Heißner ist ein Kind dieser Stadt“, sagte Helmut Schapper, Präsident der Stadtvertretung, in der Laudatio. „Sowohl beruflich als auch ehrenamtlich hat er stets an der Weiterentwicklung der Stadt und des gesellschaftlichen Lebens mitgewirkt.“

Die Stadt hatte ihren Neujahrsempfang genutzt, um verdienstvolle Persönlichkeiten zu würdigen. Den Dank der Landesregierung überbrachte Christian Pegel (SPD). „Ehrenamt ist nichts Selbstverständliches, auch wenn es für viele, die es tun, selbstverständlich ist“, sagte der Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in seiner Rede. „Und das Ehrenamt ist nur deshalb so stark, weil ganze Familien bereit sind, diesen Weg zu gehen.“ Davon kann auch Hannelore Heißner ein Lied singen: „Erst kommt Ludwigslust, dann Ludwigslust und dann nochmal Ludwigslust. Und dann komme ich“, fasste sie das Tun ihres Mannes Reinhard zusammen.

Der Neujahrsempfang mit Gästen aus Politik und Verwaltung, von Polizei, Feuerwehr und dem Patenbataillon der Bundeswehr sowie Bürgern stand diesmal unter dem Thema „Wechselbeziehungen zwischen Verkehr, Infrastruktur und Klimaschutz“. Und da wurde es zwangsläufig politisch. „Ich wünsche mir, dass wir die Kraft aufbringen, nicht nur Teilaspekte, sondern das Ganze im Blick zu behalten“, sagte Helmut Schapper. Für ihn und andere sei es fast unerträglich zu erleben, wie getroffene Entscheidungen immer wieder infrage gestellt werden. Christian Pegel betonte, dass der Umbau des Bahnhofsvorplatzes eine wichtige Ergänzung für diesen wichtigen Verkehrsverknüpfungspunkt sei. „Man kann auch noch die nächsten zwei Jahre darüber reden, ob es eine bessere Lösung gibt“, so der Minister. „Ich glaube aber, irgendwann muss man einen Punkt machen und loslegen.“ Das Land sei da mit einer 75-prozentigen Efre-Förderung an der Seite der Stadt. Er deutete aber an, dass die aktuelle EU-Förderperiode allmählich zu Ende geht und man nicht weiß, was für Projekte in einer nächsten Förderperiode gefördert werden. Sein Appell: „Der Kompromiss ist kein Verbrechen an der wahren Meinung. Der Kompromiss ist die wahre Leistung, wie man unterschiedliche Meinungen zusammenführt und am Ende gesellschaftliche Solidarität erhält.“

Mit Blick auf den Klimanotstand, den Ludwigslust 2019 ausgerufen hatte, betonte Bürgermeister Reinhard Mach, dass man künftige Beschlüsse unter Klimaschutzgesichtspunkten betrachten wird. „Wir werden Initiativen zur Abfallvermeidung ergreifen. Und ich möchte mit Unterstützung der Stadtvertretung und der Ludwigsluster an einer Entschleunigung der innerstädtischen Verkehre und einer besseren Situation für Fahrradfahrer arbeiten.“ Der Bürgermeister rief zu einer Versachlichung der Debatte ohne Schuldzuweisungen auf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen