Sanierung Schloss Ludwigslust Teil 8 : Nicht von Pappe

Büste einer unbekannten Dame
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Büste einer unbekannten Dame

Noch 2 Tage: Der Ostflügel des Schlosses wird am 6. März wieder eröffnet. SVZ gewährt täglich einen Blick hinter die Fassade.

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04. März 2016, 08:00 Uhr

Zu den berühmtesten Bildhauern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts gehört Jean-Antoine Houdon (1741–1828). Bei einem Besuch des Prinzenpaares Erbprinz Friedrich Franz und seiner Gemahlin Luise von Sachsen-Gothe in der Werkstatt des Künstlers in Paris 1782, fertigte er Büsten von beiden.

Houdon hielt mit seinen Skulpturen nicht nur die gesellschaftliche Stellung der Personen fest. Vielmehr gelang es ihm, das individuelle und menschliche der dargestellten Person wiederzugeben. Angetan von den Werken Houdons erwarb Friedrich Franz in der Folgezeit zahlreiche Büsten bedeutender Persönlichkeiten der Aufklärung sowie der Literatur- und Musikgeschichte.

Mit einem Sammlungsbestand von 15 Porträtbüsten, besitzt das Staatliche Museum Schwerin Stücke von höchster Qualität und Seltenheit. Die zwischen 1770 bis 1792 gefertigten Büsten geben einen repräsentativen Einblick in sein Werk.

Die Arbeit „Büste einer unbekannte Dame“ ist eines der frühen Werke Jean-Antoine Houdons. Wahrscheinlich um 1770 gefertigt, orientiert er sich an der römischen Antike. Das Porträt zeigt außer einer kunstvoll in die Haare eingeflochtenen Perlenschnur keinerlei Anzeichen der gesellschaftlichen Stellung der dargestellten Person. Sie widerspiegelt die Überzeugung des Künstlers, dass jede Persönlichkeit unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung bildwürdig ist.
Die Porträtbüste „Katharina II. von Russland“ weist in ihrer Darstellung als Herrschertypus mit den Insignien der Herrscherin, Diadem und Orden eine größere Distanz als viele andere seiner Werke auf. Houdon fertigte das Bildnis der russischen Zarin 1773 nicht nach der Natur, sondern nutzte als Vorlage Arbeiten anderer Bildhauer.

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