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Ludwigsluster Tageblatt

20. August 2017 | 10:08 Uhr

Ludwigslust : Nicht scheuen, 110 zu wählen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ermittlungsgruppe „Tageswohnungseinbrüche“ der Polizeiinspektion Ludwigslust erfolgreich / Tätergruppe gefasst

Sie kommen am helllichten Tage und brechen in Eigenheime ein. Seit Ende 2013 zählte die Polizei im Landkreis Ludwigslust-Parchim 90 solcher Einbrüche. Dabei machten die Ganoven Beute im Wert von 250 000 Euro: Neben Bargeld vor allem Schmuck, Handys, Smartphones, Laptops. Darüber hinaus entstand Schaden von insgesamt rund 16 000 Euro, so durch eingeschlagene Fenster und aufgehebelte Türen.

Im Mai nun gelang der Polizei ein Schlag gegen die Einbrecher. Matthias Munke, Leiter der speziell gebildeten Ermittlungsgruppe „Tageswohnungseinbrüche“ (fünf Beamte), sagt: „Dank der Aufmerksamkeit von Bürgern konnten wir zwei 26 und 56 Jahre alte Frauen und einen 39-jährigen Mann fassen, die aus Polen stammen, aber teils in Deutschland leben. Ein Einwohner eines Dorfes bei Plau hatte die Frauen im Flur seines Hauses überrascht. Er wählte den Notruf 110. Zufällig kam gerade eine Polizeistreife vorbei, sodass die Frauen und der in einem Auto wartende Komplize festgenommen wurden.“

Der Mann hatte sich zuvor in Polen einer Haftstrafe entzogen, sitzt jetzt in Auslieferungshaft. Er und die Frauen wurden in einem beschleunigten Verfahren zu mehrmonatigen Freiheitsstrafen, die zu zwei Jahren Bewährung ausgesetzt wurden, verurteilt. Munke würdigt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei. Tom Sperling, Leiter des Kriminalkommissariats Ludwigslust-Parchim: „Wir können dieser Gruppe bisher sechs Taten nachweisen.“ Gegenwärtig prüfen die Ermittler, ob weitere Einbrüche auf deren Konto kommen. Interessant auch, dass Verwandte der Verurteilten in Hamburg festgenommen werden konnten, die sich ebenfalls auf Wohnungseinbrüche spezialisiert hatten.

Einen weiteren Fahndungserfolg gab es in Parchim, wo ein einheimischer Täter nach einem Wohnungseinbruch festgenommen wurde. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Einbrechern allgemein sowohl um einheimische als auch ausländische Täter handelt. Zurückzuführen sind die Erfolge auf mehrere Faktoren. So arbeitet die in der Polizeistation Crivitz ansässige Ermittlungsgruppe „Tageswohnungseinbrüche“ der Polizeiinspektion Ludwigslust eng mit Kollegen anderer Dienststellen zusammen. Die Polizisten in Crivitz sammeln so alle Daten zu Wohnungseinbrüchen im Landkreis, aber auch im benachbarten Landkreis Nordwestmecklenburg und aus Schwerin. Auch zu den Polizeien benachbarter Bundesländer gibt es Kontakte. Ein Staatsanwalt und eine Richterin beschäftigen sich speziell mit diesen Fällen. Auch deshalb konnte die Tätergruppe im beschleunigten Verfahren verurteilt werden.

Für viele Opfer ist der Fall damit allerdings nicht abgetan. Matthias Munke sagt, dass es für Opfer schwer ist, ein solches Ereignis psychisch zu verarbeiten. „Die Einbrecher sind maximal 15 Minuten im Haus, verwüsten es auf der Suche nach Beute und hinterlassen Chaos. Für die Bewohner ist das ein Eingriff in die Intimsphäre, der sie belastet.“ Munke betont, dass die Bevölkerung helfen kann, solche Einbrüche zu verhindern. Anwohner sollten die Polizei über Notruf oder Internetwache alarmieren, wenn fremde Autos auftauchen und der Verdacht besteht, Unbekannte kundschaften die Gegend aus.

 

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erstellt am 12.Jun.2014 | 20:00 Uhr

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