Malliß : Nicht mähen, rasen!

Im Mallißer Industriepark kämpfen am 2. Mai Rasentrecker um Deutschen Meistertitel

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08. März 2015, 06:52 Uhr

Ihr Mähwerk ist längst abgeschraubt, das Fahrwerk tiefer gelegt, ihre Hauben lackiert und mit Airbrush verziert. Die Rasentrecker, die am 2. Mai beim Industriecup in Malliß an den Start gehen, mähen schon lange nicht mehr. Sie rasen nur noch.

Erstmals werden sich dieses Jahr in Malliß Deutschlands schnellste Renntreckerfahrer messen. Zu verdanken haben die Mallißer das dem Grebser René Bach. Auf einer Geburtstagsparty in einem Carport vor drei Jahren hatte er eher im Scherz geprahlt, mit seinem Rasentrecker schneller zu sein als sein Kumpel Julian. Der hielt dagegen. Wochen später wühlten sich René und seine Kumpels mit sieben Hofmähern über eine kleine Wiese in Neu Göhren. „Da hatten wir noch Schikanen eingebaut. Mit Hügeln und Wasserlöchern“, erinnert sich Kumpel Matthias. René kam damals als Letzter ins Ziel. Aber mit seiner Idee lag er ganz vorn. Denn seit der Party rasen die kleinen Mäher Jahr für Jahr um die Wette in Neu Göhren. Mehr und mehr Leute kommen dazu. Die Trecker werden größer, schneller, lauter. Und die Organisation professioneller. So professionell, dass sich René und seine Freunde dieses Jahr an die Austragung eines Rennens für die Deutsche Meisterschaft in Malliß wagen. „Noch größer, noch schneller und noch bekloppter“ - so wirbt der Veranstalter Rasentrecker-Rennen-MV für den 1. Industrie-Cup auf seiner Internetseite. Das Team um René Bach hat dafür dieses Jahr eine brach liegende Fläche im Gewerbegebiet gepachtet und mit Roberto Petersen einen guten Sponsoren gefunden. An diesem Wochenende trafen sich die Organisatoren zum ersten Mal vor Ort auf dem Gelände. „Wir wollen uns gemeinsam einen Eindruck verschaffen“, sagt Heiko aus Dannenberg. Wo bauen wir das Fahrerlager auf? Wo stehen die bunten Airbrush-Laster? Wie könnte die Rennstrecke verlaufen? Wo ist Platz für die Bewirtung? Fragen, die das Team in den nächsten Wochen klären wird. Offiziell nutzen können die Jungs das Gelände aber erst ab April. „Dann bauen wir auf und gehen ins Training“, sagt René Bach. Er rechnet wieder mit mehr als 40 Teams aus ganz Norddeutschland. 21 Anmeldungen sind bis heute eingegangen, Interesse zeigt auch ein Team aus Luxemburg. Wer mitmachen will, kann sich auch auf den letzten Drücker - am Tag des Rennens - anmelden. Wichtig sei, dass die Fahrzeuge in einem dem Regelwerk entsprechenden Zustand seien. Jeder Trecker muss in die technische Abnahme, bevor er auf die Strecke geht. Auch René Bach wird sich am 2. Mai auf seinen kleinen blauen Trecker schwingen. Vor Jahren hatte er mit ihm noch Rasen gemäht. Bis zu jener Geburtstagsfeier im Carport.

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