grabow : Neustart im alten Kino

Der Grabower Andreas Felske eröffnete im denkmalgeschützten Haus in der Berliner Straße 2 ein Bistro

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20. März 2014, 07:00 Uhr

Ein alter Filmprojektor aus den 50er-Jahren zieht den Blick der Besucher auf sich. An den Wänden hängen Repros alter Fotos aus den 30er- und 50er-Jahren, die das Grabower Lichtspiel- und Vortragshaus zeigen. „Diese Aufnahmen stammen von meiner Mutter, die sie hier angebracht hat“, sagte Andreas Felske. Der 35-Jährige hat den Eingangsbereich dieses geschichtsträchtigen und unter Denkmalschutz stehenden Hauses in der Berliner Straße 2 nahe des Parkplatzes St. Pauli neu gestaltet. Er will hier als Inhaber des „Bistros zum alten Kino“ nach vielen Versuchen in anderen Bereichen beruflich neu durchstarten. „Meine Urgroßeltern haben das Haus im Jahr 1905 gekauft. Mein Urgroßvater Franz Grabs eröffnete und betrieb ab 1919 hier ein Kino“, so Andreas Felske. Interneteinträge unter diesem Stichwort besagen, dass die Spielzeit des Lichtspielhauses auf Sonnabend und Sonntag festgelegt war, das Kino eine Kapazität von 300 Plätzen hatte und Inhaber die Urania GmbH war - mit Franz Grabs als Geschäftsführer.

Aber die Entwicklung ging auch an diesem Gebäude nicht vorbei, nach der Wende wurde dann im Jahr 1992 der Kinobetrieb eingestellt. 18 Jahre stand das Haus leer, war ungenutzt - und das wollte Andreas Felske ändern. „Ich habe immer überlegt, was man daraus machen könnte. Ein Geschäft sollte es nicht werden, vielmehr ein Ort, wo man sich treffen, etwas essen und trinken kann. Dann hatte ich die Idee , hier ein Bistro einzurichten. Im Oktober 2010 begann ich mit Freunden und Bekannten das Kino dahingehend umzubauen“, so Andreas Felske. Das meiste hat er allein gemacht, aber er hatte auch Hilfe von Bekannten, die Maurer-, Tischler-, Fliesen- und Elektrikerarbeiten ausführten. „Ich habe allerhand in dieses Projekt investiert. Zwei neue Pendeltüren wurden eingebaut, die Heizung ist erneuert. Wo früher die Garderobe im Kino war, befindet sich heute die Herrentoilette. Die alte Kinokasse beherbergt heute die Küche. Im hinteren Bereich befindet sich ein Raucherraum. Auch im Inneren des Bistros ist alles auf Alt gehalten“, sagt Andreas Felske, der seinen Gästen neben einem Imbissangebot natürlich auch Kaffee sowie alkoholfreie und alkoholische Getränke serviert. An dieser Stelle möchte er allen Kunden ein Dankeschön sagen, die zur Eröffnung seines Bistros am vergangenen Sonntag gekommen sind.

Mit Elan geht Andreas Felske, der in Ludwigslust geboren wurde und bis zu seinem 4. Lebensjahr in Neese lebte, an dieses neue Unternehmen. Bis zu dem heutigen Tag hat der 35-Jährige schon eine Menge erlebt. Privat wie beruflich: Nach Umzug und Schulzeit in Eberswalde ist er dann mit seiner Mutter und seinem Bruder nach der Wende nach Hamburg gezogen. Zurückgekehrt nach Grabow absolvierte Andreas Felske eine Lehre als Metallbauer bei der Firma Sohst, danach trat er seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr an. Arbeitslos geworden, suchte er dann nach neuen beruflichen Herausforderungen. „Ich habe dann auf Hufbeschlagschmied ungesattelt und später in Dortmund die Prüfung zum Staatlich anerkannten Hufbeschlagschmied absolviert. Zwei Jahre war ich selbstständig, aber es lief nicht, weil ich keinen festen Kundenstamm hatte. Mit dem Bistro wage ich nun einen Neuanfang.“

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