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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 09:41 Uhr

Dömitz : Neustart für den Jugendclub

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zwei Jahre stand die Einrichtung leer. Nach der Renovierung hat die neue Leiterin viele Ideen zur Programmgestaltung.

Zwischendurch hatte sich zweimal der Waschbär einquartiert, auch eine Maus überprüfte, ob es sich im Dömitzer Jugendclub gut leben lässt. Zwei Jahre lang stand das Gebäude leer, weil es keinen Betreuer mehr für den Jugendclub gab. Als es endlich eine neue Clubleiterin gab, wollte die am liebsten gleich wieder in den Sack hauen, weil die Situation so schrecklich war. „Doch das hat Kathleen Scheper nicht getan und letztendlich mit tatkräftiger Hilfe wieder ein ansehnliches Objekt geschaffen. Ich bin überzeugt, dass sie ein attraktives Programm für die Kinder und Jugendlichen anbieten wird.“ Der Dömitzer Bürgermeister Helmut Bode zeigte sich bei der Eröffnung des Jugendclubs voller Optimismus.

Ganz früher gehörte die Baracke zur Dömitzer Munitionsfabrik, später war sie Teil der Kaserne der DDR-Grenztruppen. Ein Teil des Gebäudes diente zudem dem früheren Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk als Lager. Doch seit Mitte der neunziger Jahre gab es hier bereits den Jugendclub der Elbestadt. Er ist eine Institution. Dessen ist sich auch die neue Betreuerin bewusst. Um so größer hat sie den Druck empfunden, die Renovierung gut über die Bühne zu bringen. Kathleen Scheper ist bewegt: „Ich hab hier so manches Mal gesessen und war verzweifelt. Aber nun ist alles gut. Jetzt wird nicht mehr geweint, sondern nur noch nach vorne geschaut“, so die 41-Jährige. Sie freute sich, dass neben dem Bürgermeister auch Stadtvertreter, Mitarbeiter der Verwaltung und Helfer zur Eröffnung gekommen waren.

Auch Martin Larsen war dabei, nicht nur in seiner Eigenschaft als Stadtvertreter, sondern auch als Vorstandsmitglied der Initiative LuK e. V., dem Kulturverein in Dömitz. „Wenn ihr Unterstützung braucht, könnt ihr euch jederzeit an uns wenden“, ermunterte er die Jugendclubleiterin, mit eventuellen Wünschen nicht hinter dem Berg zu halten. Als kleines persönliches Geschenk brachte er ein buntes Licht mit, quasi als Symbol, dass es nunmehr mit voller Energie weitergeht im Jugendclub.

Kathleen Scheper hat da bereits ihre Ideen. Sie möchte bei den Freizeitangeboten vor allem auf die individuellen Wünsche eingehen – und die Stichworte sprudeln nur so aus ihr heraus. Sport in der benachbarten Schule, Kochen, Basteln, Kino… Gewissermaßen als vorfristiger Auftakt des Neustarts gab es im Dezember einen Besuch des Musicals „Aladdin“ in Hamburg. Kathleen Scheper, die in Raddenfort wohnt, hat nach einer neuen Herausforderung gesucht. Jahre lang war sie als mobile Friseurin unterwegs. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, das konnte sie sich vorstellen. Schließlich ist sie nicht ganz unerfahren, leitet gemeinsam mit Carola Wille die Funkengarde des Dömitzer Carnevals Clubs (DCC) an. „Wenn wir den Jugendlichen nichts bieten, hängen die nur auf der Straße herum. Das ist nicht gut“, sagt die neue Betreuerin, und Bürgermeister Bode als Vertreter des Trägers des Jugendclubs pflichtet ihr bei.

Die Kinder und Jugendlichen, die in der Nähe des Clubs wohnen, haben die Einrichtung nicht vergessen, obwohl sie zwei Jahre leer stand. Als sie merkten, hier tut sich wieder was, steckten nicht wenige die Nase zur Tür herein und halfen mit. Das Ergebnis der dreimonatigen Renovierung kann sich sehen lassen. Kathleen Scheper ist voller Dankbarkeit. „Oftmals wird über die Stadt geschimpft, aber es haben wirklich viele geholfen. Man könnte viele Beispiele aufzählen – und das ist gut so“, sagt sie.

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