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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 23:28 Uhr

Neu Kaliss : Neustart beim Airbus-Zulieferer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Firma AMAS hat neue Eigentümer. Mitarbeiter sollen bei nötiger Umstrukturierung mitreden

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Die Suche nach Investoren hat mehrere Jahre gedauert. Jetzt wurde sie beendet – erfolgreich. Die AMAS Anlagenbau und Engineering GmbH hat neue Eigentümer. Am Mittwochnachmittag stellten sie sich der Belegschaft vor. Mit Dirk Nilles (51) ist zumindest ein bekanntes Gesicht dabei. Er gehörte schon zu jenen fünf Leuten, die das Unternehmen vor gut 20 Jahren gegründet hatten. Als Gesellschafter und Geschäftsführer ist er weiterhin dabei. Neue Miteigentümer sind der Ingenieur Dr. Axel Korn (56) und die Beteiligungsgesellschaft Haspa BGM aus Hamburg. Weil die Mehrheit der Alt-Gesellschafter aus Altersgründen verkaufen wollte, hatte man nach neuen Investoren gesucht.

Das war auch der Belegschaft nicht verborgen geblieben. Und so habe es in den vergangenen Wochen und Monaten unter den Mitarbeitern eine große Verunsicherung gegeben, gibt Dirk Nilles zu. Tatsächlich wird in den beiden AMAS-Unternehmen, die insgesamt rund 130 Beschäftigte haben, nicht alles beim Alten bleiben. „Aber Entlassungen stehen für uns nicht zur Debatte“, versichert Axel Korn, ebenfalls Geschäftsführer. Im Gegenteil. Um die Engpässe, die es nach Aussage von Dirk Nilles vor allem im Bereich Planung und Konstruktion gibt, auszugleichen, sollen zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Dazu sollen ein neues Bürogebäude gebaut und neue Mitarbeiter – Ingenieure und Bachelor – eingestellt werden. Dass es nicht einfach wird, qualifiziertes Personal zu finden, ist den beiden Geschäftsführern bewusst. „Wir werden an die Uni Rostock und die Hochschule Wismar herantreten, eventuell auch ein duales Studium anbieten oder Mitarbeiter berufsbegleitend ausbilden“, erklärt Dirk Nilles. Aber auch im Bereich des Anlagenbaus soll es schon in Kürze eine personelle Aufstockung geben.

Auch sonst werden auf die aktuelle Belegschaft einige Änderungen zukommen. „Von den bislang fünf Geschäftsführern ist perspektivisch nur noch einer da. Da müssen die Arbeit, das Wissen völlig neu verteilt werden“, erklärt Axel Korn. Und Dirk Nilles ergänzt: „Auf die nächste Führungsebene, die Ebene der Meister, werden neue Verantwortungen und Befugnisse zukommen.“ Die Entscheidung, wie das Unternehmen unter den neuen Bedingungen geführt werden soll, wollen die Gesellschafter aber nicht allein treffen, sondern gemeinsam mit der Belegschaft.

Die Umgestaltung ist eine echte Herausforderung, muss sie doch parallel zu einem ausgelasteten Projektgeschäft erfolgen. „Wir haben aktuell ein Auftragsvolumen von 25 Millionen Euro“, erklärt Dirk Nilles. „Das entspricht etwa 150 Prozent des normalen Jahresumsatzes.“

Die AMAS Anlagenbau und Engineering GmbH ist hauptsächlich für die Luftfahrtindustrie tätig und Direktlieferant für Airbus weltweit. „Wir bauen aber keine fliegenden Teile“, erklärt Nilles. Das Unternehmen konstruiert und produziert Ausrüstungen, die bei der Herstellung, Wartung, Reparatur und Lackierung von Flugzeugen benötigt werden. Und Komponenten für Fahr- und Flugsimulatoren. In den nächsten Tagen wird ein Mitarbeiter in China in einer Lackierhalle Maß nehmen, die AMAS im nächsten Jahr umbaut. In ihr soll künftig ein neues Airbus-Modell lackiert werden. „In Hamburg haben wir solche Umbauten bereits realisiert“, so Dirk Nilles.

Auch der Kalisser Bürgermeister Burkhard Thees freut sich, dass der Verkauf gelungen ist. „Es ist auch im Interesse unserer Gemeinde, dass die Neuaufstellung gelungen ist“, sagt er. „Gut finde ich, dass die Mitarbeiter in den Prozess der Umgestaltung einbezogen werden.“

 

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