Neustadt-Glewe : Neustädter helfen Flüchtlingen

Silke Draeger informiert und knüpft in diesen Tagen Kontakte in Sachen Flüchtlingshilfe in Neustadt-Glewe.
Silke Draeger informiert und knüpft in diesen Tagen Kontakte in Sachen Flüchtlingshilfe in Neustadt-Glewe.

Ansprechpartner bei Kirche, Stadt und Wohnungsbaugesellschaft / Sachspenden und tatkräftige Hilfe gefragt

svz.de von
16. September 2015, 07:00 Uhr

Morgens, 8 Uhr. An der Tür zum evangelischen Pfarrhaus in Neustadt-Glewe klingelt es. Als Pastorin Silke Draeger öffnet, steht vor ihr eine zierliche Frau aus Blievenstorf. In beiden Händen hält sie große Säcke – prall gefüllt mit Kleidung, die sie in ihrem Schrank entbehren kann. Auch ihr Mann hat aussortiert. „Ich möchte Kleidung für unsere Flüchtlinge abgeben“, sagt sie. Pastorin Draeger freut sich über die Hilfsbereitschaft des Ehepaares. Sie hilft in diesen Tagen gern, Kontakte herzustellen und zu vernetzen. Denn Ansprechpartner zu Fragen der Flüchtlingshilfe gibt es in der Stadt einige.

Im Rathaus ist es Dörte Ulma, die stellvertretende Bürgermeisterin. Sie ist unter Telefon 038757 50030 zu erreichen, wie die Stadt auf ihrer Homepage Aktuelles – Nachrichten informiert. Bei der Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (Wobau) kümmert sich Simone Kaiser (Tel. 038757 55111) um das Thema. „Sie hat durch ihre Arbeit einen engen Kontakt zu den Flüchtlingsfamilien und genießt deren Vertrauen“, sagt Silke Draeger. Außerdem hält sie Kontakt zum Integrationsbeauftragten Wolfram Struve, der nicht nur für die Zugezogenen in Neustadt-Glewe zuständig ist. Bei Verständigungsproblemen kommt ihm ein Dolmetscher zur Hilfe. Benötigt wird noch so einiges, um die Flüchtlinge in der Region zu versorgen. „Vor Kurzem besuchte Georg aus Ghana den Gottesdienst. Er würde gern beim Fußballtraining mitmachen, braucht dafür aber Sportsachen“, schildert die Pastorin ein Beispiel. „Wer kann helfen?“. Helfen können nicht nur die Erwachsenen, sondern auch Kinder. Wenn sie von der Grundschule in die nächste Klassenstufe wechseln, müssen sie oft einen größeren Schulranzen benutzen. Wo bleibt der oft noch gute kleine Schulranzen? „Kinder können ihn spenden – und anderen Kindern damit helfen“, so Silke Draeger. „Was nicht in Neustadt gebraucht wird, wird in Ludwigslust oder Parchim verwendet. “

Wichtig sei ebenfalls, dass die „Neuen“ schnell Deutsch lernen. Auch diese Aufgabe werde in Neustadt bereits durchdacht. „Geplant ist, am 30. September mit dem Unterricht zu beginnen“, erklärt die Pastorin. Er soll im Gemeinderaum der evangelischen Kirche von einer ehrenamtlichen Lehrerin angeboten werden. Sollte die Gruppe zu groß werden, werden neue Möglichkeiten gesucht – Hilfsangebote für Räume und Lehrer wurden schon unterbreitet.

Außerdem ist geplant, eine Kleiderkammer für die Asylbewerber und Flüchtlinge im Bürgerbegegnungszentrum zu eröffnen. Doch dafür werden noch Freiwillige gebraucht, die die gespendeten Sachen sortieren und zu bestimmten Öffnungszeiten ausgeben. Wer Lust hat, sich dort einzubringen – auch stundenweise – wird gebeten, sich zu melden. An Sachspenden werden nach Aussage von Silke Draeger jetzt vor allem Wintersachen, Schuhe und gern auch Schreibmaterial benötigt. Einrichtungsgegenstände für die Wohnung werden dagegen nicht benötigt.

Außerdem richtet die evangelische Kirchengemeinde einen Fond ein, um auch Geldspenden für die Flüchtlingsarbeit entgegennehmen zu können. Aktuell wird für die Familienfreizeit in Boltenhagen (Ende September) noch finanzielle Unterstützung gebraucht, da auch Flüchtlingsfamilien mitkommen werden. Die Beiträge für diese Familien werden von Spendern übernommen. Gespendet werden kann an: Ev. Kirchengemeinde Neustadt-Glewe, VR-Bank, IBAN: DE02 1409 1464 0008 1311 12. BIC: GENO DEF1 SN1. Stichwort: Flüchtlingshilfe Neustadt-Glewe.

Wer auf andere Art und Weise helfen möchte, sei es durch Begleiten der Flüchtlinge zu Behörden oder die Organisation eines Spielenachmittags – kann sich bei Simone Kaiser (Tel. 038757 55111), Dörte Ulma (Tel. 038757 50030) oder Pastorin Silke Draeger (Tel. 038757 22557) melden.

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