Neustadt-Glewe : Neustädter Burg jetzt bei Rostock

Das frühere Burgfräulein Tina Warncke, Stadtwächter Frank Restel, Landtagsabgeordnete Jaqueline Bernhardt und Bürgermeisterin Doreen Radelow (v. l.) bewundern das Modell der Burg von Neustadt-Glewe.
Das frühere Burgfräulein Tina Warncke, Stadtwächter Frank Restel, Landtagsabgeordnete Jaqueline Bernhardt und Bürgermeisterin Doreen Radelow (v. l.) bewundern das Modell der Burg von Neustadt-Glewe.

Modell der altehrwürdigen Wehranlage im Modell- und Landschaftspark Göldenitz eingeweiht

svz.de von
07. März 2016, 21:00 Uhr

„Genau so toll wie unsere Alte. Sogar der messingfarbene Ständer (die Flagge – d. R.) dreht sich auf dem Burgturm“, stellten die Neustädter begeistert fest.

Rund 60 Interessierte hatten sich Sonntag dank der Organisation des Burgvereins über die A 24, A 14 und A 20 ins 125 Kilometer entfernte Göldenitz in der Nähe von Rostock auf den Weg gemacht, um im dortigen die Einweihung der Burg Neustadt-Glewe mitzuerleben. Es ging natürlich um das Modell der Burg.

Dort hatte man sich auf diese starke Neustädter Abordnung mit Bürgermeisterin Doreen Radelow an der Spitze ganz toll vorbereitet. Heike Volke, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Arbeitsförderungs- und Fortbildungswerk (AFW) GmbH, schilderte vor der offiziellen Einweihung sehr lebendig, wie ihre zwölf Modellbauer in 18 Monaten das Wahrzeichen von Neustadt-Glewe - immerhin die älteste, noch erhaltene Wehranlage – in aufwendiger und ebenso liebevoller wie detailgetreuer Bauweise im Maßstab von 1:25 nachgebaut haben. Hilfe gaben rund 500 Fotografien, die Bernd Keykan vom Original gemacht hatte.

Dann ging es vor Ort auf das 4,5 Hektar große Miniland-Areal, das sich wie eine Landkarte von Mecklenburg-Vorpommern präsentiert und inzwischen nahezu 70 Modelle von Schlössern, Herrenhäusern, Toren, Türmen und anderen historischen Backsteinbauten des Landes beherbergt. Dort wurde dann Neustadt-Glewes „Stadtwächter“ Frank Restel und dem von 2014 bis 2016 amtierenden Neustädter Burgfräulein Tina Warncke als eine, die den Bau des Burgmodells mit viel Leidenschaft angeregt bzw. begleitet hatten, die Ehre zuteil, es schließlich seiner Bestimmung zu übergeben.

Trotz regnerisch kalten Wetters ließen es sich viele Interessierte nicht nehmen, die anwesenden Modellbauer auszufragen. Sie erfuhren beispielsweise von Michael Scheffler und Timo Anklam, dass jedes Detail, ja gar jedes Steinchen auf dem wie im Original gepflasterten Innenhof der wetterfesten Miniaturburg handgearbeitet, zugeschnitten und mit Pinzette an den dafür vorgesehenen Platz gesetzt wurde. Selbst der Transport des Modells an seinen nun angestammten Platz im Minaturland Mecklenburg-Vorpommern sei eine logistische Herausforderung gewesen, verrieten sie.

Und kaum einer wollte glauben, dass sich hinter diesen geschickten Leuten Frauen und Männer verbergen, die seit längerer Zeit vom regulären Arbeitsmarkt ausgeschlossen waren und in Arbeitsförderungsmaßnahmen bei dem AFW ihr handwerkliches Können und ihre Geduld einbrachten. Verständlich, dass von den Vertretern der AFW sowie den Mitarbeitern des Miniaturparks und insbesondere von den Vertretern der „Baumannschaft“ die Dankesworte von Neustadts Bürgermeisterin Doreen Radelow gern vernommen wurden.

Übrigens befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft das aus 22  490 Einzelteilen errichtete Ludwigsluster Schloss-Modell. Stadtwächter Frank Restel: „Unser Burgmodell steht nun unmittelbar an der B 191 (Wege im Miniland stellen Bundesstraßen und Autobahnen in MV dar – d. R.). Gegenüber ist noch Platz für unser Neustädter Schloss...“ Erste Vorstellungen über ein künftiges Schlossmodel jedenfalls seien am Sonntag in Göldenitz schon geäußert worden.

Neustadt-Glewe wie auch der Miniaturpark in Göldenitz könnten von einer derartigen gemeinsamen touristischen Vermarktung unter dem Dach des Vereins der Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommerns nur profitieren.


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